Hallstatt: Schwierige Rettung bei Regen aus Seewandklettersteig

Bericht Bergrettung:

Zwei Alpinisten aus Tschechien, ein Mann und eine Frau, gerieten im als sehr schwierig geltenden Seewandklettersteig bei Hallstatt in Bergnot. Kurz vor Einbruch der Dunkelheit setzten sie einen Notruf ab. Die Bergung gestaltete sich auf Grund des Regens und der Dunkelheit als schwierig und gefährlich.

Obwohl der Wetterbericht ab den Mittagsstunden Regen und Abkühlung ankündigte, stiegen die beiden tschechischen Bergsteiger in den als sehr schwierig (Schwierigkeit D/E) eingestuften Klettersteig bei Hallstatt ein. Zudem erschwerte die durch den Regen der vergangenen Tage entstandene Nässe das Fortkommen in der Wand. Kurz vor Einbruch der Dunkelheit konnte die bekleidungsmäßig ungenügend ausgerüstete Frau nicht mehr weiter. Ihr Begleiter setzte einen Notruf ab und alarmierte die Einsatzkräfte. Ein ÖAMTC-Rettungshubschrauber und ein ebenfalls alarmierter Hubschrauber der Polizei konnten wegen starker Windböen eine direkte Taubergung nicht mehr durchführen. Darauf wurden 13 Bergretterinnen und Bergretter aus Hallstatt und Obertraun mit den Hubschraubern auf die Gjaidalm (1.739m) geflogen. Die bereits einsetzende Dunkelheit erschwerte neben dem Wind diese Shuttelflüge zusätzlich. Ein am Berg anwesender Alpinpolizist stieg dann mit den Rettern zum Ausstieg des Klettersteiges auf 1.640 m. Von dort wurde ein Bergretter mit einem 200m langen Doppelseil in die 800 m hohe Wand abgeseilt. Die bereits unterkühlte Frau wurde mit trockener Kleidung versorgt und dann nach oben aufgeseilt. Der Mann konnte durch die Bergretter gesichert noch selbst langsam aufsteigen. Bei strömenden Regen erreichten die in Not geratenen Alpinisten und die Rettungskräfte den Ausstieg und mussten dann noch ca. eine Stunde bis zur Gjaidalm weitergehen. Durchnässt erreichten alle gegen 23.30 Uhr die Schutzhütte. Im Einsatz waren 21 Männer und Frauen der Bergrettungsortstellen Hallstatt und Obertraun, 2 Alpinpolizisten und die Feuerwehr Hallstatt zur Ausleuchtung des Landeplatzes.

Bericht LPD Oberösterreich

Rettungsaktion aus Klettersteig

Bezirk Gmunden

Ein 45-Jähriger und eine 36-Jährige, beide tschechische Staatsangehörige, reisten am 25. August 2021 nach Obertraun, um hier ein paar Tage Urlaub zu verbringen. Beide kommen seit einigen Jahren in diese Gegend und haben laut eigener Auskunft bereits mehrere Klettersteige, darunter die Drachenwand und den Postalmsteig, begangen. Am 26. August 2021 gegen 9 Uhr stiegen die beiden von den Kesselgründen bei Hallstatt zur Hirschaualm auf, um den Seewand-Klettersteig zu begehen. Um 10:30 Uhr kletterten die beiden los. Die Wetterprognose verlautbarte für das Salzkammergut ab den Mittagsstunden eine massive Wetterverschlechterung. Gegen 15 Uhr begann es tatsächlich zu regnen und abzukühlen, was das Klettern erheblich erschwerte. Viel zu langsam kamen die beiden voran. Vor allem die Frau war mittlerweile völlig entkräftet, durchnässt und unterkühlt, weshalb der 45-Jährige um 18:50 Uhr einen Notruf absetzte. An eine Taurettung war aber wegen des starken Windes in der Wand nicht zu denken. Zwei Hubschraubern vom BMI und ÖAMTC gelang es bei widrigsten Bedingungen in fünf Shuttle-Flügen 15 Bergretter und eine Bergretterin samt Material für eine terrestrische Rettung von Hallstatt bis zur Gjaidalm aufzufliegen. Von dort stiegen sie mit einem Alpinpolizisten zum Ausstieg vom Seewand-Klettersteig. Ein Bergretter erkundete die Lage in der Wand. Nach erfolgter Lagemeldung wurde ein weiterer Bergretter in die Wand abgeseilt, um in weiterer Folge von der Mannschaft mit der 36-Jährigen unter Zuhilfenahme eines Flaschenzugs wieder aufgezogen zu werden. Der Kletterer konnte selbständig bis zum Ausstieg klettern. Am Ausstieg wurde ein Zelt aufgebaut und die Tschechen mit Tee, Wärmepackungen und trockener Kleidung versorgt.

Fotos: ©Bergrettung Hallstatt

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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