Landesrat Achleitner: Oberösterreich holte wieder die innovativsten Betriebe des Landes vor den Vorhang

Wirtschafts- und Forschungs-Landesrat Markus Achleitner: „Kreative und mutigen Unternehmen in Oberösterreich wurden mit dem Innovationspreis des Landes OÖ ausgezeichnet.“

Ein Abend gefüllt mit spannenden Projekten, visionären Unternehmen und innovativen Ideen. Das war die nunmehr bereits 28. Verleihung des Oberösterreichischen Landespreises für Innovation, die im Linzer Schlossmuseum stattgefunden hat. „Die vielen herausragenden Einreichungen im heurigen Jahr belegen erneut die enorme Innovationskraft der oberösterreichischen Unternehmen und ForschungseinrichtungenDas ist ein entscheidender Wettbewerbsfaktor für die Betriebe und den Standort OÖ: Denn nur wer auf Zukunftstechnologien setzt, bei Produkten und Dienstleistungen neue Wege geht und innovative Strategien verfolgt, kann erfolgreiche Weiterentwicklungen in Gang setzen“, unterstrich Wirtschafts- und Forschungs-Landesrat Markus Achleitner im Rahmen der Verleihung des Innovationspreises des Landes OÖ. Der Preis wurde heuer in 4 Kategorien vergeben: In der Kategorie Großunternehmen setzte sich die Infineon Technologies Linz GmbH & Co KG durch. In der Kategorie Kleine und Mittlere Unternehmen siegte die cortEXplore GmbH. Die Kategorie Forschungseinrichtungen entschied die JKU Linz für sich. Den Jurypreis für „Radikale Innovation“ erhielt die Fametec GmbH.

„Innovationskraft ist ein wichtiger Motor für den Standort, gerade jetzt in diesen herausfordernden Zeiten. Denn Innovationen sind eine entscheidende Voraussetzung dafür, dass sich unsere Unternehmen und der Standort OÖ auch weiterhin im internationalen Wettbewerb behaupten können“, erklärte Wirtschafts-Landesrat Achleitner.

„Wir können mit Zuversicht in die Zukunft schauen, allen Herausforderungen des letzten Jahres zum Trotz. Denn die heute ausgezeichneten Betriebe zeigen einmal mehr, wieviel Potenzial in Oberösterreichs Wirtschaft steckt. Mit solchen Innovationen bringen sie den gesamten Standort voran.“, sagt DI (FH) Stephan Kubinger, MBA, Obmann-Stellvertreter der sparte.industrie WKO Oberösterreich.

Mag.a Stefanie Christina Huber, Vorstandsvorsitzende der Sparkasse OÖ, betont: „Es braucht Menschen mit Visionen, die bereit sind, Neues zu wagen und auch Risiken einzugehen, um aus ihren Ideen Erfolge zu machen. Nur so kann Fortschritt entstehen und das unterstützen wir sehr gerne.“

Die Preisträger 2021 und ihre Innovationen:

Kleine und Mittlere Unternehmen: cortEXplore GmbH

Projekt: Optisches Navigationssystem für neurochirurgische Eingriffe

Das innovative Neuronavigationssystem von cortEXplore ermöglicht es Chirurg/innen, Eingriffe am Gehirn präzise zu planen, zu simulieren und durchzuführen. Vor einer Operation können Eingriffe basierend auf 3D-Modellen des/der Patient/in geplant werden, deren Grundlage Schnittbilder radiologischer Bilddaten (z.B. Magnetresonanz, Computertomographie) sind. Optional können die erstellten digitalen Kopien im 3D-Druckverfahren gefertigt werden, um komplexe Eingriffe möglichst realistisch zu trainieren. Während der Operation wird mittels eines einzigartigen Multikamera-Verfahrens der Operationssaal mit einer Genauigkeit von 100 Micrometern überwacht. Instrumente und Patient/innen können kontinuierlich überwacht und mit dem Operationsplan abgeglichen werden. Die Visualisierung erfolgt über Monitore. Somit ist zu jedem Zeitpunkt sichtbar, wo sich die Spitze des Instruments im Gewebe befindet und wo man sich relativ zu den geplanten Zielkoordination befindet. Eine weitere Besonderheit des Systems ist die Mixed-Reality-Technologie. Chirurg/innen können mittels holografischer Brillen die realen Patient/innen betrachten und virtuell überlagert deren innere anatomische Strukturen – in Echtzeit und in 3D – sehen. Die Technologie repräsentiert die Zukunft des Operationssaals, in der die Realität und virtuelle Umgebungen verschmelzen, um neue chirurgische Möglichkeiten zu schaffen.

Großunternehmen: Infineon Technologies Linz GmbH & Co KG

Projekt: Radarbasierte Fahrassistenzsysteme für alle Fahrzeugklassen

Die Radartechnologie ist essenziell für die Sicherheit von Fahrzeugen und hilft durch die Wetter- und Lichtverhältnis-unabhängige Erfassung der Verkehrssituation, Unfälle aktiv zu vermeiden. Allerdings war dies bisher ein teures Zusatzfeature. Mit den Innovationen der neuesten Radargeneration von Infineon Linz wurden alle benötigten Hochfrequenzkomponenten in einem Chip zusammengeführt. Diese hohe Integration ermöglicht besonders kompakte, aber auch 70 % kostengünstigere und doppelt so leistungsfähige radarbasierte Assistenzsysteme. Mit dem RXS81xx lassen sich alle Anwendungsgebiete von 77-79 GHz Radaren gleichermaßen bedienen: Neben dem gängigen „Front-Radar“ mit einer hohen Reichweite von über 300 m lassen sich für eine verbesserte Seitensicht kompakte „Corner-Radare“ an den vier Ecken des Fahrzeugs aufbauen, wie auch ein rückschauendes Radar. Durch das Zusammenschalten mehrerer RXS81xx zu einem Verbund ist auch ein hochauflösendes Radar mit besserer Unterscheidung von Objekten – wie beispielsweise einer Person zwischen zwei Fahrzeugen – möglich. Der RXS81xx erlaubt es all diese Anwendungen mit nur einem Radarchip in unterschiedlichen Konfigurationen umzusetzen, sodass bis zu zehn Radarchips pro Fahrzeug verbaut werden können. 

Forschungseinrichtungen: Johannes Kepler Universität Linz

Projekt: Kohlenstoffdioxid (CO2) Umwandlung zu Energieträgern

Forscher des „SchoefbergerLabs“ des Instituts für Organische Chemie der Johannes Kepler Universität (JKU Linz) haben ein neues Verfahren zur Aktivierung und Umwandlung von CO2 entwickelt. Auf Kobalt- und Mangankomplexen basierende Katalysatoren ermöglichen durch chemische Reaktionen eine effiziente Umwandlung von Kohlendioxid in Ameisensäure, Methanol, Ethanol und Essigsäure. Die entstandenen Alkohole kann man unter Verwendung bestehender Technologien in eine Reihe nützlicher Chemikalien umwandeln, wodurch ein effizienter Weg zur Nutzung von CO2 offensteht. Längerfristige Tests bestätigten, dass der Katalysator aktiv bleibt und ein mögliches Scale-up für Anwendungen wie die industrielle CO2-Rauchgas-Rückgewinnung verspricht.

Jurypreis für radikale Innovation: Fametec GmbH

Projekt: Zero-Emisson Sapphire Produktion für die Mikroelektronikindustrie

Fametec, ein Unternehmen der Ebner-Gruppe, hat eine völlig neue Technologie für die wirtschaftliche und umweltfreundliche Herstellung von hochqualitativem Saphir-Einkristall-Material für die Chipherstellung (Wafer) entwickelt. Für die Produktion wird eine spezifische Variante eines Wärmetauschverfahrens (Heat Exchange Method HEM) verwendet, bei der Saphir-Einkristall direkt in der technisch gewünschten C-Achse angebaut wird. Die von Fametec gewählte Methode des Wachstums entlang der C-Achse bedeutet eine Alleinstellung und kann einen gewaltigen Qualitätsvorsprung in diesem Markt bringen, da der Saatkristall nicht mehr unter großen Materialverlusten herausgeschnitten werden muss und der Abfall von Saphirmaterial stark reduziert wird. Mit dieser Technologie können 6 und 8 Zoll große Saphir-Substrate für elektronische High-End-Anwendungen hergestellt werden. Auf diesen millimeterdünnen Grundplatten werden Mikro-LEDs für Displays aller Art aufgebaut, vom Fernseher bis zum Handy. Mikro-LEDs sind heller und energiesparender als herkömmliche, zudem sind die Displays dadurch kostensparender herzustellen.

Die Landespreisträger 2021 im Überblick:

Kleine und Mittlere Unternehmen

1. Platz: cortEXplore GmbHOptisches Navigationssystem für neurochirurgische Eingriffe
2. Platz: blockhealth GmbHVivellio – Digitaler Gesundheitsassistent
3. Platz: Next Generation Elements GmbHSynCycle – Unwasting Plastic

Großunternehmen

1. Platz: Infineon Technologies Linz GmbH & Co KGRadarbasierte Fahrassistenzsysteme für alle Fahrzeugklassen
2. Platz: Fametec GmbHZero-Emisson Sapphire Produktion für die Mikroelektronikindustrie
3. Platz: Wintersteiger AGLuftentkeimungsgerät CUBUSAN

Forschungseinrichtungen

Johannes Kepler Universität Linz – SchoefbergerLabKohlenstoffdioxid (CO2) Umwandlung zu Energieträgern

Jurypreis für radikale Innovation

Fametec GmbhZero-Emisson Sapphire Produktion für die Mikroelektronikindustrie

Aus allen Einreichungen wurden drei Unternehmen für die Teilnahme am Staatspreis Innovation sowie je ein Unternehmen für die österreichweiten Sonderpreise VERENA (Energie-Innovationen von Unternehmen in Zusammenarbeit mit Forschungseinrichtungen) und ECONOVIUS (innovative Kleinunternehmen) ausgewählt:

Nominierung Staatspreis für Innovation 2022

·         Fametec GmbH

·         cortEXplore GmbH

·         Next Generation Elements GmbH

Nominierung VERENA 2022

·         Dynell GmbH (Hocheffiziente modulare Bodenstromversorgung)

Nominierung ECONOVIUS 2022

·         FerRobotics Compliant Robot Technology GmbH (FerRobotics Active Taping Kit)

Der Innovationspreis: Die Fakten

Der Innovationspreis wurde in drei Kategorien vergeben: Kleine und Mittlere Unternehmen, Großunternehmen und Forschungseinrichtungen. Weiters wurde dieses Jahr ein Jurypreis (radikale Innovation) verliehen. Der Sieger in jeder der drei Kategorien ebenso wie der Jurypreisträger erhielt einen vom Forschungs- und Wirtschaftsressort des Landes Oberösterreich gestifteten Geldpreis (4.000 EUR pro Kategorie) sowie eine Statue.

Informationen online unter www.biz-up.at/innovationspreis

Jury:

Rektor o. Univ.-Prof. Mag. Dr. Meinhard Lukas (Vorsitzender der Jury, Johannes Kepler Universität Linz), Mag. Karin Aussersdorfer (voestalpine Stahl GmbH, F&E-Management), DI Dr. Birgit Ettinger (KEBA AG, Business Innovation), Univ.-Prof. Dr. Matthias Fink (Institut für Innovationsmanagement der Johannes Kepler Universität & Anglia Ruskin University Cambridge), Mag. Erich Frommwald (Obmann der sparte.industrie WKO Oberösterreich), DI Dr. Ludovit Garzik, MBA DWT (Geschäftsführer Rat für Forschung und Technologieentwicklung), Mag. Alexandra Halouska (Chefredakteurin „OÖ-Krone“), FH-Prof. Univ.-Doz. Mag. Dr. Günther Hendorfer (Provost FH Oberösterreich), Mag. Stefanie Christina Huber (Vorstandsvorsitzende Sparkasse Oberösterreich), DI (FH) Stephan Kubinger, MBA (Vorsitzender des Rates für Forschung und Technologie OÖ), DI (FH) Werner Pamminger, MBA (Geschäftsführer Business Upper Austria), Hofrat Mag. Walter Winetzhammer (Amt der Oö. Landesregierung, Leitung der Forschungs- und Wirtschaftsförderung)

Jurypreis für radikale Innovation & 2. Platz Großunternehmen – Fametec GmbH:

V.l.: Wirtschafts- und Forschungs-Landesrat Markus Achleitner, Projektleiter Jongkwan Park und Geschäftsführer Robert Ebner (Fametec), JKU-Rektor Meinhard Lukas, Werner Pamminger, Geschäftsführer Business Upper Austria.

Sieger Großunternehmen – Infineon:

V.l.: Wirtschafts- und Forschungs-Landesrat Markus Achleitner, Projektmanager Johann Pletzer und Geschäftsführer Manfred Ruhmer (Infineon), RFT-OÖ-Vorsitzender Stephan Kubinger.

Sieger Platz KMU – cortEXplore:

V.l.: Wirtschafts- und Forschungs-Landesrat Markus Achleitner, Stefan Schaffelhofer, Robert Prückl, Sparkasse-OÖ-Vorstandsvorsitzende Stefanie Christina Huber.

Sieger Kategorie Forschungseinrichtung – SchöfbergerLAB:

V.l.: Wirtschafts- und Forschungs-Landesrat Markus Achleitner, Prof. Wolfgang Schöfberger und OÖ-Krone-Chefredakteurin Alexandra Halouska.

Fotos: Cityfoto/Pelzl

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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