Energiepreise belasten Unternehmen und Konjunktur

Aus aktuellem Anlass standen beim Arbeitsgespräch von WKOÖ-Präsidentin Doris Hummer und Industrie-Spartenobmann Erich Frommwald mit Magnus Brunner, Staatssekretär im Ministerium für Klimaschutz und Umwelt, an dem die Spitzen der oö. Industrie und Energieversorger teilnahmen, die brennenden Themen der Energiepolitik, allen voran die galoppierenden Energiepreise im Mittelpunkt. „Die dramatischen Preissteigerungen bei Strom und Gas treiben die Unternehmen an die Grenzen des wirtschaftlich Machbaren und verlangen diesen schwierige Entscheidungen ab“, sind sich Hummer und Frommwald einig, „schließlich stellen die Energiekosten einen maßgeblichen Teil der Produktionskosten dar.“

„Beim Strom kämpfen wir selbst im Gewerbekunden-Segment mit Preissteigerungen von bis zu 200 Prozent, diese Kostensteigerungen hat kaum ein Betrieb einkalkuliert, geschweige denn können sie in dieser Höhe weitergegeben werden“, unterstreicht Hummer. „Im Gasbereich stehen wir vor dem Problem, dass die Großhandelspreise in kürzester Zeit auf das Drei- bis Fünffache gestiegen sind“, verdeutlicht Frommwald die aktuell brisante Lage. Aber nicht nur Gas und Strom, auch Öl sei für große Betriebe ein essenzielles Thema, und egal wo man hinschaut, die Preise steigen überall. „Entweder man drosselt die Produktion, um weiterhin kostendeckend arbeiten und den Preis für die Kunden irgendwie halten zu können, oder man verteuert das Produkt um einen Energiekostenzuschlag, was sicherlich nicht alle Kunden so einfach schlucken werden“, so Frommwald. 

Eine derartige Preisspirale nach oben gefährdet zudem auch die konjunkturelle Erholung am Standort Oberösterreich. Die Folge: massive Verwerfungen am internationalen Markt. „Es gibt zahlreiche angrenzende Länder, die auf einen anderen Energiemix zugreifen, etwa auf Kohle oder Atomenergie. Produzenten stehen dort also nicht vor derartig großen Problemen wie wir in Österreich“, gibt Hummer zu Bedenken.

Vorschläge für Sofortmaßnahmen zum Schutz der Unternehmen:

  • Schnelle finanzielle Hilfen für Unternehmen oder Industriezweige im Einklang mit dem EU-Beihilfenrecht
  • Entlastungsmöglichkeiten bei den Netzgebühren (Strom, Gas) für netzdienliches/flexibles Abnahmeverhalten prüfen

Vorschläge für mittel- und langfristige Maßnahmen:

  • Sofortiger Belastungsstopp zur Vermeidung zusätzlicher regulatorischer und finanzieller Belastungen für energieintensive Betriebe auf nationaler Ebene
  • Ausweitung der unterjährigen Refundierung der Energieabgaben
  • Kompensation indirekter CO2-Kosten
  • Mehr Investitionen in erneuerbare Energien, Gebäuderenovierungen und Energieeffizienz
  • Beschleunigung der Genehmigungsverfahren für erneuerbare Energien
  • Ausbau der Energiespeicherkapazität, um den Anteil erneuerbarer Energien weiter zu steigern, auch in Bezug auf Batterien und Wasserstoff

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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