AK-Kalliauer: „Es ist erschreckend, dass rund 15.700 Kinder in OÖ wegen der Arbeitslosigkeit ihrer Eltern von Armut bedroht sind“

Die durch Corona verursachte Arbeitslosigkeit betrifft nicht nur Arbeitssuchende, sondern auch viele Kinder. Diese leiden stark unter den hohen Einkommensverlusten und unter den sozialen Benachteiligungen in Folge der Arbeitslosigkeit ihrer Eltern. Vor allem Langzeitarbeitslose und deren Angehörige sind davon betroffen. „Die soziale Absicherung von Arbeitslosen muss rasch verbessert werden, um die Kinderarmut in unserem Land zu reduzieren“, sagt AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer.

Im Jahr 2020 erhielten rund 42.200 Menschen in Oberösterreich Arbeitslosengeld oder Notstandshilfe. Das sind um rund 11.320 Personen (+40 Prozent) mehr als vor Ausbruch der Pandemie im Jahr 2019. In diesen Haushalten leben rund 15.700 Kinder, die Anspruch auf einen sogenannten Familienzuschlag vom AMS haben. Davon wohnen rund 7.000 Kinder in Haushalten mit Langzeitarbeitslosigkeit bzw. Notstandshilfe. „Das ist eine erschreckend hohe Zahl und man sieht, dass viele Kinder in unserem Bundesland von Armut betroffen sind“, so Kalliauer.

Was die Situation noch besonders verschärft ist, dass dieser Familienzuschlag viel zu gering ist, er beträgt nur 97 Cent täglich und wurde seit Jänner 2001 (!) nicht mehr angepasst. Präsident Kalliauer: „Seit 20 Jahren wurden Kinder jährlich weniger wert – trotz immer höherer Kosten für Bildung, Wohnen und Leben. Es ist daher nicht nur für arbeitslose Menschen selbst, sondern auch für ihre Angehörigen unbedingt notwendig, die Nettoersatzrate beim Arbeitslosengeld von derzeit 55 Prozent auf zumindest 70 Prozent anzuheben.“ Auch der Familienzuschlag vom AMS müsse zumindest auf 2 Euro pro Tag angehoben werden. 

Viele Menschen sollten durch ihre Beitragszahlungen im Rahmen der Arbeitslosenversicherung abgesichert sein. Das ist jedoch in der Realität oftmals nicht der Fall. Im Schnitt liegt das Arbeitslosengeld in Oberösterreich (Wert für 2020) bei rund 1.000 Euro (33,50 Euro täglich). Die Notstandshilfe ist noch geringer und beträgt im Schnitt lediglich rund 900 Euro netto (29,80 Euro täglich). Sonderzahlungen, also eine 14-malige Auszahlung des Bezugs wie etwa bei der Pension, bekommen Arbeitslose nicht.

„Viele Menschen haben durch Corona und die damit verbundenen Schließungen am Arbeitsmarkt ihren Job unverschuldet verloren. Man darf sie nicht ihrem Schicksal überlassen. Hier muss der Staat viel stärker im Bereich der Existenzsicherung, Qualifizierung und Jobförderung aktiv werden“, sagt Kalliauer.

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

error: (c) by salzTV