LR Kaineder: Dramatisches Vogelsterben auf unseren Wiesen und Feldern – EU-Agrarpolitik bringt keine Wende für biologische Vielfalt und Bodenschutz

Die gestern im EU-Parlament verabschiedete Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) bringt nicht die notwendigen Maßnahmen für eine echte Wende zur Unterstützung unserer kleinstrukturierten Landwirtschaft, dem Ausbau von Biolandbau und damit auch dem Schutz der biologischen Vielfalt sowie den Erhalt gesunder Böden. Es wird an einem weiter so wie bisher festgehalten: Flächenbesitz wird nach wie vor belohnt und nachhaltige Bewirtschaftung gerät ins Hintertreffen. Nach zähen Verhandlungen und vielen Verzögerungen soll die neue GAP mit Januar 2023 in Kraft treten.

Welche Auswirkungen diese verfehlte Ausrichtung der Agrarpolitik des Wachsens oder Weichens neben dem Verlust vieler kleiner und mittlerer Höfe nach sich zieht, wird auch durch eine aktuelle Studie europäischer Vogelschutzorganisationen wie der britischen RSPB, dem internationalen Dachverband des NABU und BirdLife drastisch aufgezeigt: allein in den letzten 40 Jahren ist jeder sechste Brutvogel in der EU verschwunden, das sind knapp 600 Millionen Vögel. Darunter auch viele häufige Arten wie Finken, Sperlinge und Lerchen. Die höchsten Gesamtverluste wurden demnach im Acker- und Grünland festgestellt.

Umwelt- und Klima-Landesrat Stefan Kaineder: „Der sprichwörtliche Spatz in der Hand geht uns verloren, unsere Wiesen und Felder bieten oftmals keinen geeigneten Lebensraum mehr für diese Arten. Besonders der dramatische Verlust der Allerwelts-Arten wie Fink und Star sollte uns aufrütteln. Der enorme Schwund zeigt eine grundlegende Schädigung unserer Ökosysteme an.“

Nach der Entscheidung in Brüssel sind nun aber die Mitgliedsstaaten in der Umsetzung am Zug. Der Nationale Strategieplan Österreichs zur GAP muss bis Ende dieses Jahres bei der EU-Kommission zur Bewertung einlangen. Eine Frist zur Stellungnahme ist vor wenigen Tagen abgelaufen.

„Wir brauchen eine Trendwende zum Erhalt kleiner Höfe, einer klimafitten und umweltgerechten Landwirtschaft. Die Empfehlungen der Fachexpertinnen und Fachexperten dafür liegen auf dem Tisch und Bundesministerin Köstinger muss hier einen wesentlich ambitionierteren Plan vorlegen. Eine Stärkung der Bio-Landwirtschaft, keine umweltschädlichen Investitionsförderungen und eine Umverteilung der Direktzahlungen hin zu den kleinstrukturierten Landwirtschaftsbetrieben sind hier Thema. Geringfügige Änderungen werden nicht ausreichen, um die österreichische Landwirtschaft zukunftsfähig auszurichten“, so Umwelt- und Klima-Landesrat Stefan Kaineder abschließend.

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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