Bad Ischl/Traunkirchen: Familie ignorierte Absperrungen und fuhr in Mure. B145 gesperrt. Update!

Straßensperre missachtet – Feuerwehr zog Pkw auf Straße zurück

Am 18. Juli 20021 um 12:35 Uhr fuhr eine 34-Jährige aus Wien mit ihrem Pkw auf der B145 von Ebensee kommend in Richtung Traunkirchen. 
Nach einem Murenabgang am 17. Juli 2021 gegen 21:20 Uhr befand sich die B145 im Bereich des Nordportales des Sonnsteintunnels ca. 30 cm unter einer Schicht aus Schlamm und Geröll. Auf Grund der Gefährdung durch nachkommendes Gesteinsmaterial wurde die dortige „Tunnelkette Traunkirchen“ für den gesamten Verkehr gesperrt. Dies wurde den Straßenverkehrsteilnehmern durch mehrere Verbotszeichen „Fahrverbot“ sowie Scherengittern auf den Richtungsfahrbahnen Kund gemacht. 
Die 34-Jährige missachtete dieses Verbotszeichen und setzte ihre Fahrt in Richtung des Gefahrenbereiches fort. Bei Straßenkilometer 38,1 versuchte sie laut eigenen Angaben den vermurten Streckenabschnitt mit ca. 50 km/h zu passieren, wobei sie in der Mure stecken blieb und ihr Fahrzeug nicht mehr aus eigenem befreien konnte. 
Die vier Fahrzeuginsassen, Lenkerin samt Gatten und zwei Kleinkindern, wurden vorerst im Tunnelportal in Sicherheit gebracht, um eine Gefährdung durch herabstürzende Gesteinsbrocken hintanzuhalten. 
Die Freiwillige Feuerwehr Traunkirchen wurde verständigt. Diese war mit etwa zwölf Feuerwehrleuten im Einsatz und zog den PKW zurück auf die Fahrbahn. Es wurden keine Personen verletzt oder Sachen beschädigt. Eine Anzeige bei der Bezirkshauptmannschaft Gmunden bezüglich der Missachtung der Straßensperre wurde erstattet.

Quelle: Presseaussendung LPD OÖ vom 18.07.2021, 15:45 Uhr

Hochwassersituation

Update 11:30 Uhr:
Die Feuerwehren entlang der Donau (Mauthausen bis Saxen) haben begonnen zur Vorkehrung den mobilen Hochwasserschutz aufzubauen.

Update 10:30 Uhr:
In Enns mussten gegen 10.00 Uhr von der Feuerwehr drei Fischer von einer Insel auf der Donau gerettet werden.

Rund 150 Einsätze verzeichnete das Landesfeuerwehrkommando bis zwei Uhr Früh. Keller und Unterführungen wurden ausgepumpt, überflutete Straßen und Wege abgesichert. Betroffen waren der Raum Steyr sowie die Bezirke Kirchdorf, Linz-Land, Wels-Land und Gmunden. Dort hatten lokale Niederschläge und Gewitter zu Überflutungen, Vermurungen und Hangrutschen geführt. Nach einem Murenabgang musste in der Nacht die Salzkammergutstraße bei Traunkirchen gesperrt werden. Vor dem Tunnel Sonnstein war die Straße mit Geröll und Erdreich verlegt. 

In Steyr wurde um ein Uhr Früh eine Zivilschutzwarnung ausgelöst. Am Ortskai ist ein Pegel von 490 Zentimeter erreicht worden, im Laufe des heutigen Vormittags wird laut Hochwasserbericht der Höchststand mit 550 Zentimeter erreicht. Zuvor waren 14 Feuerwehren zum Kraftwerk Klaus ausgerückt, weil beim Steyrfluss eine alarmierende Durchflussmenge verzeichnet wurde. In Ach an der Salzach (Bezirk Braunau) wurden am späten Abend zur Sicherheit erste Gebäude geräumt, nachdem es in Hallein zu massiven Überschwemmungen gekommen war.  In der Stadt Schärding haben die Einsatzkräfte bereits am Samstagabend einen Hochwasserschutz errichtet, ehe in den frühen Morgenstunden beim Pegel die Vorwarngrenze überschritten wurde. Bis Mittag werden am Inn noch weitere Anstiege bis 650 Zentimeter prognostiziert, informierte der Hydrographischer Dienst des Landes Oberösterreich.

Es folgte eine Zivilschutzwarnung. „Aktuell sind in Schärding die Innlände, der Parkplatz Schiffsanlegestelle sowie der Leonhard-Kaiser-Weg für den gesamten Verkehr gesperrt“, teilte die Feuerwehr kurz nach acht Uhr Früh mit. Auch die Alte Innbrücke und weitere Straßen im Stadtgebiet werden voraussichtlich gesperrt. „An allen Ecken und Enden finden gerade Vorbereitungen statt“, so die Schärdinger Feuerwehr. Mehr als 6000 gefüllte Sandsäcke stehen bereit. 

Fischer gerettet
In den frühen Morgenstunden wurde in Schärding bereits ein Fischer samt seinem Fahrzeug aus dem Bereich des Pramspitzes gerettet. Er hatte den raschen Anstieg unterschätzt und war von den Wassermassen eingeschlossen.

Auch an der Donau steigen die Wasserstände. Heute Vormittag dürften die Pegel in Achleiten, Linz und Mauthausen überschritten werden. 

„Sonst schwimmen die Autos bis Österreich“
In Passau steigen die Wasserstände der Flüsse stündlich weiter an. Die Polizei schleppte vorsorglich Autos an Parkplätzen an der Donau ab, wie eine Sprecherin am Sonntag sagte. Anrainer hätten trotz Hochwasserwarnungen versäumt, ihre Fahrzeuge umzuparken. „Wenn wir sie nicht abschleppten, dann schwimmen die Dinger bis Österreich“, sagte die Polizeisprecherin.

Der Pegel der Donau war nach Angaben des Hochwassernachrichtendienstes im Laufe des Samstags um fast zwei Meter auf 7,80 Meter gestiegen. Der Wasserstand des Inn stieg in den vergangenen zwölf Stunden von 3,30 auf 5,40 Meter.

Bad Ischl: Gebäude mit Sandsäcken gesichert
In Bad Ischl (Bezirk Gmunden) standen ab 21.00 Uhr mehr als 100 Feuerwehrkräfte im Einsatz. Hauptsächlich galt es gefährdete Fahrzeuge zu bergen, überflutete Keller auszupumpen und vermurte Verkehrswege frei zu machen. In der Ortschaft Ramsau bildete sich im Schöffaubach eine Verklausung, wodurch das Wasser entlang einer Forststraße weiter floss und die angrenzenden Gebäude gefährdete. Sie wurden mit hunderten von Sandsäcken gesichert und Keller ausgepumpt. Durch Grabungen entlang des Baches gelang es weiteren Schaden von den Häusern abzuwenden.

Quelle: nachrichten.at

FOTOS © TEAM FOTOKERSCHI.AT / KERSCHBAUMMAYR & BRANDSTÄTTER 

Im Bild: Landesgeologe Dr. Harald Wimmer. Ein Geologe des Landes Oberösterreich und Mitarbeiter der Wildbachverbauung haben sich gemeinsam mit dem Bürgermeister vor Ort ein Bild gemacht.

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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