Handel und Tourismus drängen auf’s Aufsperren

Händler, Wirte und Hoteliers brauchen Kunden und Gäste, um Weihnachts- und Wintersaison noch „halbwegs“ zu retten

„Damit sich der Schaden für den heimischen stationären Handel durch den Lockdown noch halbwegs in Grenzen hält, brauchen wir ein Öffnen der Geschäfte gleichzeitig mit den anderen Bundesländern ab 13. Dezember, wenn es die Covid-Zahlen zulassen. Jeder einzelne Tag des Offenhaltens mitten in der normalerweise umsatzstärksten Zeit für den oberösterreichischen Handel ist für viele von enormer Bedeutung, um zumindest einen Teil der bisherigen Umsatzeinbußen wettzumachen. Sollte das Öffnen ab 13. Dezember nicht möglich sein, dann muss das für das gesamte Bundesgebiet gelten, denn das Kaufverhalten der Kunden macht an den Bundesländergrenzen nicht Halt. Auch ein Aufsperren der Geschäfte am Sonntag, 19. Dezember, muss durch eine Verordnung des Landes entsprechend dem Zusatz-KV der Sozialpartner gewährleistet sein“, sagt Ernst Wiesinger, Obmann der Sparte Handel der WKOÖ.

„Selbstverständlich ist sich der Handel seiner Verantwortung bewusst, wir weisen aber darauf hin, dass laut einer Studie der Handel nur zu 0,2 Prozent für die Ausbreitung der Pandemie verantwortlich ist. Dies liegt auch daran, dass im Handel die Kontakte relativ kurz sind und sowohl Kunde wie auch die Mitarbeiter eine FFP2-Maske tragen“, so Wiesinger.

Gastronomen und Hoteliers bereit für raschestmögliches Öffnen der Betriebe
„Wollen wir nicht das gesamte Weihnachtsgeschäft und die Wintersaison verlieren, führt kein Weg an einem Aufsperren der heimischen Gastronomie und Hotellerie vorbei“, pochen auch Oberösterreichs Wirteobmann Thomas Mayr-Stockinger und Gerold Royda, Fachgruppenobmann der oö. Beherbergungsbetriebe, auf ein raschestmögliches Öffnen der Betriebe. Schon bisher hat sich bestätigt, dass Gastronomie und Hotellerie keine Infektionstreiber sind. „Menschen treffen sich auch privat ohne jedwede Sicherheitskonzepte“, geben Mayr-Stockinger und Royda zu bedenken.

„Wie schon von Tourismus-Spartenobmann Robert Seeber versprochen, können die heimischen Wirte und Hoteliers die Sicherheit gewährleisten, Übung haben sie darin ja schon genug“, verweisen die beiden Tourismus-Funktionäre auf die zurückliegenden Lockdowns. Eine 2G-Regelung, (Öffnung für Geimpfte und Genesene), wäre für sie akzeptabel, nicht aber 2G+ (also mit zusätzlichem PCR-Test), weil dafür die Test-Infrastruktur in Flächen-Bundesländern nicht ausreichend ist und es für Gäste nicht zumutbar ist, mehrere Tage lang auf das Testergebnis zu warten.

Die ehestmögliche Öffnung der Tourismusbetriebe halten Mayr-Stockinger und Royda auch aus arbeitsmarktpoltischer Sicht dringend erforderlich, zumal ihnen schon in den bisherigen Lockdowns viele Mitarbeiter in andere Branchen abgewandert sind und somit die personell prekäre Situation zusätzlich verschärfen. Und wenn dann auch noch Reiseveranstalter zum Urlaubsvergnügen ins Ausland „einladen“, ist das ein zusätzlicher Schlag in die Magengrube der oö. Tourismuswirtschaft. Mit einer raschen Öffnung der Gasthäuser und Hotels wollen Mayr-Stockinger und Royda auch dem Grenztourismus in die angrenzenden Bundesländer bzw. ins benachbarte Ausland kontern. Und auch die Weihnachtsfeiern haben beim nahegelegenen Wirt oder Hotelier mehr Charme, als in den firmeninternen Büroräumlichkeiten.

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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