Salzwelten Salzburg am Dürrnberg feierlich eröffnet.

(Hallein, 8.10.2021) Im Beisein von Landeshauptmann Stellvertreter Dr. Christian Stöckl, Bürgermeister Alexander Stangassinger, Generalvikar Mag. Roland Rasser, Vorstandsvorsitzenden der Salinen Austria AG Dr. Hannes Androsch sowie zahlreichen Ehrengästen wurden die Salzwelten Salzburg am 8. Oktober mit einem Festakt offiziell eröffnet.

Salz, die Essenz des Lebens

In den letzten Jahren wurden über 40 Millionen Euro am Dürrnberg investiert. Zum gesamten Angebot gehören das völlig neugestaltete Schaubergwerk, das originalgetreue Keltendorf, das im Zuge der Modernisierung zum „Kelten.Erlebnis.Berg“ gewachsen ist und die bisher einzige Schausaline Österreichs, die Salz-Manufaktur. Diese drei authentischen Attraktionen zusammen garantieren einen lehrreichen und unterhaltsamen Ausflug für Jung und Alt.
„In diesen nicht nur wirtschaftlich schwierigen Zeiten ist diese große Investition ein klares Bekenntnis zum Standort in Hallein. Im Bergbau und in den Salzwelten sind dort rund 50 Personen beschäftigt. Besonders erfreulich ist, dass die alte Salinentradition am Dürrnberg durch die Salz-Manufaktur wiederbelebt wird“ so Dr. Androsch, Aufsichtsratsvorsitzender der Salinen Austria AG.

In den Salzwelten Salzburg wird der gesamte Kreislauf des lebensnotwendigen Minerals Salz gezeigt: Von der Entstehung der Lagerstätte über modernen und historischen Abbau bis hin zur Salzproduktion direkt am Gelände, seiner Verwendung und wieder Rückführung in die Natur.

Schaubergwerk – Salzgeschichte neu erzählt

Seit über 2.600 Jahren wird am Dürrnberg Salz abgebaut. Die dazugehörende Siedlung am Dürrnberg war von überregionaler Bedeutung, Salzburg hingegen noch ein verschlafenes Fischerdorf. Die Keltenzeit wurde im Zuge der Neuinszenierung als eine von vier Epochen herausgegriffen und den Gästen nähergebracht.
Ein weiterer Meilenstein am Dürrnberg war die Erfindung des „nassen Abbaus“ im Mittelalter. Kammern im Berg werden mit Süßwasser gefüllt, das Wasser löst das Salz aus dem Gestein. So entsteht die Sole, die damals herausgeschöpft und über Rinnen aus Holz zur Saline in Hallein geleitet wurde. Dieser Vorgang wird mit modernsten Mitteln den Gästen in einer eigenen Schaustelle nähergebracht.
In der Barockzeit wurde dieses Verfahren zu sogenannten „Ablasswerken“ verfeinert. Die Sole musste nun nicht mehr geschöpft werden, sondern wurde in den darunterliegenden Horizont abgelassen. Dadurch ergab sich eine gewaltige Effizienzsteigerung, die den Fürsterzbischöfen von Salzburg enorme Gewinne bescherten. Noch heute zeugt die barocke Pracht der Stadt Salzburg von diesem Reichtum. Diese Epoche wird den Gästen der Salzwelten Salzburg durch eine unvergessliche Floßfahrt über den unterirdischen Salzsee vermittelt.
In Österreich werden durch die Salinen Austria AG bis heute rund 1,2 Millionen Tonnen jährlich Salz abgebaut. Dieser moderne Salzabbau in Altaussee, Hallstatt, Bad Ischl, aber auch Hallein, nimmt einen zentralen Platz in der Neuinszenierung ein.

Diese vier, für das Bundesland Salzburg wichtigen Epochen, wurden mit modernster Ausstellungstechnik zu einem Gesamterlebnis verwoben. Durch die Bergmannsrutschen und die Fahrt mit der Grubenbahn sorgt der Besuch für bleibende Erinnerungen.

„Kelten.Erlebnis.Berg“

Er bildet das Herzstück des obertägigen Angebots. Dort findet sich das originalgetreue Keltendorf samt Salz-Manufaktur. Wissenschaftlich begleitet wurden die begehbaren Hütten modernisiert. Das neu gestaltete Info-Center am „Kelten.Erlebnis.Berg“ zeigt im Zeitraffer die spannende Siedlungsgeschichte am Dürrnberg samt exaktem Stollenmodell.

Durch die neue AR Forscher-APP wird neben den physischen Exponaten spielerisch die Arbeitswelt der Kelten für alle erlebbar. Wie bei einer Schnitzeljagd können kleine Aufgaben am eigenen Smartphone gelöst werden. So wird auf unterhaltsame Weise wissenswertes über die Kelten am Dürrnberg vermittelt. Diese Forscher-APP ist in einen modernen Destination-Guide eingebunden. Ein Themenspielplatz für Kinder rundet das Angebot ab.

Hallein wieder Salinenstadt – die Salz-Manufaktur

In Österreichs einziger Schausaline wird aus Dürrnberger Natursole das hochwertige Gourmetsalz BAD ISCHLER Salzzart der Salinen Austria AG hergestellt. Obwohl der industrielle Betrieb 1989 eingestellt wurde, fließt nach wie vor reinste Sole direkt aus den uralten Stollen. Durch die schonende Laugung im Berg, die aufwändige Produktion und die geringe Ausbeute ist dieses Pfannensalz ein exklusives Gourmetprodukt. Nur am Dürrnberg können Gäste den pyramidenförmigen Salzkristallen beim Wachsen zusehen und dem Pfannmeister ihre Fragen stellen.
„Die Salzwelten Salzburg bieten ein stimmiges Erlebnis für einheimische Familien und internationale Gäste gleichermaßen. Wir haben mit führenden Agenturen und Architekten zusammengearbeitet und bieten ein Erlebnis, das sich international messen kann“ freut sich Kurt Reiter, Geschäftsführer der Salzwelten GmbH.

Die Neugestaltung der Salzwelten Salzburg durch the next ENTERprise Architects Pressedossier Oktober 2021

Die komplette Neugestaltung des wahrscheinlich ältesten Schaubergwerks für weißes Gold durch the next ENTERprise Architects schafft ein neues und zeitgenössisches Erlebnis für die Besucher*innen.

Ausgangslage

Die Salzwelten Salzburg, eine seit 1568 öffentlich zugängliche und mit mehr als 200.000 Besucher*innen pro Jahr beliebte kulturelle Attraktion, sollten neugestaltet und reorgani- siert werden. Am Gebäudeensemble war viele Jahre hindurch kleinteilig zugebaut oder umgestaltet worden, was zu unübersichtlicher Logistik und mangelnder Zirkulation der Besucher*innen geführt hatte. Für ein neues und umfassendes Gesamtkonzept wurden mittels eines Dialog-Verfahrens das renommierte Wiener Architekturbüro the next ENTERprise Architects ausgewählt. Im März 2020 wurde die Neuinszenierung Salzwelten Salzburg eingereicht und in den darauffolgenden Monaten, trotz Pandemie und der damit einhergehenden Verlangsamung der Planungs- und Bauprozesse, im vorgegebenen Zeitplan fertiggestellt. Somit wurde in nur 18 Monaten ab der Beauftragung ein ganzheitli- ches Projekt realisiert, das umfangreiche Renovierungen, verschiedene Um- und Zubauten sowie eine neue Zirkulation der Besucher*innen umfasst. Die Neugestaltung und Neuinsze- nierung der Salzwelten Salzburg haben the next ENTERprise Architects gemeinsam mit Sabine Dreher / Liquid Frontiers und Matthias Hosp / ARTFABRIK umgesetzt.

Ein neues Gesamtensemble

Im Vordergrund des Umbaus „Ober Tage“ standen die natürliche Orientierung, die Imple- mentierung zeitgemäßer Services und die Optimierung der Abläufe mit dem Ziel, die Besucher*innenfrequenz zu erhöhen und die atmosphärischen Qualitäten zu stärken. Das Einbringen von neuen Displays lädt, wenn es die Zeit erlaubt, zum Lustwandeln auf dem Areal ein. Die Bestandsgebäude wurden behutsam durch verbindende Elemente, darunter eine neue einheitliche Überdachung inkl. Wegführung sowie großzügige Öffnungen und Erweiterungen, zu einem zusammenhängenden Ganzen gefasst. Dabei wurde die über die Zeit gewachsene charakteristische Heterogenität der Salzwelten Salzburg durch zeitgenös- sische Elemente ergänzt und zu einem schlüssigen und eindrücklichen Gesamtensemble verwoben.

Einzelne Bereiche des Rundgangs als „Inselformationen“

Empfangen durch den überdachten Info-Terminal beim Parkplatz, gelangen die Besu- cher*innen über den weithin sichtbaren trichterförmigen Eingang, der den industriellen Charakter des Bergwerks aufgreift, in das neue multifunktionale Besucher*innenzentrum. Das historische Bestandsgebäude wurde von nachträglichen Einbauten befreit, die Fassade punktuell geöffnet und die beeindruckende Holzkonstruktion bis zum Dach freigelegt. Der nun großzügige und luftige Raum beinhaltet neben dem zentral platzierten Infodesk mit Ticketing, Lounge und Infrastruktur verschiedene Vitrinen, Info-Wände sowie ein großes 3D-Modell des Salzbergbaus Bad Dürrnberg, das zur inhaltlichen Einstimmung auf die Bergwerkstour dient. Ausgestattet mit Ticket und Informationen betritt man die mit bunten Gläsern überdachte neue Outdoor-Plaza, die sowohl als Treffpunkt wie auch als Verteiler fungiert. Von hier lassen sich zwei Wege nehmen: Zum Bergeinfahrtsgebäude mit Tour- Start, Bistro und Shop oder zum Freilichtmuseum, dem „Kelten. Erlebnis. Berg“ mit ange- gliederter Salz-Manufaktur und Kinderspielplatz.

Das Keltendorf ist bereits von der neuen Plaza aus zu erkennen und ist, unterstützt durch Bodenmarkierungen für die Besucher*innen, barrierefrei zu erreichen. Der zweite Weg führt über eine Brücke in das sogenannte historische Bergeinfahrtsgebäude mit neu ausgestattetem Bistro und Blick in die Ferne. Hier sammeln sich die Besucher*innen für die gebuchte Führung.

Die Führung startet „Ober Tage“ mit einem Einführungsfilm im eigens gebauten und gestalteten Preview-Raum. Nach dem Anlegen der erforderlichen Schutzkleidung in der mit bequemen Sitzgelegenheiten und Schließfächern ausgestatteten Garderobe sind die Gäste für die Führung im Schaubergwerk „Unter-Tage“ bereit. Nach der Führung und Abgabe der Schutzkleidung werden die Besucher*innen über den neu adaptierten und baulich erweiterten Shop entlassen oder stärken sich im gemütlichen Bistro mit Blick oder wandern noch weiter zum „Kelten. Erlebnis. Berg“ mit Spielplatz. Diese einzelnen, neuen Bereiche der Salzwelten Salzburg schaffen als „Inselformationen“ sowohl eine Verbesse- rung der Aufenthaltsqualität und Orientierung als auch ein breiteres Angebot von Informa- tion, Kulinarik und Erholung.

Kristalline und orangefarbene Akzente

Formal lehnt sich die Neugestaltung an die Ingenieursarchitektur im Bergbau an. So ist der trichterförmige Zugang zum Besucher*innenzentrum beispielsweise von der Konstrukti- onsweise eines Schachtes inspiriert und gekalkte Massivholzbalken verleihen dem Bestand edle Robustheit und Leichtigkeit. Die gewählten Materialien und Farben orientieren sich am kristallinen und orangefarbenen Charakter des Salzsteins sowie an den Stollen- und Industriebauten des Bergwerks mit seinen Holzbohlen und Stahlkonstruktionen. Dies zieht sich durch alle Räume des Besucher*innenbereichs und schafft bereits vor dem Besuch des Stollens eine inspirierende Atmosphäre für die Gäste.

Zwischen Wunderkammer, Grubenbahn und unterirdischem Salzsee

Das Schaubergwerk „Unter Tage“ wurde federführend von Sabine Dreher vom Büro Liquid Frontiers konzipiert und in Zusammenarbeit mit der Medienproduktion ARTFABRIK neu inszeniert. Unter Berücksichtigung des Vermittlungsauftrags der benachbarten UNESCO-Weltkulturerbestätte Hallstatt, wurde ein Konzept entwickelt, das auf unterhalt- same Art und Weise die Geschichte des ältesten Schaubergwerks der Welt integer und authentisch erzählt. Vier Epochen des Salzabbaus (Gegenwart, Barock, Mittelalter, Eisenzeit) werden hier in Form von multimedial gestalteten Schaukammern erläutert. Diese Zeitreise erfolgt abwechselnd über eine Fahrt mit der Grubenbahn, zwei Bergwerksrut- schen sowie einer Floßfahrt über den unterirdischen Salzsee. Die reduzierte, moderne Ästhetik der Schaukammern, mit eigens entwickeltem Lichtkonzept und eindrucksvoll inszenierten Salzskulpturen, bietet ein zeitgenössisches Besucher*innenerlebnis und macht die Salzwelten Salzburg zu einer einzigartigen Erfahrung.

Wie präsentierten sich die Salzwelten vor dem Umbau? Wie war der Ausgangspunkt und wie ging der Planungsprozess vonstatten?

EJ. Fuchs: Die Salzwelten Salzburg (ehemals Hallein) sind ein industriell geprägtes, heteroge- nes Gefüge aus unterschiedlichen Jahrzehnten, das vor dem Umbau über eine unzureichende Logistik verfügte und keine gute Besucher*innenzirkulation aufwies. Daher war eines der Ziele der Neuinszenierung, ein optimiertes Leitsystem für Besucher*innen zu entwickeln. Im Zuge eines intensiven Dialog-Verfahrens mit mehreren Workshops mit den Auftraggebern, wurde das neue Konzept mit klaren Vorgaben erarbeitet.

Wie wurde die räumliche Verbindung der heterogenen Bereiche am Areal erreicht?

EJ. Fuchs: Die verbindende Dimension war aus zweierlei Gründen wichtig: Zum einen sollte die Zirkulation und Orientierung verbessert werden, um die Besucher*innenfrequenz zu steigern, zum anderen sollte die allgemeine Visitor Experience verbessert werden, die an der ehemals mangelnden Orientierung stark gelitten hatte. Das Verbindende wurde einerseits durch gezielt gesetzte bauliche Maßnahmen, darunter punktuelle Zubauten, Raumöffnungen sowie Über- dachungen und andererseits durch ein übergeordnetes Farb- und Materialkonzept (z.B. beim Bodenbelag) erreicht. So konnten wir das Gesamtensemble übersichtlich verbinden ohne den Charme der durch die Zeit gewachsenen Heterogenität zu verlieren.

Welche gestalterischen Ansätze wurden bei der architektonischen Neuinszenierung der Salzwelten Salzburg verfolgt?

EJ. Fuchs: Es wurde der Versuch unternommen, die „salzige Umgebung“ assoziativ durchgän- gig erlebbar zu machen. Die Farbe des Salzsteines und das Glänzende im Salz, das beim Salzabbau nahezu aufblitzt, wird beispielsweise in den perforierten Profilmetallfassaden, sowie den weißsilbrig schimmernden Stahlkonstruktionen und orangefarbenen Glasplatten, formal aufgegriffen. Weiters sorgt die Kombination von gekalktem Holz mit anderen Materialien, darunter Weißaluminium und die mineralische Platinbeschichtung des Estrichs bei den Böden, für eine entsprechende „salzige“ Raumatmosphäre.

Was war Ihr persönlicher Reiz am gesamten Projekt? Welchen Eindruck wird Ihrer Ansicht nach, der Umbau auf die Besucher*innen machen?

EJ. Fuchs: Die gesamtheitliche Betrachtung auf das Areal und wie durch das Weiterbauen etwas völlig Neues entsteht und das Alte gleichzeitig gestärkt wird, war bei diesem Projekt die Herausforderung und der Reiz. Das aus dem unübersichtlichen Konglomerat etwas Neues und Eigenständiges entstanden ist, stellt einen großen Mehrwert für die Salzwelten Salzburg dar. Die Besucher*innen erwartet ein niveauvolles und abwechslungsreiches Raumerlebnis. Dem Ort wurde durch den Umbau eine zeitgemäße Raumkultur zugeführt, die nicht nur der Funktio- nalität verpflichtet ist, sondern auch über eine lustvolle Leichtigkeit verfügt. Vor allem die neue überdachte Plaza wird bei den Besucher*innen für Aufsehen sorgen – der Blick nach oben durch die bunte Glasdecke auf Wolkenformationen am Himmel, wird manch einen an den Blick durch die Skibrille erinnern!

Was war die Motivation hinter der Neuinszenierung der Salzwelten Salzburg?

S. Dreher: Bei einer Besucher*innenfrequenz von mehr als 200.000 Gästen pro Jahr stellt sich die Frage, wie man im Jahr 2021 ein service-orientiertes Besucher*innenerlebnis mit einem unterhaltsamen Vermittlungsauftrag in Einklang bringen kann. Dabei war es uns wichtig, das authentische Bergwerkserlebnis in den Vordergrund zu stellen und dieses punktuell mit analoger und digitaler Inszenierung zu erweitern.

Was sind die Besonderheiten des Projekts gerade im Hinblick auf das kuratorische Konzept?

S. Dreher: Die drei Schaubergwerke der Salinen Austria AG, Altaussee, Hallstatt und Salzburg, sind archäologische Forschungsstätten mit einem klaren Bildungs- und Vermittlungsauftrag zur 7000-jährigen Geschichte des Salzbergbaus in Österreich. Gleichzeitig handelt es sich bei den Salzwelten um gewinnorientierte Freizeitattraktionen, bei denen der Unterhaltungsaspekt im Vordergrund steht. Die Herausforderung besteht darin, kulturelles Erbe und Massentourismus durch ein zeitgemäßes Ausstellungs- und Vermittlungskonzept stimmig zu präsentieren. Wir haben darauf geachtet, in Zusammenarbeit mit den Wissenschaftler*innen aus Forschungsein- richtungen in Hallein, Salzburg und Bochum die Geschichte integer und haptisch zu vermitteln. Die authentischen Fortbewegungsmittel durch das Stollennetz wie die Grubenbahn, das Rutschen über die Bergmannsrollen sowie die Bootsfahrt über den Salzsee tragen den Erleb- nischarakter in diesem außergewöhnlichen Ambiente. Komplementär zu den realen Objekten und analogen Informationen öffnen mediale Inszenierungen virtuelle Einblicke in die Geschich- te des Salzbergbaus. Während im Bergwerk das Publikum von kundigen Expert*innen durch das Stollennetz geführt wird, haben Besucher*innen über Tage die Möglichkeit, sich mit einer von Artfabrik eigens entwickelten AR-App individuell und selbständig forschend über das Areal zu bewegen und sie werden dabei spannende Informationen entdecken.

Was erwartet Besucher*innen in der Neuinszenierung „Unter Tage“?

S. Dreher: Das Leitmotiv „Essenz des Lebens“ bildet den roten Faden der Inszenierung, der dem Publikum die Bedeutung von Salz quer durch die Epochen, von der Eisenzeit bis in die Gegenwart, vom Frühstücksei bis zur Hightech-Batterie, vermittelt. Nach dem Motto „Wissen & Wahrnehmen“ führen wir die Besucher*innen durch außergewöhnliche Räume und lassen sie die Geschichte des Salzes im Wortsinne erleben und begreifen. Die einstündige geführte Tour ist ein vielschichtiges Erlebnis für ein breites Publikum ab vier Jahren, das jede*r ganz nach seinen spezifischen Interessen individuell anders erlebt.

the next ENTERprise Architects wurde im Jahr 2000 von Marie-Therese Harnon- court-Fuchs und Ernst J. Fuchs in Wien gegründet. Ihre Projekte reichen von konkreten Bauaufgaben (u.a. Museums- und Kulturbauten sowie private Wohnbauprojekte), Installati- onen, Ausstellungsgestaltungen und experimentellen Eingriffen in den Stadtraum bis hin zu städtebaulichen Konzepten. tnE gehen davon aus, dass Raum erst in der Benutzung seine Funktion findet. Diese Denkweise öffnet einen Diskurs, in dem Konzepte und Raumstrate- gien – bezogen auf noch nicht planbare, zukünftige Bedürfnisse und Entwicklungen – eine wesentliche Rolle spielen. Ausgehend vom performativen Potential von Architektur, dem Wechselspiel von Raum, Atmosphäre, Kontext und (Be)Nutzer*in sind sowohl die program- matischen wie auch die räumlichen Grenzen ihrer Gebäude und Konzepte bewusst durchlässig konzipiert.

Zu ihren repräsentativen Projekten zählen u.a. der Wolkenturm im Schlosspark Grafenegg (AT) – eine der international anerkanntesten Freiluftbühnen, das Seebad Kaltern / Lido di Caldaro (IT) – ein Erlebnisbad, das sich abends auch zu einem Veranstaltungsort verwan- delt, das Datenfeld/Haus Zirl, das hybride Stadthaus MOL7 in Wien (AT), der im November 2017 mit dem Bauherrenpreis und AIT Award ausgezeichnete Cateringpavillon „Wolke 7“ in Grafenegg (AT) sowie die interaktiven Installationen „Noeklius_ informed sculpture“,
„silent conquest“ und „Audiolounge“ die international, u.a. bei der Biennale in Venedig und der Manifesta in Rovereto ausgestellt wurden.

Aktuell zeichnen tne Architects für den Bau des Heidi Horten Museums in Wien verant- wortlich. Das Museum soll im Frühjahr 2022 eröffnen.

Weitere Informationen: https://www.tne.space/ Über die Salzwelten

2005 wurde die Salzwelten GmbH als Tochtergesellschaft der Salinen Austria AG gegrün- det. Sie ist für den Betrieb sowie die Vermarktung der Besucher*innenstrecken in den Salzbergwerken zuständig. An den drei Standorten Hallstatt, Altaussee und Hallein werden pro Jahr über eine halbe Million Besucher*innen empfangen. Neben den Schaubergwerken betreiben die Salzwelten eine Standseilbahn und die Aussichtsplattform „Welterbeblick“ in Hallstatt sowie eine Schausaline in Hallein bei Salzburg. Mit knapp 100 Mitarbeiter*innen in der Sommersaison erwirtschaftete die Salzwelten GmbH 2019 einen Umsatz von rund 13 Millionen Euro.

Wettbewerb/Dialogverfahren / Mai 2019 – Nov 2019, 1.Preis Beauftragung als Generalplaner Nov 2019
Planung Nov 2019 – Okt 2020
Bauzeit Juni 2020 – April 2021

Fertigstellung 30.04.2021

Generalplaner Ober Tage: the next ENTERprise architects Content Inszenierung + Leitsystem: Sabine Dreher / Liquid Frontiers Medienplanung + Inszenierung: Matthias Hosp / ARTFABRIK Tragwerksplanung: Bollinger und Grohmann ZT GmbH TGA-Planung + Brandschutzplanung + Bauphysik: Vasko + Partner Landschaftsplanung: Land in Sicht
Lichtplanung: Christian Ploderer

Planung Inszenierung Unter Tage:

Content Inszenierung + Leitsystem: Sabine Dreher / Liquid Frontiers Medienplanung + Inszenierung: Matthias Hosp / ARTFABRIK

Gesamtinvestition AG ca. netto 10 Mio Euro inkl. Eigenleistungen Bergbau

Fotos:©Lukas Schaller

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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