FinTechs als Herausforderung für Banken und Versicherungen

FinTechs gewinnen Marktanteile und erhöhen den Wettbewerbsdruck

Die Digitalisierung hat unsere Wirtschaft fest im Griff und insbesondere der Finanzmarkt ist von neuen Informationstechnologien geprägt. Die Covid-19-Krise hat die Forcierung digitaler Lösungen weiter verstärkt. Angesichts der wachsenden FinTech-Szene geraten Banken und Versicherungen immer stärker in ein Spannungsfeld. „Wir sind zunehmend mit einer FinTech-Szene konfrontiert, die immer stärker in unsere Geschäftsfelder eintaucht. Sei es durch digitale Technologien im Datenmanagement, die Nutzung neuer Software im Bereich des Asset Managements oder neue Produkte unter Nutzung von Big Data und künstlicher Intelligenz“, erläutert Michaela Keplinger-Mitterlehner, Obfrau der WKOÖ-Sparte Bank und Versicherung.

Dem Weg zu mehr Digitalisierung stehen die Banken und Versicherungen positiv gegenüber. Noch aber sind diese mit massiven Digitalisierungshindernissen konfrontiert, eine rein digitale Geschäftsabwicklung ist aktuell daher nicht möglich. Die FinTechs hingegen bereiten diese rein digitalen Prozesse mit hoher Geschwindigkeit auf. Teilweise agieren diese aber außerhalb des Rahmens der Aufsichtsbehörden. Mit der „Regulatory Sandbox“ hat die österreichische Finanzmarktaufsicht für FinTechs eine Form geschaffen, in welcher sich zumindest in Österreich potenzielle FinTechs unter Aufsicht einer regulierten Marktzulassung stellen. Keplinger-Mitterlehner: „Wir Banken und Versicherungen sehen dies als riesige Chance für Kooperationen, damit bevorstehenden Transformationsprozesse in vielen Bereichen der Bank- und Versicherungswelt strukturiert über die Bühne gehen können.“

Israel und die Schweiz bieten FinTechs einen guten Nährboden und spielen in der Welt des digitalen Finanzwesens eine maßgebliche Rolle. Im Rahmen einer virtuellen Reise zu diesen Standorten konnten Einblicke in die aufstrebende Welt der FinTechs gewonnen werden.

Die Digitalisierung im Finanzbereich birgt neben Chancen auch Risiken, die sich durch komplexe Produkteigenschaften und vor allem deren leichte Verfügbarkeit ergeben. Beim Erwerb durch nur einige wenige, manchmal auch unüberlegte Klicks, die zu jeder Tages- und Nachtzeit bequem von zu Hause vorgenommen werden können, kann es zu folgenschweren Fehlentscheidungen kommen. Um eine fundierte Anlageentscheidung treffen zu können, müssen sich Verbraucher mit den angebotenen Informationen auseinandersetzen und in der Lage sein, diese zu verstehen. „Diesen Auftrag können etablierte Banken und Versicherungen im Sinne der Kunden erfüllen und bei Beratungen optimal passende Angebote für Anleger finden, die auf deren Finanz- und Lebenssituation abgestimmt sind“, so Spartenobfrau Keplinger-Mitterlehner abschließend.

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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