Messstation am Salzburgring liefert erste aufschlussreiche Ergebnisse

Seit 26. Mai wird der Schallpegel am Salzburgring gemessen. Die Messungen zeigen nun erste Erkenntnisse. „Sie geben uns nicht nur Aufschluss darüber, welche Veranstaltungen höhere Lärmpegel aufweisen als andere, zu welchen Zeiten die Belastung größer oder niedriger ist, sondern sie schaffen auch die Grundlage zum Ausgleich der Interessen von Betreibern sowie von Anrainerinnen und Anrainern durch objektive Daten“, betont Landeshauptmann-Stellvertreter Heinrich Schellhorn nach Durchsicht der ersten Ergebnisse.

Seit 26. Mai liefert die moderne Messstation aufschlussreiche Lärmdaten am Salzburgring. LH-Stv. Heinrich Schellhorn und Messtechniker Gerd Rainer waren bei der Aufstellung dabei. (Archivbild)
Foto: Salzburger Landeskorrespondenz

Vorweg: Die bisherigen Ergebnisse sind erwartbar, fördern aber doch einige Überraschungen zutage. „An Tagen mit Rennveranstaltungen und Testtagen ist es naturgemäß am lautesten. Große Unterschiede gibt es aber an den sogenannten Trackdays“, erklärt Alexander Kranabetter, Leiter des Referats Immissionsschutz. Dabei dürfen Privatpersonen mit ihren straßenzugelassenen Fahrzeugen auf dem Ring ihre Runden drehen und ihr Fahrkönnen unter Beweis stellen. Das ist an manchen Tagen sehr laut, an manchen merklich leiser – und: auch geschlechterabhängig.

Verlässlich, objektiv und dauerhaft

Die moderne Schallpegel-Messstelle wurde am 26. Mai vom Referat Immissionsschutz in Betrieb genommen. Sie befindet sich 62 Meter von der Fahrbahnmitte der Rennstrecke entfernt. „Dadurch ist eine verlässliche und objektive Dauer-Schallmessung gewährleistet“, so Landeshauptmann-Stellvertreter Heinrich Schellhorn.

Gerät filtert Geräusche

Gewährleistet wird die Genauigkeit der Daten auch durch das „feine Gehör“ des Geräts. Ob Blasmusik, Kreissägen, Hubschrauber, Flugzeuge, Donner oder eben Motoren von Rennwagen – das Messgerät ermittelt nicht nur einen trockenen Dezibel-Wert, sondern kann Geräusche auch filtern und die Richtung, aus der sie kommen, bestimmen. „Ab einem Schallpegel von 65 Dezibel wird automatisch eine kurze Tonaufnahme gestartet und abgespeichert. Diese nutzen wir für eine spätere Kontrolle und gegebenenfalls Filterung der Daten. Denn ein Donnergeräusch oder ein überfliegendes Flugzeug haben ja mit dem Salzburgring an sich nichts zu tun und würden daher die Ergebnisse verfälschen“, erläutert Messtechniker Gerd Rainer.

Männer doppelt so laut wie Frauen

Alexander Kranabetter hat noch andere aufschlussreiche Messdaten „herausgehört“: „Der Unterschied zwischen dem leisesten Trackday am 26. Juni mit 55,8 Dezibel im Tagesmittelwert und dem lautesten am 25. Juli mit 69,7 beträgt 13,9. Bei zehn Dezibel Unterschied spricht man von einer Verdoppelung der wahrgenommenen Lautstärke. Der 26. Juni war eine Women-Only-Veranstaltung. Die Frauen dürften also ihre Boliden weniger am Limit fahren als ihre männlichen Kollegen.“

Ergebnisse im Detail

Sowohl im Juli als auch im Juni wurden an Trainings- und Renntagen die lautesten Geräusche gemessen, und zwar bei allen Werten: Am Montag, 19. Juli, ein Testtag, wurde ein höchster Spitzenpegel von 99,3 Dezibel erreicht. Ansonsten gab es im Juli Werte von 65,5 bis 96,8 Dezibel. Der niedrigste (65,5) fiel in die Kategorie sonstige Veranstaltungen (Fahrsicherheitstraining, Firmenpräsentationen, Foto- und Videoaufnahmen, Sportveranstaltungen, Auf- und Abbautage, Instandhaltungsarbeiten). Die 96,8 fielen auf einen Trackday. Der 19. Juli erreichte auch bei den Werten lauteste Stunde (75,9) und Tagesmittelwert (71,4) die höchsten Daten im Juli.

Renntage erwartungsgemäß am lautesten

Im Juni fand ein Renn-Wochenende von 11. bis 13. Juni statt. Alle drei Tage stellen die höchsten Spitzenpegel des Monats von 97,9 bis 99,2 Dezibel, die lautesten Stunden (78,0 bis 80,2) und die höchsten Tagesmittelwerte (73,4 bis 75,6). Schon im Vormonat wurden an den Renntagen 28. bis 30. Mai ähnliche Ergebnisse gemessen.

Schellhorn: „Grundlage für Dialog.“

„Abgesehen von den nun objektiven Daten steht jetzt der Dialog im Vordergrund. Dafür liefert die Messstation die nötigen Erkenntnisse. Der Anrainerbeirat und auch die Geschäftsführung des Salzburgrings begrüßen das gleichermaßen“, so Landeshauptmann-Stellvertreter Heinrich Schellhorn.

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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