Projekt „Grüne Infrastruktur OÖ 2030“ wurde vorgestellt

Was ist „Grüne Infrastruktur“?
Grüne Infrastruktur ist „ein geplantes Netzwerk wertvoller natürlicher und naturnaher Flächen, das so angelegt ist und bewirtschaftet wird, dass sowohl im urbanen als auch im ländlichen Raum ein breites Spektrum an unterschiedlichen Ökosystemdienstleistungen gewährleistet und die biologische Vielfalt geschützt ist.“

Darüber trägt dieses Netz an Grün- und Freiflächen zu einer hohen Lebensqualität (Naherholung, Regulation des Wasser- und Wärmehaushalts) bei und fördert die Gesundheit und das Wohlbefinden der Bevölkerung.


Warum brauchen wir eine „Grüne Infrastruktur“?
Raumordnung und Raumentwicklung ist der Spielball unterschiedlicher Interessen. Lebensqualität schafft nicht nur die „graue Infrastruktur“ (Gebäude, Versorgung, Verkehrsachsen) und „braune Infrastruktur“ (Rohstoffgewinnung), sondern auch die „grüne Infrastruktur“.
Graue Infrastruktur wie Straßen und Schienen, Kanäle und Hochspannungsleitungen, aber auch menschliche Siedlungen nimmt Flächen in Anspruch und zerschneidet Lebensräume und auch Lebensräumverbünde – mit anhaltender Tendenz. Grüne Infrastruktur trägt zum menschlichen Wohlergehen z.B. durch Klimaregulation, Erholung und Erleben von Natur und Landschaft und zum Erhalt der biologischen Vielfalt bei.
Eine Grüne Infrastruktur muss Teil einer effizienten Raumplanung sein. Eine integrierte Raumplanung braucht auch eine (rechtlich verbindliche) Grünplanung. Die Erweiterung und Vernetzung der Schutzgebietskulisse durch zusätzliche Grün- und Freiflächen hat ökologische Vorteile (Klima, Biotopverbund) und raumgliedernde Funktionen und ist ein
wesentlicher Aspekt, Erholungszonen zu erhalten und dafür zu sorgen, dass Oberösterreichs Landschaften nicht ihr charakteristisches Gesicht verlieren. Die hier vorgeschlagene „Schutzgebietskulisse OÖ 2030 – Natur und Landschaften in OÖ nutzen, entwickeln, bewahren“ entspricht der EU-Biodiversitätsstrategie für 2030 – einem umfassenden, langfristigen Plan zum Schutz der Natur und zur Umkehrung der Schädigung der Ökosysteme 2 – wie auch den Zielvorgaben der Biodiversitätsstrategie 2030 für Österreich.

Die vorgeschlagene Schutzgebietskulisse 2030 ist Natur- und Landschaftsschutz mit Augenmaß: Das Naturschutzrecht kennt verschiedene Schutzkategorien mit unterschiedlichen Zielvorgaben und unterschiedlicher Strenge des Schutzes. Dieser „Prozessnaturschutz“ reicht vom Nicht-Eingreifen in die natürlichen Prozesse von Ökosystemen bis hin zur Integration von Naturschutzbelange in umweltfreundlichen Nutzungsformen von Kulturlandschaften:

Biosphärenpark:
Ziel von Biosphärenparken (oder Biosphärenreservaten) ist es, ein Gleichgewicht zu schaffen zwischen dem Schutz der biologischen Vielfalt, der Förderung der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung und der Bewahrung der jeweiligen
kulturellen Werte. In einem Biosphärenpark sollen Modelle für eine integrierte nachhaltige Entwicklung der Region erprobt und umgesetzt werden, die Umwelt und Biodiversität schützen.

Landschaftsschutzgebiet / geschützter Landschaftsteil:
Gebiete, die sich wegen ihrer besonderen landschaftlichen Eigenart oder Schönheit auszeichnen oder durch ihren Erholungswert besondere Bedeutung haben. Gegenüber Naturschutzgebieten zielen Schutzgebiete des Landschaftsschutzes auf das allgemeine Erscheinungsbild der Landschaft, sind oft großflächiger angelegt, Auflagen und Nutzungseinschränkungen hingegen geringer. Landschaftsschutzgebiete können auch ausgewiesen werden, um das
Landschaftsbild für Tourismus und Erholung zu erhalten.

Landschaftsgebiet-plus:
Landschaftsschutzgebiete, in denen auch in Teilbereichen Zonen sind, die eine Entwicklung Richtung oder Ausweisung als Naturschutzgebiet rechtfertigen würden.

Europaschutzgebiet:
Ausgewiesene Gebiete, die das Ziel verfolgen, die natürlichen Lebensräume Europas dauerhaft zu sichern und Teil des Schutzgebietsnetzwerks Natura 2000 der Europäischen Union für den Biotop- und Artenschutz sind. Die wesentlichen EURichtlinien dazu sind die Vogelschutzrichtlinie und die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie).

Naturschutzgebiete:
Gebiete, die sich durch völlige oder weitgehende Ursprünglichkeit oder Naturnähe auszeichnen oder die selten gewordene Tierarten, Pflanzen oder Pflanzengesellschaften beherbergen oder reich an Naturdenkmalen sind,
Die „Schutzgebietskulisse OÖ 2030 – Natur und Landschaften in OÖ nutzen, entwickeln, bewahren“ liegt als Karte mit dazugehörender Kurbeschreibung der Gebiete vor. Die einzelnen Gebiete sind nicht nur räumlich verortet, sondern auch die Begründung für deren Ausweisung und Hinweise für deren Weiterentwicklung werden kurz angesprochen.
Die „Schutzgebietskulisse OÖ 2030 – Natur und Landschaften in OÖ nutzen, entwickeln, bewahren“ ist ein fachlich begründeter und mit Hausverstand erarbeiteter Mix regionaler und lokaler Schutzzonen für Natur und Landschaft
für ganz Oberösterreich. Charakteristisches und Unverwechselbares bewahren, Kultur- und Naturlandschaftselemente entwickeln und die Balance zwischen nützen und schützen zu finden – darum geht es.


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Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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