Bilanz 2021: Red Bull KTM Factory Racing holt 5 WM-Titel.

MotoGP: Zwei Siege und vier Podiumsplätze in der MotoGP, Binder in der WM auf Platz 6, Oliveira auf 14.

Moto2: Remy Gardner krönt sich beim Saisonfinale zum Weltmeister vor Teamkollege Raul Fernandez. Unglaubliche 13 Siege in 18 Saisonrennen für Red Bull KTM Ajo.

Moto3: Fahrer-, Team- und Konstrukteurs-WM-Titel für Red Bull KTM Ajo mit Jungstar Pedro Acosta.

MotoGP:

Versöhnliches Saisonfinale für Red Bull KTM Factory Racing beim letztem Saisonrennen und dem Rücktritt von Legende Valentino Rossi und Danilo Petrucci: Brad Binder auf Platz 7, drei KTM in den WM-Punkten.

Der 18. und letzte Grand Prix des Jahres 2021 fand bei perfekten äußeren Bedingungen plus vollen Tribünen statt und war ein würdiger Rahmen für den emotionalen letzten Grand Prix des Jahres.

Das orange Saisonfinale war geprägt von einem Blitz-Start von Miguel Oliveira, der ihn gleich in die WM-Punkte nach vorn katapultierte. Immer in seinem Schlepptau: Iker Lecuona von KTM Tech3 Factory Racing, der in seinem letzten MotoGP-Rennen einen WM-Punkt holte.

Brad Binder hielt in einem äußerst knappen Rennen stets Sichtkontakt zur Spitze und kämpfte einige schöne Duelle in den Top-10 aus. Mit zunehmender Renndauer wurde seine Pace immer stärker, und er fuhr seine persönlich schnellste Runde zu Rennende. Mit Platz 7 holte er seine 12. Top-10-Platzierung und bewies abermals seine überragende Kostanz. Der Lohn: Platz 6 in der WM. Teamkollege Miguel Oliveira beendete die Gesamtwertung 2021 auf Platz 14.

Danilo Petrucci von KTM Tech3 Factory Racing fuhr beim letzten MotoGP-Rennen seiner Karriere auf Platz 18 ins Ziel und wird schon in 6 Wochen für KTM Factory Racing bei der Rallye Dakar am Start stehen.

Brad Binder: „Das Rennen war viel härter als erwartet. Ich dachte, dass ich weiter nach vorn kommen könnte, aber in einigen Kurven war ich leider nicht schnell genug, um den Anschluss an die absolute Spitze zu halten. Ich habe bis zur letzten Runde Vollgas gegeben, und darauf kann ich stolz sein. Im Rückblick war das die konstanteste Saison meiner Karriere. Im Vergleich zum Vorjahr habe ich in diesem Bereich einen großen Schritt gemacht. Danke ans Team, das auch in harten Zeiten super gearbeitet und nie aufgesteckt hat. Platz 6 in der WM-Gesamtwertung ist die Belohnung dafür.“

Miguel Oliveira: „Ich wusste, dass es schwierig werden würde, vom letzten Startplatz aus viel zu bewegen, aber immerhin habe ich noch zwei WM-Punkte ergattert. Dass mein Pace für mehr nicht gut genug war, lag an Problemen mit dem Vorderreifen. Jetzt kommen die ersten Tests für die kommende Saison auf uns zu, und die geben uns die Chance, Probleme zu lösen. Darauf freue ich mich.“

Iker lecuona: „Endlich wieder eine Zielankunft, endlich wieder ein WM-Punkt! Es war hart, und zum Schluss war es sehr emotional. Ich musste auch ein paar Tränen vergiessen. Danke ans Team für diese beiden Jahre! Ich habe mit euch gelernt und mich dank euch verbessert. Danke auch an meine Familie, Freude und alle Zuschauer, die mich bei meinem letzten Rennen unterstützt haben. Es ist ein Abschied, aber nicht für immer.“

Danilo Petrucci: „Danke an alle bei KTM, Tech3 und an alle, die mit mir gearbeitet haben. Ich habe alles gegeben. Dieses Rennen habe ich bis zum letzten Meter genossen. Jetzt ist es Zeit, ein wenig zu entspannen.“

Mike Leitner; Red Bull KTM Race Manager: „Das letzte Saisonrennen ist aus mehreren Gründen oft schwierig – vor allem emotional. Manche Fahrer bleiben, andere verlassen das Team wie in diesem Fall Iker und Danilo. Wir hatten eine tolle Zeit mit den beiden. Danilo hatte einen sehr positiven Einfluss für unser Bike. Wir sind sehr froh, dass er als Dakar-Pilot Teil der orangen Familie bleibt. Als wir Iker auf die KTM RC16 gesetzt haben, war es ein Experiment, zu dem wir durch die damaligen Umstände auch ein wenig gezwungen wurden. Aber er hat bei uns große Fortschritte gemacht, und wir wünschen ihm nur das Allerbeste in der Superbike World Championship. Es macht uns stolz, ihm diese Plattform geboten zu haben.

Zum heutigen Rennen ist zu sagen, dass Brad in einem sehr knapp zusammenliegenden Feld konkurrenzfähig war. Mit Platz 7 heute sind wir zufrieden, auf WM-Rang 6 sind wir stolz. Mit diesem 6. Platz geht einher, dass wir die „Concession“ verloren haben. KTM gehört also endgültig zu den etablierten Herstellern im Feld, die vom Reglement weniger technische Zugeständnisse bekommen. Das geschafft zu haben ist eine bemerkenswerte Leistung.

Mit Miguel haben wir heute die Ziele nicht erreicht. Wir müssen das im Winter in Ruhe analysieren. Wir kennen seine Stärke zu 100%, und dein Talent ist völlig unumstritten. Wir müssen gemeinsam wieder auf die Siegerstraße zurückfinden – und das werden wir. Zum Schluss möchte ich mich bei ganz KTM und allen bedanken, die 2021 für uns gearbeitet haben. Wir werden in den kommenden Monaten hart arbeiten und freuen uns auf 2022.“

Ergebnis:

  1. Francesco Bagnaia (ITA) Ducati 41:15,481
  2. Jorge Martin (ESP) Ducati +0,489
  3. Jack Miller (AUS) Ducati +0,823

7.   Brad Binder (RSA) Red Bull KTM Factory Racing +8,437

14. Miguel Oliveira (POR) Red Bull KTM Factory Racing +18,221

15. Iker Lecuona (ESP) Tech3 KTM Factory Racing +9,233

18. Danilo Petrucci (ITA) Tech3 KTM Factory Racing +32,169

WM-Endstand: 1. Quartararo 278 Punkte (Weltmeister), 2. Bagnaia 252, 3. Mir 208, 6. Binder 151, 14. Oliveira 94, 20. Lecuona 39, 21. Petrucci 37.

KTM MotoGP Academy / Moto2:

Totale Dominanz in der mittleren Klasse für Red Bull KTM Ajo: Remy Gardner holt den WM-Titel in einem Rennen, das sein Teamkollege Raul Fernandez souverän gewinnt. Der Spanier ist Vize-Weltmeister mit nur 4 Punkten Rückstand.

Raul Fernandez tat alles, was in seiner Macht lag, um im Saisonfinale doch noch zum WM-Titel zu fahren. Teamkollege Remy Gardner hingegen unternahm alles, um die WM-Führung im Saisonfinale doch noch zu verteidigen: Bei einem Sieg von Fernandez musste er mindestens auf Platz 13 ins Ziel kommen, um den Vorsprung über die finale Ziellinie zu retten.

Nach einem starken Start war Raul beständig in den Top 3 unterwegs, um bald in einem nach einer Unterbrechung (wegen verschmutzter Piste nach einem Crash) von 25 auf 16 Runden verkürzen Rennen die Spitze zu übernehmen und einen souveränen Sieg heimzubringen – den 8. in seiner Rookie-Saison. Kein Fahrer hat in dieser Saison öfter gewonnen als der junge Spanier.

Remy Gardners Job war, im Mittelfeld Überblick und Nerven zu behalten, nicht zu stürzen, sich aus Zweikämpfen herauszuhalten und die letzten nötigen Punkte einzusammeln. Das gelang ihm mit einem klug verwalteten Platz 10 souverän – Remy Gardner ist genau wie sein Vater Wayne Motorrad-Weltmeister!

Am Ende einer dominanten Saison trennt die beiden MotoGP-Aufsteiger gerade einmal 4 Punkte.

Remy Gardner: „Ich bin sprachlos. So viele Jahre habe ich in diesen Traum investiert. So oft habe ich gedacht: „Ich bin nicht gut genug, ich werde niemals Weltmeister werden.“ Es gab so viele schwierige Momente in meiner Karriere. Heute ist ein Traum wahr geworden, und ich möchte all jenen danken, die an mich geglaubt haben, wo mich andere schon abgeschrieben hatten. Ich kann es immer noch nicht glauben und bin dankbar, das heute hier erleben zu dürfen.“

Raul Fernandez: „Ich bin zufrieden mit meinem Rennen und habe alles unternommen, um vielleicht doch noch Weltmeister zu werden. Den Titel habe ich nicht heute sondern bereits in früheren Rennen verloren. Aber unterm Strich war das eine fantastische Saison mit einem unglaublichen Team. Meine 8 Saisonsiege im ersten Jahr sind Rekord in der Moto2. Es fühlt sich ein wenig zwiespältig an: Ich habe das Rennen gewonnen, die WM verloren und bin trotzdem sehr happy.“

Pit Beirer: „Ein großartiger Moment. Zuerst gewinnen wir in der Moto3 alle drei Titel, dann haben wir diese zwei fantastischen Fahrer, die im letzten Rennen der Moto2 den Titel untereinander ausfahren und kommende Saison in die MotoGP aufsteigen – unser Fundament für die MotoGP in der Zukunft ist noch einmal solider geworden. Es ist verrückt, was sie diese Saison geleistet haben. Ich freue mich jetzt schon auf 2022 und gratuliere beiden Fahrern!“

Aki Ajo: „Sowohl in Moto2 als auch in Moto3 war das eine unglaubliche Saison für uns. Gute Ergebnisse sind stets das Resultat permanenter Verbesserung. Das wollen wir nie vergessen. Es ist ein wunderschöner Prozess, und heute ist unheimlich emotionaler Tag für uns alle. Remy ist Weltmeister, Raul hat gewonnen. Unser Job war, sie die gesamte Saison zu unterstützen, damit sie ihr Potenzial abrufen können. Es ist wichtig, aus jedem Einzelnen im Team das Beste herauszuholen und Dinge dabei nicht unnötig zu verkomplizieren.“

Ergebnis:

  1. Raul Fernandez (ESP) Red Bull KTM Ajo 25:38,612
  2. Fabio di Giannantonio (ITA) Kalex +0,517
  3. Augusto Fernandez (ESP) Kalex +0,786

10. Remy Gardner (AUS) Red Bull KTM Ajo +9,112

WM-Endstand: 1. Remy Gardner 311 Punkte (Weltmeister), 2. Raul Fernandez 307, 3. Marco Bezzecchi 214.

KTM MotoGP Academy / Moto3:

Weltmeister Pedro Acosta in letzter Runde im Kampf um den Sieg abgeschossen, Jaume Masia nach toller Aufholjagd auf Platz 3,  Deniz Öncü trotz Strafe auf Rang 5.

Pedro Acosta, der nächste Saison mit Red Bull KTM Ajo in die Moto2-WM aufsteigt, startete seinen letzten Moto3 GP von der Pole Position und hielt sich beständig im Spitzenfeld. Unglaublich die Performance von Jaume Masia (Red Bull KTM Ajo) und Deniz Öncü (Red Bull KTM Tech3): Aus dem hinteren Drittel des Feldes frästen sie durch das Feld bis nach vor an der Spitze. Zeitweise war das komplette Podium in oranger Hand.

Selbst ein Long-Lap-Penalty für Deniz Öncü (Track Limits) vermochte den Vorwärtsdrang des jungen Türken, der die beiden letzten Rennen pausieren musste, nicht zu bremsen. In der letzten Runde schob sich das Geschehen wie so oft in der Moto3 nochmals zusammen. Dennis Foggia setzte dabei einen Bremspunkt völlig falsch und zwang damit den außen fahrenden Pedro Acosta in einen Sturz, was später mit einer 3-Sekunden-Strafe geahndet wurde. Im finalen Sprint zur Ziellinie fixierte der in den letzten Rennen deutlich erstarkte Jaume Masia mit Platz 3 ein Podium, Öncü kam auf Platz 5 ins Ziel, und Ayumu Sasaki verabschiedet sich mit Rang 10 von Red Bull KTM Tech3.

Damit sicherte sich KTM nach Pedro Acosta (Fahrertitel) Red Bull KTM Ajo (Team-Meisterschaft) auch noch den Konstrukteurs-WM-Titel und somit das Triple in der kleinsten WM-Kategorie.

Jaume Masia: „Schwieriges Wochenende mit versöhnlichem Ausgang. Wir hatten an diesem Wochenende in jeder Session Probleme, darum musste ich dieses Rennen von Platz 23 aus starten. Doch heute war ich schnell und konnte um den Sieg kämpfen. Selbst wenn es Platz 1 nicht geklappt hat bin auch über das Podium glücklich und freue schon mich auf kommende Saison.“

Ergebnis:

  1. Xavi Artigas (ESP) Honda 38:30,302
  2. Sergio Garcia (ESP) GasGas +0,043
  3. Jaume Masia (ESP) Red Bull KTM Ajo +0,232

5.   Deniz Öncü (TUR) Red Bul KTM Tech3

10. Ayumu Sasaki (JPN) Red Bull KTM Tech3 +2,322

out Pedro Acosta (ESP) Red Bull KTM Ajo

WM-Endstand: 1. Acosta 259 Punkte (Weltmeister), 2. Foggia 213, 3. Garcia 188, 4. Masia 171, 9. Sasaki 120, 11. Öncü 95, 28. Holgado 2.

Brad Binder; Photographer:
Rob Gray (Polarity Photo)

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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