Corona-Virus: Erst rund 60 Prozent der Salzburger vollimmunisiert

Pinzgau hat höchste Durchimpfungsrate, Tennengau Schlusslicht / Auffrischungsimpfung läuft plangemäß

Salzburger Landeskorrespondenz, 29. Oktober 2021

(LK)  337.814 Salzburgerinnen und Salzburger sind laut Landesstatistik (Stand: 29. Oktober 2021 um 8.30 Uhr) mittlerweile vollimmunisiert, das sind knapp über 60 Prozent der Gesamtbevölkerung. Zu wenig, damit nicht zusätzliche Maßnahmen notwendig sind. Besonders großen Aufholbedarf gibt es im Tennengau, die Durchimpfungsrate beträgt dort erst 55,6 Prozent, Ziel sind landesweit 80. „Morgen fahren beide Impfbusse durch den Tennengau und machen Halt in Adnet, Kuchl, Abtenau und Krispl. Es gab und gibt also genug Möglichkeiten und auch Impfstoff, um sich gegen einen schweren Krankheitsverlauf schützen zu lassen“, so Landeshauptmann-Stellvertreter Christian Stöckl.

Jela Prgic (leitende Pflegeperson und Beraterin SALK) und Oberärztin Fikreta Grabcanovic-Musija (Fachärztin für Lungenheilkunde) helfen Sprachbarrieren zu überwinden.
Copyright: Land Salzburg / Franz Neumayr

„Uns ist es immer noch wichtig, den Zugang zur kostenlosen Corona-Schutzimpfung so einfach wie möglich zu halten. Wir hoffen so, die Durchimpfungsrate zu steigern. Wir setzen aber auch auf weitere Informationskampagnen, wie aktuell den Postwurf, der das Wichtigste auch in mehreren Sprachen beinhaltet“, erklärt Landeshauptmann-Stellvertreter Christian Stöckl. Die Corona-Impfung schützt vor einem schweren Covid-Verlauf. Das hat sich in den vergangenen Monaten bestätigt und ist auch international belegt.

Dienten mit höchster Impfrate

Nicht nur zwischen den Bezirken unterscheidet sich die Durchimpfungsrate stark, sondern auch unter den Gemeinden. Dienten hat, bezogen auf die Bevölkerung ab 12 Jahren, mit 84,6 Prozent Vollimmunisierten den besten Wert, gefolgt von Rauris (81,7), Fusch (81,6), Dorfgastein (77,9) und Mauterndorf (77,8). Die Gemeinde Krispl mit 49,7 Prozent, gefolgt von St. Koloman (50), Scheffau (54,7), Muhr (55,2) und St. Georgen (57,8) haben dringenden Nachholbedarf.

Impf-Information überwindet Sprachbarrieren

Derzeit läuft die dritte Phase der Impf-Information des Landes in mehreren Sprachen. Das Land Salzburg bietet seit Monaten in mehreren Fremdsprachen Wissenswertes zur Corona-Impfung an. Im Landeskrankenhaus in der Stadt Salzburg sowie in der Christian-Doppler-Klinik gibt es außerdem eine Sprechstunde für Migrantinnen und Migranten. Diese richtet sich an Personen innerhalb der kroatisch-, bosnisch- und serbisch-sprachigen Bevölkerungsgruppen (kurz BKS). Dabei äußerst engagiert sind die Fachärztin für Lungenheilkunde Dr. Fikreta Grabcanovic-Musija sowie die leitende Pflegeperson und Beraterin Jela Prgic. Sie sind beide seit Jahrzehnten in Österreich und sprechen BKS. „Das ist wichtig, um diese Sprachbarrieren zu überwinden und mehr Menschen zur Impfung zu bewegen“, sind sich die beiden einig.

Auffrischungsimpfung (3. Stich)

Um ausreichend Schutz gegen das Corona-Virus zu haben, ist eine Auffrischungsimpfung nötig. Dafür gibt es klare Vorgaben des Nationalen Impfgremiums. Folgende Personen sollen eine Auffrischungsimpfung sechs bis neun Monate nach Abschluss der Vollimmunisierung erhalten:

  • Bewohnerinnen und Bewohner von Alten-, Pflege- und Seniorenwohnheimen
  • Personen mit Vorerkrankungen und hohem oder besonders hohem Risiko (gemäß Priorisierung des Nationalen Impfgremiums)
  • Personen über 65 Jahre
  • Personen, die zweimal mit dem Impfstoff von AstraZeneca geimpft wurden
  • Personal in Alten-, Pflege- und Seniorenwohnheimen, Personal im Gesundheitsbereich, Personal in der mobilen Pflege, Betreuung, Krankenpflege und 24-Stunden-Pflege sowie pflegende Angehörige und Personal in pädagogischen Einrichtungen (hier kann eine weitere Dosis bereits nach sechs Monaten verabreicht werden, spätestens aber nach neun bis zwölf Monaten).

Alle anderen Personen sollen eine Auffrischungsimpfung neun bis zwölf Monate nach Abschluss der Vollimmunisierung erhalten. Weitere Informationen dazu gibt es auch auf der Webseite des Landes.

Pusch: Impfung verhindert schwere Erkrankung und Tod

In Salzburg wird nun seit fast zehn Monaten die Covid-19-Schutzimpfung verabreicht, ihre Wirkung ist bestens belegt und unbestritten. „Alle Daten und Fakten sowie die Erfahrung aus den heimischen Spitälern zeigen deutlich, dass sie schwere Verläufe zum größten Teil verhindert, die Übertragung sehr stark eindämmt und der derzeit einzige Weg aus der Pandemie ist“, so der Impfkoordinator des Landes, Dr. Rainer Pusch. „Ja, es gibt Impfdurchbrüche. Wenn, dann gehen diese aber entweder ohne oder nur mit leichten Symptomen einher. Das hohe Risiko bei einer Erkrankung für Ungeimpfte ist einfach zu hoch, um auf eine Immunisierung zu verzichten“, warnt Pusch eindringlich.

Zulassung für Kinder ab fünf Jahre

Bisher ist der Impfstoff von Biontech/Pfizer in der EU ab zwölf Jahren zugelassen. Das könnte sich bald ändern. „Die Europäische Arzneimittelbehörde will frühestens Ende November eine Entscheidung dazu treffen, die Studienunterlagen hat sie bereits in Begutachtung. Salzburg wäre auf alle Fälle dafür schon bereit. Es stehen genug Impfdosen und Kapazitäten zur Verfügung“, so Pusch.

Fünf gute Gründe für die Corona-Impfung

  • Gut für Dich selber: Bestmöglicher Schutz vor schweren Krankheitsverläufen und vor Langzeitfolgen wie Long Covid.
  • Gut für Deine Familie und Freunde: Geringeres Risiko, das Virus zu übertragen und andere anzustecken.
  • Gut für die Gesundheitsversorgung: Entlastung der Spitäler, damit keine Operationen und Behandlungen verschoben werden müssen.
  • Gut für Arbeit, Bildung und Veranstaltungen: Möglichst sicheres und „normales“ Schul-, Berufs- und Sozialleben.
  • Gut im Kampf gegen die Pandemie: Weniger Chancen für Virus-Mutationen und effektivster Weg aus der Pandemie.

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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