LR Hiegelsberger: 16. Board Sitzung des Forst-Jagd-Dialog auf der Rieder Messe: Mariazeller Erklärung weiterhin von höchster Bedeutung

Anlässlich der Eröffnung der Messe trafen sich die Spitzenvertreter der österreichischen Forstwirtschaft und Jagd gestern, am 9. September, in Ried. Seit 2012 – der Unterzeichnung der Mariazeller Erklärung – wird in diesem Kreis an der guten Abstimmung zwischen Forstwirtschaft und Jagd gearbeitet. „Jagd und Forst sind Partner und profitieren beide von einer guten Zusammenarbeit. Diese Partnerschaft ist in Oberösterreich nach den Kalamitäten der letzten Jahre besonders gefordert, um den klimafitten Wald der Zukunft wachsen zu lassen. Es freut mich daher sehr, dieses wichtige Gremium auf der Messe Ried begrüßen zu dürfen“, so Agrar-Landesrat Max Hiegelsberger.

2012 haben sich Vertreter/innen aller Bundesländer in der Mariazeller Erklärung das Ziel gesetzt, in den heimischen Wäldern ein gutes Auskommen zwischen Jagd und Forst zu fördern. Die am Standort typisch vorkommenden Baumarten sollen sich möglichst ohne Schutzmaßnahmen verjüngen können und dadurch ein widerstandsfähiger und vielfältiger Wald entstehen. Die Wildstände sollen derart gestaltet sein, dass Schutzmaßnahmen nicht die Regel, sondern die Ausnahme darstellen. Das gemeinsame Bemühen soll aber auch weitere Verschlechterungen der Wildlebensräume und weitere Beeinträchtigungen des Wildes und seiner Lebensweise durch Dritte hintanhalten.

Regelmäßige Abstimmungen zwischen den höchsten Vertretern der Jagd und der Forstwirtschaft aus den Bundesländern sorgen dafür, dass diese Ziele in allen Tätigkeiten und Maßnahmen präsent bleiben. Auf dieser Ebene können auch Probleme oder Meinungsverschiedenheiten konstruktiv diskutiert werden. „Die Mariazeller Erklärung ist gerade in Zeiten des spürbaren Klimawandels von enormer Bedeutung. Seit 2015 sind in Oberösterreich rund 10 Millionen Erntefestmeter Schadholz angefallen, zusätzlich zum regulären Einschlag. Diese Flächen sind nun auch wieder aufzuforsten mit einem möglichst vielfältigen und klimafitten Wald. Dazu ist es notwendig, die Abschüsse anzupassen und es bedarf der laufenden Zusammenarbeit mit der Jägerschaft“, so Agrar-Landesrat Max Hiegelsberger.

Umsetzung der Mariazeller Erklärung in Oberösterreich

Die Mariazeller Erklärung wird in Oberösterreich konsequent in die Praxis umgesetzt. In den letzten drei Jahren hielt das Land Oberösterreich gemeinsam mit der Landwirtschaftskammer, dem Landesjagdverband und dem Landesforstdienst in allen vier Landesteilen Veranstaltungen mit dem Titel “OÖ. Forst-Jagd Dialog” ab. Inhalt sind Strategien für ein gutes Miteinander nach Borkenkäferschäden, Schneedruck und Sturm.

Die entscheidende Rolle für das Zusammenspiel von Forst und Jagd spielt im Land ob der Enns das moderne Jagdgesetz. Die Abschussplanverordnung und das System der Weiserflächen sind die Grundlagen, um ökologisch und wirtschaftlich tragbare Wilddichten zu erreichen. Das Maß für den Abschuss ist der Waldzustand.

„In den 1.000 oberösterreichischen Jagdgebieten sind rund 4.500 Weiser- und Vergleichsflächen zur Erhebung der Verbiss-Situation eingerichtet. Bei den gemeinsamen Begehungen durch den Jagdausschuss, die Jagdleitung und den Forsttechnischen Dienst steht der Dialog im Vordergrund. Die herausfordernde Wald-Wild-Frage wird auf eine fachliche Ebene gehoben und das Miteinander betont“, so Agrar-Landesrat Max Hiegelsberger: „Oberösterreich ist ein Waldland mit einer starken Forstwirtschaft und Holzverarbeitung. Die Jagd leistet dazu einen wichtigen Beitrag. Dafür möchte ich mich herzlich bedanken und auch weiterhin bitten, den Bejagungsdruck auf den Verjüngungsflächen hochzuhalten.“

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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