Grünes Licht für Corona-Impfung für Kinder ab 5 Jahren

Biontech/Pfizer-Impfstoff für Kinder von 5 bis 11 Jahre zugelassen / Umfassende Informationskampagne des Landes

Salzburger Landeskorrespondenz, 25. November 2021

(LK)  Nach dem grünen Licht der Europäischen Arzneimittel-Agentur EMA für die Verwendung des Impfstoffs von Biontech/Pfizer bei Kindern und der Empfehlung des Nationalen Impfgremiums startet bei Salzburger Kinderärzten die Anmeldung für die Corona-Schutzimpfung für 5- bis 11-Jährige. Rund 38.000 – so viele junge Salzburgerinnen und Salzburger in dieser Altersgruppe gibt es – können also zusätzlich gegen einen schweren Krankheitsverlauf geschützt werden.

Startschuss für die Corona-Schutzimpfung für die 5- bis 11-Jährigen in Salzburg.
Foto: Land Salzburg/Grafik

„Wir haben jetzt die Möglichkeit, eine bisher ungeschützte Altersgruppe mit einem sehr wirksamen und gut verträglichen Impfstoff gegen das Corona-Virus zu schützen. Das Risiko eines schweren Krankheitsverlaufs, den es leider auch bei Kindern gibt, wird dadurch deutlich reduziert und die Verbreitung des Virus gebremst. Wir haben die Vorbereitungen getroffen, dass rasch die ersten Impfungen verabreicht werden können, zahlreiche Aktionen sind in Abstimmung. Eltern können die Kinder bereits jetzt in Kinderarztpraxen für die Impfung anmelden“, so Landeshauptmann-Stellvertreter Christian Stöckl.

Die Eckpunkte zur Corona-Schutzimpfung für Kinder

Kinderärzte als erste Adresse

Die Corona-Impfung wird mit Voranmeldung primär von Kinderärzten, aber auch von Hausärzten, verabreicht werden. In Anlehnung an das Angebot für Erwachsene wird für Kinder eine eigene Impfstraße im Salzburger Marionettentheater eingerichtet, die Vorbereitungen dafür laufen auf Hochtouren. Die Anmeldemöglichkeit auf www.salzburg-impft.at wird im Laufe des morgigen Tages freigeschaltet. Alle 5- bis unter 12-Jährigen, die angemeldet werden, erhalten einen TAN zur Terminvereinbarung auf der Kinderimpfstraße. Die Impfstraße wird voraussichtlich mit Beginn nächster Woche starten. Darüber hinaus sind zusätzliche kindgerechte und spannende Sonderaktionen in Planung.

38.000 Kinder in Altersgruppe

„Die Altersgruppe der 5- bis 11-Jährigen umfasst 37.574 junge Salzburgerinnen und Salzburger. Die Zahl der Infektionen ist dort derzeit besonders hoch, bei den 10- und 11-Jährigen verzeichnen wir sogar eine 7-Tages-Inzidenz von fast 6.000“, so der Leiter der Landesstatistik, Gernot Filipp.

Erstimpfung und Zweitimpfung

Auch bei Kindern wird der Impfstoff in zwei Dosen im Abstand von 3 Wochen verabreicht. „Verwendet wird der Impfstoff von Biontech/Pfizer, dessen Dosis auf ein Drittel reduziert wird. Trotz der niedrigen Dosierung für Kinder wird eine ebenso hohe Schutzwirkung wie bei Erwachsenen erzielt“, erklärt Holger Förster, Impfreferent der Ärztekammer Salzburg.  

Wichtiger Baustein bei Bekämpfung der Pandemie

„Angesichts der hohen Infektionszahlen bei 5- bis 11-Jährigen ist die Kinderimpfung besonders wichtig. Insgesamt streben wir in Salzburg eine Durchimpfungsrate von mindestens 80 bis 85 Prozent der Gesamtbevölkerung an. Die Möglichkeit der Impfung von Kindern bringt uns diesem erklärten Ziel deutlich näher“, so Rainer Pusch, Impfkoordinator des Landes.

Informationsschwerpunkt

Im Rahmen der laufenden Aufklärungskampagne zur Corona-Impfung wird ab sofort ein Schwerpunkt auf die Kinderimpfung gelegt. Unter anderem werden dabei alle Eltern über die Bildungseinrichtungen und die Gemeinden schriftliches Informationsmaterial erhalten. Sämtliche Kanäle des Landes Salzburg werden genutzt, um umfassend aufzuklären. Überblick unter www.salzburg.gv.at/kinderimpfung sowie in der Land Salzburg App.

3 Fragen an Kinderarzt Holger Förster

Der Kinderarzt und Impfreferent der Ärztekammer Salzburg, Holger Förster, beantwortet im Gespräch mit dem Landes-Medienzentrum (LMZ) drei Fragen zur Kinderimpfung:

LMZ: Warum sollten Kinder geimpft werden?

Förster: Es gibt auch bei Kindern schwere Krankheitsverläufe, bei denen ein Spitalsaufenthalt und teilweise intensivmedizinische Behandlung nötig sind. Kinder mit Impfschutz erkranken, wenn überhaupt, weniger stark. Darüber hinaus reduziert die Impfung das Risiko, dass das Virus über die Kinder innerhalb der Familie weiterverteilt wird, insbesondere an vulnerable Personen und die Großeltern. Und weil es gerade sehr aktuell ist: Eine entsprechend hohe Durchimpfungsrate trägt dazu bei, dass der Präsenzunterricht an den Schulen stattfinden kann.

LMZ: Viele Kinder zeigen nur leichte bis keine Symptome…

Förster: Zum Glück! Aber wir wissen im Vorfeld nicht, wie stark die Erkrankung bei einem Kind verläuft. Darüber hinaus kann innerhalb von drei bis sechs Wochen nach einer Corona-Infektion ein schweres Entzündungssyndrom, das die Organe angreift, als Komplikation auftreten. Jedes 1000. infizierte Kind ist davon betroffen.

LMZ: Wann sollen Kinder zur Impfung angemeldet werden?

Förster: Möglichst bald in Absprache mit dem Kinderarzt. Das Infektionsgeschehen ist sehr hoch und es geht überspitzt gesagt nicht mehr um das „ob“ einer Erkrankung, sondern um das „wann“. Kinder werden gegen viele Infektionskrankheiten, von Masern bis Röteln, geimpft. Von allen Krankheiten, gegen die eine Impfung schützt, ist Corona aber derzeit bei weitem jene mit den häufigsten Fällen. Darum empfehle ich mit Nachdruck die Impfung für Kinder.

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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