Nach Unwettern: Geologen geben leichte Entwarnung

Erkundungsflüge ergaben erstes Gesamtbild / Wildbach-Sperren angefüllt / Wagrainer Straße meterhoch vermurt und teils zerstört

Salzburger Landeskorrespondenz, 17. August 2021

(LK) Gerald Valentin und Ludwig Fegerl vom Landesgeologischen Dienst konnten sich am Dienstag einen ersten Eindruck von den Unwetterschäden im Pongau und Pinzgau machen. Es gibt große Schäden im Wald, Wildbach-Sperren wurden angefüllt und die Wagrainer Straße ist meterhoch vermurt. Die Prognose: Optimistisch, denn das stabile Wetter in den kommenden Tagen hilft.

Gerald Valentin vom Landesgeologischen Dienst war im Pongau unterwegs und zieht eine erste Bilanz: „Es gibt einen schmalen Unwetterstreifen nur zirka 500 Meter breit von St. Johann bis Flachau, in diesem sind die Schäden allerdings groß. Es hat hier extremen Niederschlag gegeben, viele Bäume sind geknickt, die Wildbach-Sperren angefüllt. Am schlimmsten hat es aus derzeitiger Sicht die Wagrainer Straße getroffen, sie wurde meterhoch vermurt, teils sogar weggerissen“, so Valentin. Derzeit ist man dabei, sich zu den zwischen zwei Muren eingeschlossen Autos durchzukämpfen, sie eventuell heute noch zu bergen. „Bis die Straße wieder geöffnet werden kann, dauert es aus meiner Sicht Wochen“, so Valentin.

Prognose: Optimistisch

Die zahlreichen und immer wieder kehrenden Unwetter der vergangenen Wochen und Tage zermürben die Bevölkerung und Einsatzkräfte. „Ich bin jetzt aber optimistisch. Dass das Wetter in den kommenden Tagen stabil bleibt, hilft zur Entspannung der Lage und ist bei den Aufräumarbeiten ein Vorteil“, so Valentin. Es verschafft den Behörden und der Wildbach- und Lawinenverbauung auch Zeit, um die Sperren auszubaggern – um deren Schutzwirkung wieder herzustellen.

Pinzgau: Sicherungsmaßnahmen

Ludwig Fegerl vom Landesgeologischen Dienst war im Pinzgau unterwegs und gibt einen ersten Überblick:

  • In Dienten werden in Gräben Verklausungen gelöst und Gefahrenstellen entschärft.
  • In Thumersbach gibt es im Bereich Kendlergraben einen Hangrutsch, der nun mit Drohnen noch besser eingschätzt wird, welche Maßnahmen hier nötig sind, um die Rutschung zu entschärfen.
  • Ein Hang ist außerdem im Bereich der alten Gerlosstraße im Oberpinzgau in Bewegung, hier wird geprüft, welche Sicherungsmaßnahmen nötig sind.
  • Sorgen bereitet den Geologen und Einsatzkräften nach wie vor der Bräuergraben in Wald im Pinzgau, der seit drei Tagen nicht zur Ruhe kommt und für massive Vermurungen gesorgt hat. Teilweise hat sich hier Gestein, Holz und Schlamm zehn Meter aufgetürmt. Er muss entschärft werden. Wie, das wird gerade mit der Wildbach- und Lawinenverbauung geplant.

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©Land Salzburg/Gerald Valentin

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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