Einfach bezirbend

Hoch am Berg kämpft die Zirbe monatelang mit Schnee, Stürmen und extremen Temperaturunterschieden und wird trotzdem bis zu 1000 Jahre alt. Geschätzt wegen ihrer zugesprochenen heilenden Wirkung sowie in der Küche, bei Destillateuren oder Künstlern und Handwerkern wird die Zirbe aber immer beliebter.

Beinahe ein Wundergewächs
Ihrem wohlriechenden Holz wird seit Jahrhunderten heilende Wirkung nachgesagt. Das Holz soll die Schlafqualität verbessern, den Herzschlag senken und Schädlinge abhalten. Nicht nur deshalb ist die Zirbe Teil des gesellschaftlichen Alltags geworden. Schnitzer und Schreiner schätzen sie, weil sie leicht zu verarbeiten, gleichzeitig aber haltbar ist. Im ganzen Alpenraum genießt man heute nicht nur Hochprozentiges aus den Zapfen, auch Köche und Köchinnen nutzen Kerne und Nadeln für neue kulinarische Schmankerl, von der Suppe bis zum Kirchtagsgebäck. Und weil Kästen oder Dosen aus Zirbenholz Ungeziefer fernhalten, feiert die Zirbe in den letzten Jahren eine wirtschaftliche Erfolgsgeschichte. Dennoch steht sie für Umweltschutz. Denn sie erträgt die Klimaerwärmung besser als beispielsweise die Fichte. 

Ein eigenes Öko-System
Es werden Menschen begleitet, die voller Leidenschaft mit dem Holz, den Zapfen oder den Nadeln dieses Zauberbaumes arbeiten, ihn hegen und schützen, ihn sogar wegen seiner Fähigkeiten regelrecht verehren. Der Förster Ephräm Unterberger aus Hall in Tirol trifft Personen, mit denen er über die Zirbe beruflich verbunden ist. Er schlägt uralte Zirbenbäume für das Sägewerk Knapp, trifft Schnitzer, Schreiner und Tischler. Er hilft der Schnapsbrennerin Lisa Holzmann und ihrer Familie bei der Zapfenernte. Und liefert die Rohstoffe für Zirbenkissen und Zirbenöl der „Zirbenfamilie“, die in den ganzen deutschsprachigen Raum geliefert werden. In seinem Revier liegt auch die Tulfeinalm, wo Birgit Runggaldier nach neu interpretierten alten Rezepten ihre berühmten Zirbenschmankerl kocht. Je nach Region gibt es allerdings zum Schlagen und auch zum Ernten der Zapfen bereits strenge Vorgaben.

Zirbe auf Almwiese, im Hintergrund herbstfarbene Lärchen, Biosphärenpark Nockalm, Kärnten: © Sonja Jordan / imageBROKER / picturedesk.com

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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