Nationales Impfgremium empfiehlt auch für Johnson&Johnson eine zweite Impfdosis

Aufgrund neuer Daten und Erkenntnisse hat das Nationale Impfgremium (NIG) die Anwendungsempfehlungen für die COVID-19-Schutzimpfung aktualisiert. Eine der wesentlichsten Änderungen ist, dass nun auch Personen, die mit dem Impfstoff von Janssen (Johnson&Johnson) einmalig geimpft wurden, zeitnahe eine weitere Impfdosis erhalten sollen. Dies begründet sich auf jüngsten Daten, wonach die Schutzrate vor Infektionen bei zweifach geimpften Personen deutlich höher liegt, als bei Personen, die nur einmal geimpft wurden. Für die zweite Impfung wird ein mRNA-Impfstoff (Moderna oder BioNTech-Pfizer) empfohlen und soll im Mindestabstand von 28 Tagen nach der Erstimpfung erfolgen. Mit der neuen NIG-Empfehlung gilt ab sofort, was bisher schon für die Impfstoffe von AstraZeneca, Pfizer und Moderna galt, auch für den als 1-Dosis-Schema zugelassenen Impfstoff Janssen von Johnson&Johnson.

Für die Auffrischungsimpfungen steht der Bevölkerung in Oberösterreich dasselbe, umfangreiche und niederschwellige Impfangebot wie schon bei der Erst- und Zweitimpfung zur Verfügung.  Damit wäre auch ein möglicher, kurzfristig ansteigender Impfbedarf bei den Menschen, die einen Einmalimpfstoff erhalten haben, gut abgedeckt.

Wo wird geimpft?

Einerseits erfolgt die Impfung in dzt. knapp 900 Ordinationen durch niedergelassene Ärztinnen und Ärzte. Für eine möglichst einfache Abwicklung können diese die benötigten Impfstoffe direkt bestellen. Zur besseren Planung wird in den meisten Ordinationen um eine vorherige Terminvereinbarung gebeten. Sollte der eigene Hausarzt/ die eigene Hausärztin nicht impfen, stehen rund 300 Ordinationen in OÖ zur Verfügung, die auch Ordinationsfremde impfen. (Alle Informationen und Kontakte unter: https://www.aekooe.at/patienten/covid-19-impfordinationen). Weiters stehen wie gewohnt die öffentlichen Impfstraßen des Landes mit einem entsprechenden Terminangebot unter www.ooe-impft.at zur Verfügung. Auch in den Pop-Up-Impfstellen besteht die Möglichkeit zur Auffrischungsimpfung (alle Standorte unter www.ooe-impft.at). 

Wann zur Auffrischungsimpfung?

Nach etwa sechs bis neun Monaten geht die Schutzwirkung der Impfung leicht zurück, weshalb der Impfschutz nach einem gewissen Zeitraum aufgefrischt werden sollte. Der empfohlene Zeitpunkt für diese Dosis ist u.a. abhängig von einer etwaigen Zugehörigkeit zu einer Risikogruppe, vom Alter sowie vom Impfstoff, der bei der Grundimmunisierung eingesetzt wurde. Im Folgenden ein Überblick über die Empfehlungen des Nationalen Impfgremiums (Stand 29.09.).

Frühestens sechs bis spätestens neun Monate nach vollständiger Immunisierung:

  • Bewohnerinnen und Bewohner von Alten-, Pflege- und Seniorenheimen
  • Personen ab 65 Jahren
  • Personen mit Vorerkrankungen und Risiko (ab 12 Jahren, unabhängig vom Alter)
  • Personen, die 2 Dosen Vaxzevria (AstraZeneca) erhalten haben

Folgende Gruppen können bereits nach 6 Monaten und sollen ab 9 bis 12 Monaten eine weitere Dosis erhalten:

  • Gesundheitspersonal
  • Personal im Pflegebereich
  • Personal in Pädagogischen Einrichtungen

NEU:

  • Personen, die mit Janssen (Johnson&Johnson) einmalig geimpft wurden, sollen eine weitere Dosis im Mindestabstand von 28 Tagen erhalten. Die zweite Impfung wird mit einem mRNA-Impfstoff (Moderna oder BioNTech-Pfizer) empfohlen. Auf Wunsch kann die zweite Impfung auch mit Janssen durchgeführt werden.

Neun bis zwölf Monate nach Abschluss der vollständigen Immunisierung:

  • Alle anderen Personen ab 16 Jahren

Das Nationale Impfgremium hält zudem in der neuen Empfehlung ausdrücklich fest, dass bei Kinderwunsch sowohl für Männer als auch Frauen eine COVID-19-Impfung ausdrücklich empfohlen ist. Es sei dabei kein Intervall vor der Empfängnis einzuhalten. Weiterhin aufrecht bleibt die Impfempfehlung für Schwangere. Sie sollten im 2. oder 3. Trimenon mit einem mRNA-Impfstoff geimpft werden. Auch für die Stillzeit gilt die Empfehlung, dass sich Frauen, die nicht gegen COVID-19 geimpft sind, impfen lassen sollen. Nach der COVID-Impfung wurden SARS-CoV2-Antikörper in der Muttermilch nachgewiesen, die einen positiven Effekt auf den Schutz des Kindes haben können. Es sollte daher im zeitlichen Kontext mit der Impfung auch nicht abgestillt werden.

Nach derzeitigem Wissensstand sollen alle Personen eine Auffrischungsimpfung erhalten, ausgenommen gesunde Kinder und Jugendliche im Alter von 12 bis 16 Jahren sowie Genesene, die bereits 2 Dosen eines Covid-19-Impfstoffes erhalten haben.

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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