WKOÖ-Präsidentin Hummer: Umsatzausfall und Ersatzrate dringend überarbeiten

Vor dem Hintergrund der bedenklichen Infektionszahlen und des am Rande der Überlastungsgrenze stehenden Gesundheitssystems ist die Entscheidung für einen Lockdown gesundheitspolitisch nachvollziehbar. Für die Betriebe und die eben erst eingesetzte Erholung der Wirtschaft stellt er freilich einen massiven Rückschlag dar, der kaum verkraftbar ist.

Wie bereits im Jahr 2020 kommt auch dieser neuerliche Lockdown für viele oö. Unternehmen zur Unzeit. „Gerade das Weihnachts- und Vorweihnachtsgeschäft ist für viele Betriebe wirtschaftlich gesehen die wichtigste Zeit im Jahr. Um das Überleben der Betriebe und die Arbeitsplätze in unserem Land nachhaltig zu sichern, braucht es jetzt schnelle, unbürokratische und vor allem wirksamere Wirtschaftshilfen“, betont WKOÖ-Präsidentin Doris Hummer.

Von der Regierung wurden erfreulicherweise bereits Wirtschaftshilfen zugesagt, wobei bisher jedoch nur die Eckpunkte bekannt sind. Die Wirtschaftskammer begrüßt das, fordert jedoch eine dringende grundsätzliche Anpassung: „Die Vorgaben für den Umsatzrückgang müssen dringend geändert werden, zumal die derzeitige Grenze von 40 Prozent für die Betriebe im November nicht erreichbar sein wird. Dieser Wert muss daher, um wirklich wirksam zu werden, auf zumindest 30 Prozent gesenkt werden“, fordert die WKOÖ-Präsidentin. „Beim Härtefallfonds Phase 4 ist man unserer Anregung bereits gefolgt, sodass nur für November und Dezember 2021 ein Umsatzrückgang von 30 Prozent ausreicht“, freut sich Hummer.

Neben der Grenze für den Umsatzausfall muss auch die Ersatzrate den wirtschaftlichen Gegebenheiten dringend angepasst werden. „Wir bringen laufend unsere bisherigen Erfahrungen und die Anregungen unserer Mitgliedsbetriebe ein, um die Unterstützungsleistungen möglichst treffsicher und wirksam zu machen“, sagt Hummer. Besonders wichtig ist ihr in diesem Zusammenhang, dass für Gründer und Jungunternehmen, aber auch für besondere Unternehmenssituationen sachgerechte Lösungen gefunden werden.

Zum Schluss appelliert Hummer an alle Konsumenten, auf Onlineangebote der heimischen Betriebe zu setzen, möglichst regional zu kaufen und neue Formate wie „Click & Collect“ zu nutzen. So bleiben das Geld im Land, einzelne Arbeitsplätze sicher und das Sozialsystem finanzierbar.

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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