200.000 Euro Soforthilfe für Flüchtlinge in und um Afghanistan

Seit Jahrzehnten befindet sich Afghanistan im Kriegszustand. Nicht erst seit dem 15.August 2021 – der Einnahme von Kabul durch Taliban-Kräfte – haben sich hunderttausende Menschen auf die Flucht vor Gewalt begeben: zuerst innerhalb Afghanistans, vor allem in die Großstadtregionen des Landes, und in Richtung benachbartes Ausland. Zusätzlich dazu kämpfen die Menschen in Afghanistan mit grundlegenden Problemen, wie Nahrungsmittelknappheit, Wasserknappheit und Ernteausfällen aufgrund monatelanger Dürre sowie COVID-19.

Landeshauptmann Mag. Thomas Stelzer wird daher morgen, Montag, in die Sitzung der OÖ. Landesregierung einen Antrag auf 200.000 Euro Soforthilfe für Vertriebene in Afghanistan sowie Flüchtlinge in Nachbarländern einbringen. „Meine Meinung ist klar: Wir müssen den Menschen vor Ort helfen so rasch es geht und ihre dortigen Lebensbedingungen verbessern. Und das tun wir“,  erklärt Landeshauptmann Mag. Thomas Stelzer.

Das Land OÖ wird ein Projekt der Caritas Österreich und ein Projekt des Internationalen Roten Kreuz unterstützen:

Caritas Österreich: 150.000 Euro für Hilfsmaßnahmen in den Nachbarstaaten Pakistan, Iran und Tadschikistan

Die benachbarten Staaten haben in den vergangenen Jahrzehnten mehreren Millionen geflüchteten Menschen aus Afghanistan Schutz gewährleistet. Die konkrete Hilfeleistung beinhaltet die Verteilung von Lebensmittelpaketen (Reis, Linsen, Bohnen, Mehl, Öl, Zucker, Salz, Tee), die Bereitstellung von Notunterkünften (Zelte bzw. Materialen zum Eigenbau von Notunterkünften) sowie Startpaketen (Wasserbehälter, Kochgeschirr, Bettlaken, Hygieneartikel, COVID‑Präventionsartikel, Schlafmatten usw.)

Internationales Rotes Kreuz: 50.000 Euro für medizinische Güter sowie Nahrungsmittel und landwirtschaftliche Produkte innerhalb Afghanistans

Das Internationale Rote Kreuz ist nach wie vor innerhalb Afghanistans aktiv, auch nach den Ereignissen der vergangenen Tage und Wochen. Die vom Roten Kreuz mit medizinischen Gütern versorgten Spitäler und Ambulanzen haben seit 1. August über 4.000 Verletzte – darunter auch zahlreiche Vertriebene – versorgt. Zu diesem akuten Bedarf in der medizinischen Hilfe kommen grundlegenden Problemen der Menschen aufgrund der monatelangen Dürre und Covid-19. 280.000 Menschen erhalten vom Internationalen Roten Kreuz Nahrungsmittelpakete und auch landwirtschaftliche Produktionsmittel (Saatgut, Nutzvieh, etc.). Gesundheitsfördernde Maßnahmen und Medizinische bzw. Psychosoziale Betreuung werden vor allem für Vertriebene bereitgestellt.

Neben der 200.000 Euro Soforthilfe für Flüchtlinge in und um Afghanistan unterstützt das Land OÖ bereits auch die Errichtung eines stabilen Wasserversorgungssystems im Flüchtlingsaufnahmezentrum in Lipa. „Österreich und insbesondere Oberösterreich hat in den vergangenen Jahren sehr vielen Menschen geholfen. Ich sage aber auch klar: Unser Land, unser Zusammenleben und unsere Kultur dürfen nicht überfordert werden. Wir sind daher weiter für rasche und umfassende Hilfe vor Ort, aber gegen Signale, die eine Sogwirkung nach Europa auslösen können und den illegalen Schleppern Geschäfte bringt.“

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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