WKOÖ: Mehr Nachhaltigkeit durch mehr Bauen mit Holz

proHolz-Obmann Georg Starhemberg: Moderner Baustoff Holz schont Ressourcen, schützt Klima und speichert enorme Mengen CO2.

„Nachhaltigkeit ist eine Erfindung der Holzwirtschaft. In der Forstwirtschaft gilt: Nur so viel Holz entnehmen wie nachwächst“, betont Georg Starhemberg, Obmann von proHolz Oberösterreich, anlässlich des Earth Overshoot Day (Welterschöpfungstag) am 29. Juli. Der Earth Overshoot Day ist jener Tag, an dem die Menschheit alle Ressourcen aufbraucht hat, die sich in einem Jahr regenerieren können. Österreich bräuchte drei Erden, hierzulande war der Overshoot Day am 7. April.

In der heimischen Forstwirtschaft ist Nachhaltigkeit gelebte Realität. So wird in Oberösterreich nur ein Teil des jährlichen Holzzuwachses genutzt. 30 Mio. Kubikmeter Holz wachsen jährlich in den heimischen Wäldern nach, aber nur rund 26 Mio. Kubikmeter werden geerntet. Der Rest verbleibt im Wald und vergrößert stetig den Holzvorrat. „Somit wächst die Waldfläche Österreichs jedes Jahr um 4700 Fußballfelder“, hebt Markus Hofer, Geschäftsführer von proHolz OÖ, hervor.

Mehr Holz im Baubereich hilft bei Erreichen der Klimaschutzziele
Vor dem Hintergrund, dass Österreich bis 2040 klimaneutral sein will und die EU die Treibhausgasemissionen bis 2030 um 55 Prozent gegenüber 1990 senken will, verweist Starhemberg auf den Gebäude- und den Bausektor, der für 40 Prozent der totalen direkten und indirekten CO2-Emissionen verantwortlich ist: „Die Verwendung von Holz, besonders für langlebige Zwecke wie im Baubereich, kann einen entscheidenden Beitrag zur Erreichung der Klimaschutzziele leisten.“ Jede Sekunde entsteht ein Kubikmeter Holz, alle 40 Sekunden das Holz für ein durchschnittliches Einfamilienhaus. Ein Drittel des jährlich nachwachsenden Holzes würde bereits genügen, um alle Gebäude, die jährlich in Österreich errichtet werden, in Holz zu bauen.

Bäume entziehen der Luft beim Wachsen das Treibhausgas CO2 und speichern es im Holz. Produkte und insbesondere Häuser aus Holz verlängern diesen Speicher. Jeder Kubikmeter verbautes Holz bindet 1 Tonne CO2 langfristig und ersetzt CO2-intensive Baustoffe wie Ziegel, Beton oder Stahl. 40 Kubikmeter Holz für ein Einfamilienhaus spart und bindet etwa 80 Tonnen CO2. Dieselbe Menge emittiert ein neues Auto auf 700.000 km. Starhemberg: „Man könne dem langjährigen Leiter des Potsdam Instituts für Klimaforschung und Mitglied des Weltklimarates, Hans Joachim Schellnhuber, nur beipflichten, wenn er beim Dialog Holzbau 2020 gemeint hat, dass es sogar besser sein könnte, ein neues Haus aus Holz zu bauen, als ein bestehendes Haus zu sanieren und weiter zu nutzen.“

Mehrfachnutzen statt Abfall
„Entlang der Wertschöpfungskette Holz entsteht kein Abfall“, weist Hofer auf einen wichtigen Aspekt hin. „Denn Neben- und Koppelprodukte sind wertvolle Ausgangsmaterialien, beispielsweise werden aus Holzspänen Spanplatten, aus Rinde Rindenmulch.“ Dazu kommt, dass der Rohstoff Holz mehrere Nutzungszyklen durchlaufen kann, bevor er energetisch verwertet wird (kaskadischen Nutzung). Vollholz kann etwa nach langer Nutzungsdauer in einem Gebäude in der Möbelproduktion (Spanplatte) weiterverwendet werden. Erst am Ende der Nutzungsdauer, bei der Verbrennung wird dann dieselbe Menge CO2 frei, die der Baum beim Wachsen gespeichert hat.

Perfekte Mischung: Holz-Hybrid-Bauten
Neue Dimensionen und außergewöhnliche Einsatzmöglichkeiten eröffnen beim Bauen dem Naturmaterial Holz die Kombination mit Baustoffen wie Beton, Glas oder Stahl. „Holz kombiniert mit anderen Baustoffen ergibt in vielen Fällen optimale Lösungen“, erklärt proHolz-Obmann Starhemberg. Vor allem großvolumige Holzgebäude oder mehrgeschossige Wohnbauten sind häufig solche Holz-Hybrid-Bauten. Viele Holz-Hochhäuser haben auch aus statischen Überlegungen Stiegenhäuser und Liftschächte aus Stahlbeton. Erschließungskerne und Fluchtwege aus Holz wären zwar technisch möglich, es gibt aber nach wie vor baurechtliche Hürden und hohe Brandschutzauflagen.

„Holz ist also ein moderner Baustoff, der neben etlichen ökonomischen auch die ökologischen Vorzüge der Wiederverwendbarkeit, der Nachhaltigkeit, der Ressourcenschonung, der Klimaneutralität und der langfristigen CO2-Speicherung in sich vereint“, fasst Starhemberg zusammen.

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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