AK-Präsident Kalliauer: Geplante Erhöhung der Schulbeihilfe gleicht nicht einmal den Kaufkraftverlust durch die Inflation aus

Bei der dieswöchigen Sitzung des Nationalrates soll eine Erhöhung der Schulbeihilfen des Bundes beschlossen werden – erstmals nach 14 Jahren! Allerdings fällt die geplante Erhöhung zu gering aus, sie deckt nicht einmal die inflationsbedingten Kaufkraftverluste in diesem Zeitraum ab. Darum fordert AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer die Bundesregierung auf, die Schulbeihilfen jetzt stärker zu erhöhen und künftig jährlich an die Inflation anzupassen.

14 Jahre lang wurden die staatlichen Schulbeihilfen weder erhöht, noch gab es eine Anpassung der Einkommensgrenzen. Somit bezogen immer weniger Familien diese Unterstützungsleistung. Und selbst für jene Familien, die sie bezogen, reichte die viel zu niedrige Beihilfe mit einem Grundbetrag von rund 94 Euro monatlich kaum zur Deckung der steigenden Kosten der Lebenshaltung und des Besuchs einer weiterführenden Schule.

Die nun geplante Schulbeihilfenreform, die morgen im Nationalrat beschlossen werden soll, sieht eine Erhöhung der Beihilfe um rund 20 Prozent vor. Damit wird nicht einmal die Inflation der vergangenen 14 Jahre ausgeglichen. „Dafür bedürfte es einer Erhöhung um zumindest 30 Prozent“, erklärt AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer und fordert daher die Bundesregierung auf, zumindest die Kaufkraftverluste der Familien abzudecken: „Dass die Beihilfen nun endlich wieder erhöht werden, ist längst überfällig und grundsätzlich erfreulich. Aber die Erhöhung muss deutlich kräftiger ausfallen – gerade auch, weil die vergangenen Monate der Corona-Pandemie eine massive finanzielle Belastung für viele Familien bedeutet haben.“ 

Gleichzeitig bekräftigt der AK-Präsident eine langjährige Forderung der AK Oberösterreich: „Wir brauchen eine jährliche Erhöhung der Schulbeihilfen als automatische Inflationsanpassung, nämlich sowohl bei den Beihilfenbeträgen selbst als auch bei den Einkommensgrenzen für deren Berechnung.“

Ein weiteres Manko ist, dass die Beihilfen nach wie vor erst ab der 10. Schulstufe bezogen werden können, während eine wesentliche Bildungswegentscheidung bereits zwei Schuljahre zuvor getroffen werden muss. „Darum muss der Bezug der Schulbeihilfen schon ab der 9. Schulstufe gewährt werden, um Schülerinnen und Schülern einen gleichberechtigten Zugang zu weiterführenden Schulen und somit einen gerechten Bildungszugang für alle Kinder und Jugendlichen zu ermöglichen“, sagt Kalliauer.

AK-Tipp an alle Eltern: Überprüfen Sie mit dem AK-Schulbeihilfenrechner, ob Sie Anspruch auf eine Schulbeihilfe haben.

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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