AK-Kalliauer: „Nehmen wir Geld für unsere Kinder in die Hand und verbessern Rahmenbedingungen in den Bildungseinrichtungen“

Einer immer flexibler werdenden Arbeitswelt stehen in Oberösterreich zu wenig vollzeittaugliche Kinderbetreuungsplätze mit starren Öffnungszeiten gegenüber. Berufstätigen Eltern gelingt es kaum, Beruf und Familie zu vereinbaren. „Was dazukommt: Unser Bundesland hinkt beim Ausbau der Betreuungsplätze, die den Eltern eine Berufstätigkeit in Vollzeit ermöglichen, allen anderen Bundesländern hinterher“, sagt AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer. Auch eine aktuelle IFES-Umfrage zur Zufriedenheit der Bevölkerung mit der oö. Landesregierung zeigt, dass nicht einmal die Hälfte der Eltern betreuungspflichtiger Kinder mit Ausmaß und Verfügbarkeit von Angeboten in den Einrichtungen zufrieden sind.

Die Qualität unter den derzeitigen Rahmenbedingungen ist ebenfalls oft nur durch das hohe Engagement der Beschäftigten aufrechtzuerhalten. Das hat eine von der Arbeiterkammer durchgeführte Erhebung, an der mehr als ein Viertel aller Beschäftigten in Oberösterreich teilgenommen hat, aufgezeigt. Diese schlagen Alarm, dass es – wegen des zu hohen Verhältnisses der zu betreuenden Kinder zum pädagogischen Personal – kaum möglich ist, die Kinder entsprechend zu beaufsichtigen. Häufig sind die Beschäftigten alleine für die Sicherheit und den Tagesablauf von bis zu 25 Kindern zuständig.

„Die Einrichtungen sind keine Aufbewahrungsstätten für Kinder, bei denen die Politik wegschauen und sparen kann. Es handelt sich um professionelle Einrichtungen, in denen der Grundstein der Bildung unserer Kinder gelegt wird. Und die Beschäftigten dort verdienen beste Rahmenbedingungen, um dieser wichtigen Aufgabe nachkommen zu können“, sagt Präsident Kalliauer.

Die bereits oben erwähnte IFES-Umfrage zeigt auch, dass sich 27 Prozent der Menschen in Oberösterreich mehr Investitionen der öffentlichen Hand in die Kinderbildung und -betreuung wünschen. Am raschesten sollte dabei in gut ausgebildetes Personal investiert werden. Gerade einmal 39 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass ausreichend Personal zur Verfügung steht. Die IFES-Umfrage ergab außerdem, dass es für arbeitssuchende Personen interessant wäre, einen Job in der Kinderbildung und -betreuung anzunehmen. So stimmten 73 Prozent der befragten Arbeitslosen bzw. jener Personen, für die Arbeitslosigkeit ein wichtiges Thema ist, zu, dass Arbeitssuchende Angebote im Landes- oder Gemeindedienst, wie etwa in der Kinderbetreuung, erhalten sollen.

„Es braucht eine Ausbildungsoffensive und langfristige Investitionen, um das Angebot und die Qualität im Bereich der institutionellen Kinderbetreuung auch zukünftig zu sichern. Nehmen wir Geld für unsere Kinder in die Hand, verbessern wir die Rahmenbedingungen für die Beschäftigten und schaffen zudem sinnstiftende Arbeitsplätze“, appelliert Kalliauer.

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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