Einer der zehn wärmsten Sommer der Messgeschichte

Der meteorologische Sommer 2021 endet wechselhaft und relativ kühl, in den nächsten Tagen liegen die Höchsttemperaturen nur zwischen 15 und 21 Grad.
„Insgesamt haben wir aber in Österreich einen der zehn wärmsten Sommer der 255-jährigen Messgeschichte erlebt“, sagt Alexander Orlik von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG), „die genaue Platzierung hängt von den letzten Augusttagen ab. Derzeit dürfte sieht es nach Platz 8, 9 oder 10 aus.“
Die ausführliche Sommerbilanz inklusive der Bundeslandauswertung veröffentlicht die ZAMG Anfang nächster Woche.
In den letzten Jahren fast nur extrem warme Sommer
Der Sommer 2021 bestätigt den Trend zu einem immer wärmeren Klima. Unter den fünfzehn wärmsten Sommern der 255-jährigen Messgeschichte sind fast nur Sommer der letzten 30 Jahre: 2003, 2019, 2015, 2017, 2018, 1992, 1811, 2021 (genau Platzierung noch unsicher), 2012, 1994, 2013, 1807, 2002, 1834, 2020 (Daten: HISTALP Tiefland).
Über dem Mittel der letzten Jahrzehnte
Wie hoch das Temperaturniveau in den letzten Jahren geworden ist, zeigt auch der Vergleich der österreichweiten Mitteltemperatur im Sommer 2021 mit unterschiedlichen Klimaperioden: Der Sommer 2021 liegt in der vorläufigen Auswertung um 0,6 Grad über einem durchschnittlichen Sommer im Zeitraum 1991 bis 2020 und mit einer Abweichung von +2,4 Grad deutlich über einem durchschnittlichen Sommer im Zeitraum 1961 bis 1990.
Hitzetage teils über, teils unter dem Durchschnitt
Die Zahl der Hitzetage (mindestens 30 Grad) lag im Sommer 2021 im Süden und Osten Österreichs größtenteils über dem Mittel der letzten 30 Jahre, zum Beispiel an den ZAMG-Wetterstationen Eisenstadt, Wien Hohe Warte und Graz Universität (jeweils 24 Hitzetage) sowie in Klagenfurt (23) und St. Pölten (19). Knapp unter dem Mittel der letzten 30 Jahre war die Zahl der Hitzetage in diesem Sommer im Westen und Norden Österreichs, wie zum Beispiel in Bregenz (6), Innsbruck Universität (19), Salzburg Flughafen (9) und Linz (12).
Zahl der Hitzetage hätte früher Rekord bedeutet
Auch bei der Zahl der Hitzetage zeigt sich die massive Erwärmung in den letzten Jahrzehnten. „So viele Hitzetage wie heuer hätten vor nur 30 Jahren in vielen Regionen Österreichs einen neuen Rekord bedeutet“, sagt ZAMG-Klimatologe Orlik, „mittlerweile sind so viele Hitzetage der Normalfall und die Rekorde der Landeshauptstädte liegen größtenteils im Bereich von über 40 Hitzetagen, gemessen in den Sommern 2003 und 2015.“
Teils nass, teils, trocken
Eine endgültige Niederschlagsbilanz für den Sommer 2021 ist noch nicht sinnvoll, da es in den nächsten Tagen in vielen Regionen noch regnen wird. Schon jetzt lässt sich aber sagen, dass die Niederschlagsmengen im Sommer 2021 in Vorarlberg, Tirol, Salzburg, Oberösterreich und Niederösterreich, Wien und in der nördlichen Steiermark im Bereich des Durchschnitts oder darüber waren (stellenweise +15 bis +50 Prozent). Relativ trocken war es dagegen in Kärnten, in der Steiermark südlich von Mur und Mürz sowie im Südburgenland (-15 bis -40 Prozent).

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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