Corona: Vierte Welle betrifft hauptsächlich Ungeimpfte

Salzburger Landeskorrespondenz, 31. August 2021

(LK)  „Der Herbst und Winter wird von einer Pandemie der Ungeimpften geprägt sein. Das belegen die Inzidenzzahlen. Dabei wäre seit Wochen genügend Impfstoff für alle da, jeder ab 12 Jahre hätte die Möglichkeit“, sagt Landessanitätsdirektorin Petra Juhazs. Da bisher aber nur rund 60 Prozent der Gesamtbevölkerung zumindest gegen einen schweren Krankheitsverlauf geschützt sind, muss das Contact Tracing unvermindert weiter gehen. Derzeit gibt es rund 1.200 Kontaktpersonen, die in häuslicher Quarantäne oder verkehrsbeschränkt sind. Ein enormer Aufwand – der mit jeder Infektion steigt. https://www.youtube.com/embed/KK_WmNlgzdQ?rel=0

Die vierte Corona-Welle nimmt in Salzburg weiter Fahrt auf, die trifft vor allem ungeimpfte Personen. Das Land Salzburg hat sich in den Sommermonaten auf den Herbst und die zunehmend schlechtere Lage vorbereitet. Hier die Eckpunkte im Überblick:

  • Ausreichend Impfstoff für eine Durchimpfung der Bevölkerung
  • Umfangreiches und niederschwelliges Impfangebot mit und ohne Anmeldung
  • Start der Auffrischungsimpfung für die Gefährdetsten noch diese Woche
  • Contact Tracing wird flexibel an Infektionslage angepasst (Stufenplan)
  • Kontaktverfolgen und an sieben Tagen in der Woche
  • Umfassendes Testangebot in allen Regionen
  • Intensive Zusammenarbeit der Spitäler

„Der Herbst und Winter wird von einer Pandemie der Ungeimpften geprägt sein. Jede weitere geimpfte Person im Land ist ein wichtiger Schritt zu Pandemiebekämpfung“, sagt Landessanitätsdirektorin Petra Juhasz.

Juhasz: „Auffrischungsimpfung zuerst für gefährdete Personen.“

Diese Woche startet in Salzburg auch die Auffrischungsimpfung für die gefährdetsten Personengruppen in Salzburg. „Jeder Impfstoff verliert mit der Zeit an Wirkung, deshalb ist es jetzt besonders wichtig, die älteren und Hochrisikopatienten mit der Auffrischung für den Herbst und Winter zu schützen, wenn die Infektionszahlen und damit auch das Risiko an Corona zu erkranken für die gefährdetsten Gruppen steigen. Aber nicht nur der dritte Stich auch jede weitere geimpfte Person im Land ist ein wichtiger Schritt zu Pandemiebekämpfung. Fakt ist: Ohne Impfung würden wir noch weitaus schlimmer dastehen, sie wirkt. Es gäbe auch nach wie vor weitaus mehr Todesfälle“, betont Landessanitätsdirektorin Petra Juhasz.

Kurcz: „Sieben Tage die Woche.“

Im Contact Tracing waren auch die Sommermonate arbeitsreich wie Markus Kurcz, Leiter des Covid-Borads erklärt: „Mit unserem neu entwickelten flexiblen Stufenmodell haben wir mit steigenden Infektionszahlen auch die Zahl der Contact Tracer an die Lage angepasst und werden auch im Herbst und Winter sieben Tage in der Woche gegen die Verbreitung des Corona-Virus aktiv sein. Wir sind jetzt also, trotz der arbeitsreichen letzten Wochen gut vorbereitet, aber ich blicke mit großer Sorge auf die steigenden Infektionszahlen. Jeder neue Fall macht viel Arbeit und die Mithilfe der Bevölkerung hält sich mittlerweile in Grenzen. Nur: So lange nicht mehr geimpft sind, ist eine Unterbrechung der Infektionsketten essenziell“, so Kurcz.

Mehr Kontaktpersonen

„Nachdem es derzeit kaum noch Beschränkungen im Alltag gibt, erzeugt eine Person deutlich mehr Kontaktpersonen als noch im Frühjahr. Das bringt einen großen Mehraufwand im Contact Tracing mit sich“, so Markus Kurcz und er appelliert auch an die Mitwirkung der Betroffenen bei der Eindämmung der Pandemie: „Wenn Kontaktpersonen aus falsch verstandener Rücksicht nicht angegeben werden, kann diese noch zahlreiche weitere anstecken, im Endeffekt kommt es ja doch raus. Contact Tracing ist sinnlos, wenn die Menschen nicht mithelfen“, warnt der Leiter des Covid-Boards.

Gegen schwere Krankheitsverläufe

„Die Lage ist eindeutig. Die bestmögliche Sicherheit vor schweren Krankheitsverläufen und vor Langzeitfolgen wie Long Covid ist die Impfung. Zudem verringert sie das Risiko, die Krankheit zu übertragen und ist auch der Schlüssel, wenn es um die Delta-Variante des Corona-Virus geht“, betont Landessanitätsdirektorin Petra Juhasz und ergänzt: „Die Impfung wirkt, dass sieht man auch daran, dass in den Krankenhäusern fast nur ungeimpfte Personen mit einem schweren Corona-Verlauf behandelt werden.“

Titelbild:© CopyrightLand Salzburg/Melanie Hutter

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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