Große Schritte zum Klimaziel auf lokaler Ebene

45 Gemeinden sind aktuell ölfrei / St. Johann erreicht mit „5e“ höchste Auszeichnung

Salzburger Landeskorrespondenz, 15. Oktober 2021

(LK)  „Wenn wir unsere Klimaziele erreichen wollen, dann müssen alle mithelfen“, betont Landeshauptmann-Stellvertreter Heinrich Schellhorn immer wieder. Und genau das macht Salzburg. Acht Kommunen bestätigen ihren Status als e5-Gemeinde oder holen noch ein „e“ mehr heraus. St. Johann im Pongau erreicht mit dem fünften „e“ die höchste Auszeichnung. Drei Gemeinden werden neu aufgenommen. Und mit den zehn neuen dürfen sich ab sofort 45 Gemeinden als ölfrei bezeichnen.

„Nur mit Engagement und Überzeugung, ganz besonders auf lokaler Ebene, werden wir unsere dringend notwendigen, aber auch herausfordernden Schritte umsetzen können. Das Ziel der Klima- und Energiestrategie SALZBURG 2050 ist, unser Bundesland bis zum Jahr 2050 energieautonom zu machen. Das kann nur miteinander und mit dem Zutun aller erreicht werden. Die Gemeinden sind hier wichtige Partner, Multiplikatoren und Vorbilder“, lobt Landeshauptmann-Stellvertreter Heinrich Schellhorn beim Energie-Gemeindetag kürzlich in Anif deren Einsatz und betont: „Zum Wort ‚Gemeinde‘ gehört ‚gemeinsam‘.“

45 Gemeinden sind ölfrei

Zwölf Gemeinden dürfen sich ab sofort als ölfrei bezeichnen. Damit sind es landesweit nun insgesamt 45, davon 21 mit Gold- und 24 mit Silber-Auszeichnung. Die neu dazugekommenen Gemeinden sind Dorfbeuern, Dorfgastein, Lofer, Seeham, St. Koloman und Straßwalchen (Gold) sowie Berndorf, Hallein, Kleinarl, Leogang, Saalfelden und Zederhaus (Silber). „Gold“ gibt es, wenn alle kommunalen Gebäude wie Schulen, Kinderbetreuungsstätten, Wohnhäuser für Seniorinnen und Senioren, Wirtschafts-und Recyclinghöfe sowie Verwaltungsgebäude zur Gänze mit erneuerbarer Wärme versorgt werden. „Silber“ gibt es, wenn alle kommunalen Gebäude zur Gänze erdölfrei geheizt werden, das heißt, Gas- und Stromheizungen sind erlaubt. Das sind wichtige Indikatoren wie auch die „e“-Auszeichnungen für die Gemeinden.

„5e“ für St. Johann

Das neue Verkehrskonzept im Stadtzentrum von St. Johann fand ebenso eine Anerkennung wie der kostenlose Citybus und das Carsharing mit E-Fahrzeugen. Die Gemeindegebäude sind sehr energiesparend im Betrieb. Photovoltaikanlagen und Trinkwasserkraftwerke sorgen für Eigenstromversorgung. Das brachte der Pongauer Bezirkshauptstadt mit dem fünften „e“ die höchste Auszeichnung.

Viertes „e“ für Berndorf und Bruck

Zwei Gemeinden erhielten ein zusätzliches „e“ und erreichen damit erstmals den Status von „4e“. Berndorf punktet mit der Umstellung von Öl und Gas auf Biowärme. Sowohl im Amtsgebäude als auch bei Volkschule und Kindergarten liefern Pelletsheizungen seit heuer Wärme aus erneuerbaren, regionalen Quellen. In Bruck an der Großglocknerstraße brachten der neue Kindergarten in Holzbauweise, die Solaranlage auf dem Schwimmbad sowie kommunale E-Fahrzeuge eine zusätzliche Anerkennung.

Viele Gemeinden sind Vorbild

Drei Gemeinden wurden und werden neu in das e5-Programm aufgenommen: Obertrum, Bürmoos und Hallein, das kürzlich den Beschluss zur Aufnahme fasste. Fünf Gemeinden konnten aufgrund ihrer langjährigen Beteiligung im e5-Programm auf zahlreiche Erfolge verweisen und wurden mit „4e“ bestätigt:

  • Taxenbach ist seit mehr als zehn Jahren als energieeffiziente Gemeinde aktiv und setzt besonders auf die Einbindung der Schulen.
  • Thalgau verfügt mit der neuen Feuerwehr aus Holz über ein besonders nachhaltiges Gebäude. Die Begegnungszone im Ortszentrum gilt als Beispiel, wie Straßenraum gleichberechtigt organisiert und gestaltet werden kann.
  • In Thomatal versorgt eine zentrale Heizanlage alle öffentlichen Gebäude im Ortzentrum mit Wärme. In zahlreichen Privatgebäuden gelang die Umstellung von Öl auf Pellets.
  • In Werfenweng ist über die erneuerbare Wärmeversorgung hinaus auch die Mobilität klimafit aufgesetzt: Elektrofahrzeuge übernehmen viele touristische Transportdienste.
  • Die Bezirkshauptstadt Zell am See kann mit dem Sonnengarten Limberg auf ein besonders energiesparendes und sozial organisiertes Wohnquartier verweisen. Auf dem Hallenbad und auf dem Krankenhaus wurden große Photovoltaikanlagen installiert.

Bekanntes Gütesiegel

„Eine energieeffiziente Gemeinde sein, ist längst ein bekanntes Gütesiegel. Es bestätigt, dass eine Kommune konsequent den umwelt- und klimafreundlichen Weg geht. Bei der Begleitung im e5-Programm leisten das SIR – Salzburger Institut für Raumordnung und Wohnen und das Energiereferat des Landes hervorragende Arbeit. Sie beraten und begleiten alle interessierten Gemeinden auf ihrem Weg in eine enkeltaugliche Zukunft“, so Schellhorn, der die Gemeinden einlädt, am e5-Programm teilzunehmen.

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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