Wirtschaftskammer regt Senkung der Körperschaftssteuer an

Österreich weist im europäischen Vergleich mit 25 Prozent derzeit einen hohen Körperschaftsteuersatz auf, was deutlich negative Effekte auf Produktivität, Wachstum und Investitionen hat und die Innovationsfähigkeit bremst. „Es bedarf daher einer raschen, ambitionierten und wachstumsorientierten Weichenstellung aus steuerlicher Sicht, um den Wirtschaftsstandort Österreich attraktiv zu halten und neu zu gestalten, und es darf keinesfalls nur bei Ankündigungen bleiben. Die Senkung der Körperschaftsteuer auf 21 Prozent ist dringend notwendig“, fordert Anette Klinger, Steuersprecherin der Sparte Industrie der WKOÖ.

Ein Vergleich mit den Nachbarländern verdeutlicht, wie dringend eine Senkung der Körperschaft-steuer ist: in Deutschland beträgt sie 15 Prozent (Solidaritätszuschlag 5,5 Prozent des Steuersatzes), in Tschechien 19 Prozent, in der Slowakei 21 Prozent bzw. 15 Prozent, in Ungarn 9 Prozent, in Slowenien 19 Prozent, in Italien 24 Prozent und in der Schweiz 12,32 Prozent bis 21,04 Prozent je nach Kanton. „Für den Industriestandort Österreich ist es wichtig, das Vorhaben nicht wie von der Regierung angedacht in Etappen, sondern in einem Schritt zu senken und bereits jetzt umzusetzen. Dies wird auf der einen Seite die Wirtschaft stimulieren, den Industriestandort sichern und Österreich auch im Europavergleich aus dem Mittelfeld holen. Die Entlastung bei der Körperschaftsteuer als langfristige Maßnahme sichert und generiert auf Dauer Tausende Arbeitsplätze, fördert notwendige Investitionen und stärkt das Eigenkapital der Betriebe. Eine solche Senkung trägt wesentlich zur Senkung der gesamten Abgabenquote bei, die derzeit noch weit über dem EU-Durchschnitt liegt und auch um 2,1 Prozentpunkte über dem Wert der Eurozone. Mit der derzeitigen Körperschaftsteuerquote von 25 Prozent ist Österreich keinesfalls mehr als Industriestandort attraktiv, denn es gibt nur fünf Länder im EU-Vergleich, deren Abgabenquote höher ist, als die von Österreich“, sagt Klinger.

Die Körperschaftsteuersenkung 2004/05 von 34 auf 25 Prozent hatte signifikant positive Auswirkungen auf Steueraufkommen und Beschäftigung und war ein durchschlagender Erfolg. Klinger daher abschließend: „Die positiven Erfahrungen der Körperschaftsteuersenkung aus 2005 können sich wiederholen und zu einem positiven Wirtschaftsimpuls beitragen. Es wird die Unternehmen dazu motivieren, kurzfristig wieder in Projekte zu investieren, mit der Umsetzung rasch zu beginnen und den ,on hold‘-Status oder sogar die Streichung von Investitonsprojekten wieder aufzuheben und ins Projektportfolio aufzunehmen.“   

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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