Arbeiterkammer: Nachholbedarf bei Park-and-Ride-Anlagen sowie bei der Infrastruktur für Radfahrer in Oberösterreich

Eine Befragung im Auftrag der Arbeiterkammer Oberösterreich zeigt eine deutliche Unzufriedenheit der Oberösterreicher/-innen, wenn es um die Themen Park-and-Ride und das Radwegenetz geht. Aus Sicht der AK dürfen gerade diese wesentlichen Bestandteile des täglichen (Pendler-)Verkehrs nicht vernachlässigt werden. „Es braucht  dringende und sinnvolle Investitionen von Seiten der Landesregierung“, fordert AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer.

Laut Befragung durch das IFES-Institut im Auftrag der AK OÖ ist die Hälfte der Menschen in unserem Bundesland mit der Straßeninfrastruktur relativ zufrieden. Nur elf Prozent äußern sich ausdrücklich negativ, der Rest hat keine Angaben gemacht. Beim öffentlichen Verkehr sieht die Bevölkerung deutlichen Verbesserungsbedarf: Nur 38 Prozent der Befragten sind zufrieden, wohingegen 26 Prozent unzufrieden sind. Dabei wünschen sich viele Menschen einen Ausbau des Angebotes an Park-and-Ride-Anlagen, die den Umstieg auf die Hauptlinien von Bus und Bahn erleichtern würden. Immerhin 28 Prozent jener, für die das Verkehrsthema wichtig ist, äußern diesbezüglich Kritik.

Die Arbeiterkammer unterstützt dieses Anliegen und fordert hier mehr Initiative seitens der Landespolitik: „Es gibt zwar ein Park-and-Ride-Konzept aus dem Jahr 2019, erstellt durch eine externe Beraterfirma, aber bei der Umsetzung ist noch deutlich Luft nach oben“, kritisiert Präsident Kalliauer. Die Studie zu diesem Konzept wird äußerst vertraulich behandelt, weil man Grundstücksspekulationen keinen Vorschub leisten wolle. „Dieses Argument können wir zwar durchaus akzeptieren, aber es kann nicht sein, dass bei der Umsetzung gebremst wird“, so Kalliauer. Park and Ride ist laut AK ein wichtiger Beitrag, den Anteil des Autoverkehrs bei den Arbeitswegen zu senken, den Parkdruck vor allem im Linzer Zentralraum zu reduzieren und Staus zu vermeiden.

Hohe Unzufriedenheit mit der Infrastruktur für Radfahrer/-innen

Auffallend stark ist laut IFES-Studie die Kritik der Bevölkerung an den Radwegen. Hier äußern sich 40 Prozent negativ und nur 25 Prozent positiv (die restlichen 35 Prozent haben keine genaue Angaben gemacht). Auch dieses Ergebnis ist laut Arbeiterkammer schlüssig: „Für die Radfahrerinnen und Radfahrer ist in den letzten Jahren tatsächlich kaum etwas geschehen“, stellt Präsident Kalliauer fest. Bei diesem Thema gehe es aber nicht nur um die Freizeitgestaltung, denn Radfahren habe durchaus eine Bedeutung für Berufspendler/-innen, jedenfalls bei kürzeren Distanzen und somit speziell wieder im Zentralraum.

Präsident Kalliauer: „Gerade das Radfahren hat im Zuge der Corona-Pandemie einen gewaltigen Boom erfahren. Es wäre unverantwortlich, diesen Schub nicht durch entsprechende Investitionen in die Infrastruktur zu unterstützen.“ Umwelt- und klimapolitisch sei das ein Gebot der Stunde, denn man dürfe jene Menschen, die bereit sind, ihre Mobilität ökologischer auszurichten, nicht unnötigen Gefahren aussetzen. „Wir müssen sichere Radwege abseits der Hauptstraßen anbieten. Das gilt für den Freizeitverkehr wie auch für jene, die regelmäßig ihr Rad für den Arbeitsweg nützen möchten“, stellt Kalliauer klar.

Zufriedenheit mit der Verkehrsinfrastruktur (Auszug aus der IFES Erhebung)

Bildtext: Für AK-Präsident Kalliauer ist die Anlage in Gaumberg (Leonding) ein musterhaftes Beispiel für Park-and-Ride. Pendler/-innen haben dort ideale Anbindung an den öffentlichen Verkehr.

Bildcredits: AKOÖ/ Spitzbart

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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