„Aufbruch in der Mobilität — Verleihung VCÖ-Mobilitätspreis OÖ 2021“

Die Mobilität der Zukunft ist klimaverträglich, energieeffizient und platzsparend

Der Verkehr steht am Beginn der größten Veränderungen seit der Massenmotorisierung. Die Mobilität der Zukunft ist klimafreundlich, gesund und energieeffizient. Der diesjährige VCÖ-Mobilitätspreis stand daher unter dem Motto „Aufbruch in der Mobilität“. Das Linzer Startup Triply wurde heute für die Entwicklung einer intelligenten Software für die Organisation von Event Shuttles von VCÖ, Landesrat Günther Steinkellner und ÖBB mit dem VCÖ- Mobilitätspreis Oberösterreich ausgezeichnet. Prämiert wurden auch carsharing.link, die Plattform für überregionales Carsharing, das Traunstein Taxi und die Wohnhausanlage Hygge in Wels.

„Heute wird der Verkehr von vielen als Belastung erlebt. Sei es wegen Abgase, Lärm oder wegen der Staus und Unfälle. Die Mobilität der Zukunft muss klimaverträglicher, gesünder, effizienter und platzsparender sein. Die Projekte, die wir heuer beim VCÖ- Mobilitätspreis Oberösterreich auszeichnen, tragen schon heute dazu bei, die Mobilität fit für die Zukunft zu machen“, betont VCÖ-Geschäftsführer Willi Nowak. Der VCÖ-Mobilitätspreis Oberösterreich wird vom VCÖ in Kooperation mit dem Land Oberösterreich und den ÖBB durchgeführt und vom Verkehrsverbund Oberösterreich unterstützt.

Linzer Startup gewinnt VCÖ-Mobilitätspreis OÖ

Veranstaltungen in den Regionen führen zu erhöhtem Verkehrsaufkommen, Staus können die Folge sein, ebenso schwere Unfälle auf der Heimfahrt. Den Veranstaltern verursacht die Bereitstellung von Parkplätzen Kosten. Event Shuttle sind eine Lösung für diese Probleme. Das Linzer Startup Triply hat nun eine Software entwickelt, die Besucherströme von künftigen Veranstaltungen errechnet und die dafür nötigen Transporte. Die Planung dafür erfolgt automatisiert, die Erstellung des Transportkonzepts ebenso. Die Software lernt durch die Anwendungsfälle dazu, künstliche Intelligenz macht das Produkt laufend besser. Im Vergleich zur manuellen Planung bringt die automatisierte Abwicklung laut Triply eine Zeitersparnis von rund 80 Prozent.

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„Dieses innovative Projekt ist ein gutes Beispiel dafür, wie die Digitalisierung mithelfen kann, die Mobilität klimaverträglicherer, sicherer und effizienter zu machen“, gratuliert VCÖ-Geschäftsführer Willi Nowak. Den VCÖ-Mobilitätspreis OÖ überreichten Landesrat Günther Steinkellner, VCÖ-Geschäftsführer Willi Nowak und Elisabeth Hufnagl von der ÖBB-Personenverkehr AG an Sebastian Tanzer und Christopher Stelzmüller von Triply.

Traunstein Taxi als vorbildliches Projekt prämiert

Das Traunstein-Taxi wurde im Jahr 2019 vom Tourismusverband Traunsee-Almtal gegründet. Mittlerweile gibt es bereits 195 Haltestellen in 18 Gemeinden. Die Traunstein-Taxis verkehren auf 15 Routen täglich zwischen 7 und 20 Uhr. Das Angebot richtet sich sowohl an die lokale Bevölkerung als auch an Ausflugs- und Urlaubsgäste. Die Kosten werden zu jeweils einem Drittel von den Gemeinden, vom Tourismusverbund und über den Ticketverkauf von den Fahrgästen abgedeckt. Je nach Länge der Fahrt kostet sie vier bis sieben Euro, Kinder unter sechs Jahren fahren gratis, zwischen sechs und 14 Jahren zum halben Preis und für Familien gibt es eine ermäßigte Familienkarte. Die Fahrt ist spätestens eine Stunde vorher anzumelden. In den vergangenen Jahren ist die Anzahl der Gäste, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln in die Region Traunsee-Almtal reisen, gestiegen. „Die Anrufsammeltaxis ergänzen den öffentlichen Linienverkehr und bieten den Gästen und der einheimischen Bevölkerung einen lückenlosen Anschluss. Das nützt der Bevölkerung, der Wirtschaft und der Umwelt“, betont VCÖ-Geschäftsführer Nowak. Die Auszeichnung als vorbildliches Projekt beim VCÖ-Mobilitätspreis Oberösterreich überreichten Landesrat Steinkellner, VCÖ und ÖBB an den Geschäftsführer des Tourismusverbands Traunsee-Almtal Andreas Murray.

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Auch überregionales Carsharing beim VCÖ-Mobilitätspreis OÖ prämiert

„Zweitautos sind im Schnitt nur eine halbe Stunde pro Tag im Einsatz, 23 1⁄2 Stunden am Tag sind sie keine Fahrzeuge, sondern Stehzeuge. Carsharing kann vielen Haushalten ein Zweitauto und damit Geld sparen. Und gemeinsam genutzte Autos reduzieren auch die Umweltbelastung. Denn schon die Herstellung verursacht viel CO2, bei Kleinwagen laut Umweltbundesamt rund 8.500 bis 11.000 Kilogramm“, macht VCÖ-Geschäftsführer Nowak aufmerksam.

In Oberösterreich gibt es bereits einige lokale Carsharing-Angebote, nämlich in Krenglbach, Bad Schallerbach, Wels, Marchtrenk und Thalheim. Mit carsharing.link werden diese erstmals über eine Plattform gebündelt. Der große Vorteil: Den Mitgliedern eines lokalen Anbieters stehen auch die Carsharing-Fahrzeuge der anderen Orte zur Verfügung. Der Startschuss erfolgte Ende Mai. Landesrat Günther Steinkellner, VCÖ-Geschäftsführer Willi Nowak und Elisabeth Hufnagel von der ÖBB- Personenverkehr AG überreichten die Auszeichnung als vorbildliches Projekt an den Initiator von carsharing.link, Nobert Rainer, dem Geschäftsführer des Klimabündnis OÖ.

Auch radfahrfreundliche Wohnhausanlage in Wels prämiert

Das Wohnprojekt Hygge Wohnen besteht aus 26 Wohnungen und ist nicht nur in Holzbauweise, sondern auch sehr radfahrfreundlich gebaut. Vor den jeweiligen Wohnungstüren können Fahrräder sicher geparkt werden. Lift, Stiegenhaus und Laubengänge sind ausreichend breit, auch für Transporträder. Zusätzlich stehen den Bewohnerinnen und Bewohnern Sharing-Fahrzeuge zur Verfügung: Zwei Elektro- Fahrräder, ein Elektro-Lastenrad und ein E-Auto. „Acht von zehn Alltagswegen beginnen, oder enden zu Hause. Das Mobilitätsangebot im Wohnumfeld bestimmt wesentlich, wie wir mobil sind“, erklärt VCÖ-Geschäftsführer Nowak. Wolfgang Maierhofer, der Geschäftsführer des Wohnbauträgers Trio Development, nahm die Auszeichnung als vorbildliches Projekt beim VCÖ-Mobilitätspreis OÖ entgegen.

„Mobilität treibt uns an, sie bewegt uns Menschen und ist der Innbegriff für unsere individuelle Freiheit. Um die Mobilität der Zukunft zu gestalten und nachhaltige

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Lösungen zu schaffen, braucht es jede Menge Hirnschmalz. Die Förderung von innovativen Ideen und umfassenden Konzepten ist essentiell, um ein exzellentes, Mobilitätsangebot in allen Regionen des Landes voranzubringen. Ich bedanke mich für die cleveren Konzepte und die tollen Ideen, welche heuer eingereicht wurden und gratuliere den Preisträgern herzlich. Schließlich sind die Ideen von heute die Lösungen von morgen“, so Landesrat für Infrastruktur Mag. Günther Steinkellner.

Elisabeth Hufnagl von der ÖBB-Personenverkehr AG gratuliert den Preisträgerinnen und Preisträgern. „Wir bedanken uns für das außergewöhnliche Engagement und den Willen, die Zukunft der Mobilität mitzugestalten. Sie zeigen eindrucksvoll, dass mit innovativen Ideen und konsequenter Umsetzung sowohl im städtischen als auch im ländlichen Raum eine echte Mobilitätswende möglich ist. Als größtes Klimaschutzunternehmen Österreichs wissen wir, dass wir diese Wende nur gemeinsam schaffen können und leisten dazu tagtäglich gerne unseren Beitrag.“

Mit dem VCÖ-Mobilitätspreis will der VCÖ zeigen, dass es klimaverträgliche Lösungen für bestehende Verkehrsprobleme gibt. Auf der VCÖ-Website www.vcoe.at sind bereits mehr als 4.000 vorbildliche Projekte in einer Online- Datenbank zusammengefasst. In dieser können sich Gemeinden, Städte, Schulen, Unternehmen, Freizeit- und Tourismusbetriebe Anregungen holen, wie Verkehrsprobleme klimaverträglich gelöst werden können.

Informationen zu den ausgezeichneten Projekten: www.vcoe.at

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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