Salzburg/Corona-Virus: Noch nie waren so viele gleichzeitig infiziert

Neuinfektionen steigen weiter / Inzidenz bei den Ungeimpften fünf Mal so hoch wie bei geimpften Personen

Salzburger Landeskorrespondenz, 04. November 2021

(LK)  702 Neuinfektionen mit dem Corona-Virus seit gestern – nur an vier Tagen lag diese Zahl bisher höher. Und 5.345 aktiv infizierte Personen in Salzburg, noch nie seit Beginn der Pandemie waren es mehr als heute. „Das Infektionsgeschehen hat sich auf das gesamte Land ausgebreitet und nimmt in allen Bezirken weiter stark zu, ein Ende der Steigerung ist aus heutiger Sicht nicht zu erkennen“, fasst Landesstatistiker Gernot Filipp zusammen.

Die 7-Tage-Inzidenz in Salzburg steigt damit um fast 60 Punkte auf 661,8 (Stand: 4. November, 8.30 Uhr) und nähert sich immer mehr dem Höchststand vom vergangenen Herbst. Allein in der vergangenen Woche hat dieser Wert um rund 230 Punkte zugelegt. Bei der ungeimpften Bevölkerung liegt die 7-Tage-Inzidenz bei 1.300, jene der geimpften Bevölkerung bei rund 250. Die Reproduktionszahl liegt nun seit rund vier Wochen deutlich über eins und beträgt derzeit 1,26. Das heißt zehn infizierte Personen stecken fast 13 weitere an, das Virus breitet sich aus.

Covid-Patienten in elf Tagen verdoppelt

In den Spitälern ist ein weiterer Anstieg auf 126 Covid-Patienten zu verzeichnen. Laut medizinischem Krisenstab hat sich die Bettenbelegung auf den Covid-Normalstationen seit 24. Oktober mehr als verdoppelt, auf den Intensivstationen stieg in dieser Zeit die Belegung von 12 auf 16. Das Durchschnittsalter der Intensivpatientinnen und -patienten bleibt bei 65 Jahren. 77 Prozent auf der Normalstation und 80 Prozent auf der Intensivstation sind über 65 Jahre alt. Die jetzt angebotene Auffrischungsimpfung ist daher für diese Bevölkerungsgruppe besonders wichtig. Ihren Schutz auffrischen können aber alle ab 18 Jahre sechs Monate nach der Immunisierung.

7-Tage-Inzidenz bei Jugendlichen am höchsten

Bei den 10 bis unter 19-Jährigen ist die 7-Tage-Inzidenz mit 1.100 momentan am höchsten, bei den 20- bis 44-Jährigen liegt sie bei knapp 800, bei den 45- bis 59-Jährigen bei rund 640. Bei den über 60-Jährigen beträgt dieser Wert ebenfalls bereits rund 430 bei nach wie vor aufsteigender Tendenz. „Lange war die ältere Bevölkerung nicht so sehr von Neuinfektionen betroffen, aber es schwappt jetzt sozusagen auch auf diese Gruppen über“, so Filipp.

Flachgau fast bei 1.000er-Marke

Im Flachgau nähert sich die Sieben-Tages-Inzidenz der 1.000er-Grenze (952), gefolgt vom Tennengau (846), dem Pongau mit 708,9 und der Stadt Salzburg mit 488,4. Am geringsten ist sie im Pinzgau mit 344,8 sowie im Lungau mit 412,6. Nur mehr zwei Gemeinden von den 119 – Ramingstein und Tweng – haben keinen einzigen aktiven Fall.

Infektionsgeschehen in ganz Österreich dynamisch

Auf Bundesländerebene überholt Salzburg mit einer Sieben-Tages-Inzidenz von 661,8 Oberösterreich mit 660,5. Nur Niederösterreich liegt mit 463,4 noch knapp über dem Österreich-Schnitt von 430,1, am geringsten ist die Sieben-Tages-Inzidenz in Wien mit 248,9.

Erst 60,4 Prozent geimpft

Die Durchimpfungsrate in der Gesamtbevölkerung Salzburgs liegt mit Stand gestern, 3. November um 8.30 Uhr laut Landesstatistik bei nur 60,4 Prozent. Ziel, um auf weitere Maßnahmen verzichten zu können, wären 80 Prozent. Der Vergleich unter den Bezirken zeigt deutliche Unterschiede. Am höchsten ist die Durchimpfungsrate mit 63,1 Prozent im Pinzgau, gefolgt vom Pongau (62,6), Lungau (62,1), Stadt Salzburg (60,9) und dem Flachgau (59,7). Schlusslicht ist der Tennengau mit 55,9 Prozent und liegt damit ganze 7,2 Prozentpunkte hinter dem Pinzgau.

Ampelkommission tagt heute Nachmittag

Vergangene Woche hat die Corona-Ampelkommission für Salzburg erneut die Rotschaltung – „sehr hohes Risiko“ bestätigt. Heute entschied die Kommission, Salzburg und auch alle anderen Bundesländer Österreichs auf die Ampelfarbe „Rot“ zu schalten. LK_211104_61 (sm/mel)

Infografik Corona Covid 19 Stand: 04.11.2020. 08:30 Uhr web_infografik Aktive Fälle in Salzburg; Copyright
Land Salzburg
Infografik Corona Covid 19 Stand: 04.11.2020. 08:30 Uhr web_infografik Patienten in Salzburgs Spitälern; Copyright
Land Salzburg

Salzburgs Teststrategie basiert auf drei Säulen

Stationen des Roten Kreuzes / Apotheken / Gurgel-Tests für Zuhause

Salzburger Landeskorrespondenz, 03. November 2021

(LK)  „Die Einführung von 2,5G in vielen Bereichen beziehungsweise 2G in der Nachtgastronomie und bei großen Veranstaltungen sowie die erweiterte FFP2-Maskenpflicht war leider notwendig, um den vielen Corona-Neuinfektionen Herr zu werden. Die Impfung, die Zusatzmaßnahmen und die Auffrischungsimpfung für alle ab 18 Jahre ab sechs Monaten nach der zweiten Dosis entlasten das Gesundheitssystem“, so Landeshauptmann-Stellvertreter Christian Stöckl. Für die verschärften Maßnahmen ab 8. November ist Salzburg gerüstet, es gibt genügend Impfstoff und Möglichkeiten sowie ein umfassendes PCR-Testangebot.

„Es sind jetzt zwei Dinge in Bezug auf die Corona-Impfung besonders wichtig: Jene, die immer noch nicht gegen einen schweren Krankheitsverlauf geschützt sind, sollten dies dringend nachholen. Jene, vor allem die älteren Personen, bei denen die Wirkung jetzt nachlässt, sind aufgerufen, dringend den Schutz aufzufrischen. Beides ist in Salzburg möglich, es gibt genügend Impfstoff und auch Möglichkeiten, bei den Ärzten, in den Impfstraßen und bei den offenen Terminen“, unterstreicht Landeshauptmann-Stellvertreter Christian Stöckl.

PCR-Testangebot steht auf drei Säulen

Für jene, die noch nicht gegen das Corona-Virus geimpft sind oder jene, die sich zusätzlich noch testen möchten, gibt es in Salzburg ein umfangreiches, flächendeckendes und kostenloses PCR-Testangebot. Hier die Eckpunkte:

Kurcz: „Planen und Eigenverantwortung.“

Markus Kurcz, Leiter des Covid-Boards in Salzburg, stellt jedenfalls klar: „Durch die drei Säulen, auf denen unser Testangebot basiert, stellen wir die kostenlose und wohnortnahe Versorgung für alle in Salzburg sicher. Wichtig ist zu betonen, dass man bei den genaueren PCR-Tests ein wenig planen muss, denn das Ergebnis dauert rund 24 Stunden und die Laborkapazitäten sind fast ausgereizt“, so Kurcz. Und er fügt hinzu: „Wohnzimmertests zu hamstern macht überhaupt keinen Sinn, es wird Nachschub geben, solange dieser benötigt wird. Und je mehr Menschen sich impfen lassen, immer noch der effektivste Weg aus der Pandemie, umso weniger brauchen wir.“

PCR-Gurgeltests für zu Hause müssen sich einspielen

Ähnlich wie bei der Einführung der Antigen-Tests für Zuhause wird es durch den enormen logistischen Aufwand noch ein paar Tage dauern, bis sich das System einspielt und fehlerfrei funktioniert. „Man muss sich vorstellen, dass in den ersten paar Tagen mehr als 60.000 Testpakete, das sind 600.000 Einzeltests ausgegeben worden sind“, so Kurcz und er hat einen wichtigen Tipp: „Ein wenig Planung und eine Anmeldung beziehungsweise Registrierung ist bei allen PCR-Tests nötig. Auch das Ergebnis dauert, anders als bei den Antigentests, rund 24 Stunden, daher auch hier ein wenig vorausdenken, dann funktioniert es.“

Antigen-Tests für kleinere Zusammenkünfte

Auch wenn sie als Zutrittstest nicht mehr gelten, aber um seinen Corona-Status selber zu überprüfen und ein schnelles Ergebnis zu bekommen, dafür sind nach wie vor die Antigentests eine sehr gute Option – für zum Beispiel kleinere Familienfeiern und den Besuch bei Verwandten „Für den Kaffee bei der Oma oder den Geburtstag der Nichte – den Antigentest, den man noch zu Hause hat, kann man dafür gut verwenden“, so Kurcz. LK_211103_70 (mel/sm)

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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