Lebensmittel „um’s Eck“ erobern Gemeinschaftsküchen

Corona steigerte Nachfrage nach Regionalem aus Salzburg / Bauern wichtige Nahversorger und Qualitätsgaranten

Salzburger Landeskorrespondenz, 15. Oktober 2021

(LK)  Regionalität ist Trumpf. Dieser Trend wurde von der Pandemie verstärkt. Das spüren auch die Gemüsebauern in Wals, wo Karin und Johann Hasenörl auch im Herbst noch täglich im Folienhaus und auf dem Feld des Fraidlguts tausende Gemüsepflanzen setzen, pflegen und ernten. Mehr davon auf die heimischen Teller bringen will auch das Land Salzburg. „150.000 Menschen im Bundesland essen täglich außer Haus. Unser Ziel ist es, den regionalen, sowie biologischen Lebensmittelanteil in der Gemeinschaftsverpflegung deutlich zu steigern“, betont Landesrat Josef Schwaiger beim Besuch der Walser Nahversorger.

Karin und Johann Hasenörl ziehen hochwertiges Gemüse von der Kartoffel über Kraut bis zu Kräutern und Setzlingen. Sie verkaufen diese ab Hof, auf dem Markt und über den Großhandel und bieten über das ganze Jahr hinweg ein breites Angebot. „Wir wollen die hochwertigen regionalen Lebensmittel noch viel stärker in Betriebs-, Schul-, Spitalsküchen und Kantinen bringen. Deshalb haben wir die Betreiber auch hierher nach Wals eingeladen, um sich persönlich von der Qualität der bäuerlichen Produkte überzeugen zu können“, betont Landesrat Josef Schwaiger.

Betriebsbesuch bei Fraidlgut Gemüseproduktionsbetrieb Wals Foto: Land Salzburg/Neumayr/Hofer 14.10.2021 im Bild: Johann Hasenöhrl, Karin Hasenöhrl, LR Josef Schwaiger

Hälfte der Lebensmittel soll regional sein

Das Land hat ein konkretes Ziel: Zumindest die Hälfte der Rohstoffe in der Gemeinschaftsverpflegung soll regional sein, der Bio-Anteil bis zum Jahr 2025 auf 30 Prozent steigen. „Der Wert von Lebensmitteln die in der Region oder biologisch produziert werden, muss sichtbar gemacht werden. Wo, wenn nicht in öffentlichen Küchen oder Kantinen gelingt das am besten?“, sagt Landesrat Josef Schwaiger. „Unsere Landwirte und das heimische Lebensmittelhandwerk sind der Garant dafür, dass die Qualität stimmt und nachhaltig gearbeitet wird. Für eine lückenlose Kontrolle und damit Vertrauen bei den Konsumenten sorgen wir mit dem SalzburgerLand Herkunftszertifikat“, so Schwaiger.

Regionales gefragt wie nie

Am Fraidlgut in Wals wird auf Feldern sowie in Glas- und Folienhäusern ganzjährig Gemüse angebaut. Der seit Generationen bestehende Familienbetrieb hat ein breites Sortiment, das immer gefragter ist. „Besonders in der Corona-Zeit kamen immer mehr Leute, wollten Erdäpfel und Karotten und vieles mehr kaufen und haben sich auch ganz stark dafür interessiert, woher die Lebensmittel kommen“, erzählt Karin Hasenörl vom Fraidlgut. „Wir haben nach 15 Jahren wieder mit dem Ab-Hof-Verkauf begonnen, weil die Nachfrage so stark war“, ergänzt die Gemüsebäuerin, der man die Freude am Beruf und am großen Interesse der Konsumenten deutlich ansieht.

Gebündeltes Angebot für Gemeinschaftsküchen

„Wir können eine große Bandbreite an Gemüse im Sommer wie im Winter anbieten, weil wir auch in den Folienhäusern anbauen. Ob es jetzt Fenchel, Kürbis oder Kräuter sind, sogar Melonen wachsen bei uns, da können die Küchen auf jeden Fall zugreifen bei uns“, betont Karin Hasenörl. Ähnlich ist die Situation bei vielen anderen landwirtschaftlichen Betrieben im Bundesland. „Wir bündeln das Angebot nun, die Betreiber der Gemeinschaftsküchen haben nicht die Zeit von Landwirt zu Landwirt zu gehen und die Produkte einzusammeln. Wir schnüren ein Paket für sie und das können sie dann in Anspruch nehmen, zum Teil wird es schon sehr gut genutzt“, so der Landesrat.

Kontrollierte Qualität

In Salzburg werden die Träger der Gemeinschaftsverpflegung auf Wunsch individuell vom Salzburger Agrar-Marketing beraten. „Wir haben zwei Projekte als Basis, das Herkunftszertifikat, mit dem der Weg der Produkte genau nachvollziehbar ist, und das Programm der Landwirtschaftskammer ‚Gut zu wissen‘, das für kontrollierte Transparenz bei der Lebensmittelherkunft in Küchen und Kantinen sorgt“, betont Geschäftsführer Günther Kronberger und ergänzt: „Wir beraten laufend, wie der Regional- und Bioanteil erhöht werden kann und arbeiten eng mit den Beteiligten zusammen. Einen erhobenen Zeigefinger gibt es bei uns bei diesem wichtigen Thema nicht.“

Plattform „Österreich isst regional“

Mehr regionale und Bio-Lebensmittel auf den heimischen Tellern hat sich auch die Bundesregierung zum Ziel gesetzt und gemeinsam mit den Ländern das Forum „Österreich isst regional“ ins Leben gerufen. Bei Veranstaltungen in allen Bundesländern werden die Kräfte gebündelt, um hochwertige Lebensmittel aus den Regionen noch stärker in Gemeinschaftsküchen zu positionieren. Zudem werden Knowhow und Erfahrungen mit Produzenten und Betreibern von Küchen ausgetauscht.

Enge Zusammenarbeit mit Bundesbeschaffungsagentur

Das Bundesministerium und die Bundesländer arbeiten eng mit der Bundesbeschaffungsagentur zusammen. Ausschreibungen von Großküchen sollen so formuliert werden, dass die Regionalität in entsprechender Weise bewertet wird. Dies ist die Voraussetzung dafür, kurzen Transportwegen und der hohen Qualität unserer bäuerlichen Produzenten den Vorrang zu geben, anstatt billigeren Lebensmitteln aus dem Ausland.

Betriebsbesuch bei Fraidlgut Gemüseproduktionsbetrieb Wals Foto: Land Salzburg/Neumayr/Hofer 14.10.2021 im Bild: LR Josef Schwaiger, Johann Hasenöhrl, Karin Hasenöhrl, Katharina Maierhofer (BMLRT), Stefan Wurm (BBG), Gerhard Weiner (BBG)

Quelle: Land Salzburg

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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