Statistik: Erstes Coronajahr hinterlässt deutliche Spuren in Salzburg

Fünf Jahre im Überblick / Mehr Sterbefälle und Arbeitslose / Weniger Tourismus, Verkehrsunfälle und Insolvenzen

Salzburger Landeskorrespondenz, 13. Juli 2021

(LK) Das erste „Coronajahr“ 2020 hat Salzburg schwer getroffen, das hat nun auch die Landesstatistik in einem Bericht anschaulich zusammengefasst. „Nicht nur, aber vor allem in den Wirtschaftsdaten ist der Knick im Vorjahr klar zu erkennen. Es gibt aber sozusagen auch positive Aspekte, unter anderem gab es weniger Verkehrsunfälle“, so Evelyn Putz von der Landesstatistik. Hier ein kurzer Überblick, was Corona mit dem Bundesland in Hinblick auf die Zahlen gemacht hat.

Statistischer Vergleich Salzburg 2015-2020 Web_Infografik

Die Fünfjahresübersicht bereitet die wichtigsten sozial- und wirtschaftsstatistischen Daten für das Land Salzburg im Zeitverlauf und im Vergleich mit Österreich in tabellarischer und grafischer Form auf und steht auf der Landes-Website zur Verfügung. „Heuer natürlich besonders interessant, denn die Corona-Pandemie hat ihre Spuren hinterlassen, nicht nur bei den Menschen, auch in der Statistik“, so Evelyn Putz, die die Daten der vergangenen fünf Jahre für die Bevölkerung aufbereitet hat.

Mehr Menschen auf Arbeitssuche

In Salzburg waren 2020 im Schnitt insgesamt 253.572 Personen unselbständig beschäftigt und 20.087 Personen ohne Arbeit, was eine Arbeitslosenrate von 7,3 Prozent ergab. Aufgrund der Covid-19-Pandemie kam es gegenüber 2019 zu einem Beschäftigungsrückgang von 3,3 Prozent und zu einem deutlichen Anstieg der Arbeitslosigkeit von 58,2 Prozent. Obwohl sowohl der Beschäftigungsrückgang als auch der Anstieg der Arbeitslosigkeit in Salzburg höher ausfielen als in Österreich (unselbständig Beschäftigte: ­-2,1 Prozent, Arbeitslose: +35,9 Prozent), lag 2020 Salzburgs Arbeitslosenrate mit 7,3 Prozent weiterhin deutlich unter jener Österreichs mit 9,9 Prozent.

Die Bauwirtschaft profitierte

Nach dem Höchststand von 13,5 Milliarden Euro 2019 ging in Salzburg das Produktionsvolumen in der Warenherstellung um 5,8 Prozent auf 12,7 Milliarden Euro im Vorjahr zurück. Bei den Umsätzen am Bau kam es binnen Jahresfrist hingegen noch zu einem Anstieg um 2,3 Prozent auf 3,7 Milliarden Euro. Die wirtschaftliche Entwicklung im produzierenden Bereich verlief damit in Salzburg günstiger als in Österreich (-8,8 Prozent Warenherstellung, -3,1 Prozent Bau).

Tourismus wie im Jahr 1998

Der Tourismus war von der Covid-19-Pandemie stark betroffen. 4,7 Millionen Gästeankünfte und 20,3 Millionen Nächtigungen im Jahr 2020 bedeuten in Salzburg ein Minus von 42,3 Prozent (Ankünfte) beziehungsweise von 32,3 Prozent (Übernachtungen) gegenüber 2019. Weniger als 20,3 Millionen Nächtigungen wurden zuletzt 1998 verbucht. Österreich war mit einem Minus von 45,8 Prozent bei den Gästeankünften und von 35,9 Prozent bei den Nächtigungen vom Einbruch sogar noch etwas stärker betroffen als Salzburg.

Weniger Verletzte bei Unfällen

2.312 Verkehrsunfälle mit 2.791 Verletzten im Jahr 2020 in Salzburg bedeuteten deutlich weniger Verkehrsunfälle und Verletzte als in den vergangenen Jahren, in den Lockdowns waren die Menschen weniger mobil. Die Zahl der Getöteten war hingegen mit 28 im Jahr 2020 ähnlich hoch wie 2018 (27) und 2019 (31). Auch in Österreich wurden 2020 deutlich weniger Verkehrsunfälle mit Personenschaden bei den Polizeidienststellen gemeldet als in den Jahren zuvor. Dadurch kam es auch zu deutlichen Rückgängen bei der Zahl der Verletzten und der Zahl der Getöteten.

Firmeninsolvenzen verhindert

In Salzburg meldeten in den Jahren 2015 bis 2019 jährlich zwischen 331 (2015) und 392 (2016) Unternehmen Insolvenz an. Im Jahr 2020 wurden – bedingt durch die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht wegen der Covid-19-Pandemie – nur 187 gezählt. Österreichweit wurden 2020 insgesamt 3.034 Firmensinsolvenzen gemeldet, das waren in etwa 2.000 weniger als in den Jahren zuvor. 375 Privatkonkurse im Jahr 2020 im Land Salzburg waren zwar weniger als 2018 und 2019, jedoch mehr als 2016 und 2017.

Autoneuzulassungen brachen um ein Viertel ein

Auch im Jahr 2020 stieg der Kraftfahrzeugbestand an und erreichte einen Stand von 441.000 Kraftfahrzeugen. 72,4 Prozent davon waren Personenkraftwagen. 27.170 Neu- und 64.866 Gebrauchtzulassungen bedeuten hingegen ein Minus von 24,9 beziehungsweise 1,4 Prozent gegenüber 2019. Österreichweit ging im Vorjahresvergleich die Zahl der Neuzulassungen um 19 Prozent und jene der Gebrauchtzulassungen um 1,7 Prozent zurück. Ein deutliches Plus gab es jedoch bei den Neu- und Gebrauchtzulassungen von E-Autos.

Bevölkerung wächst leicht

Ausgehend von 545.815 Personen zum Jahresende 2015 erhöhte sich die Zahl der in Salzburg wohnenden Menschen auf 560.710 zum Jahresende 2020. Das Bevölkerungswachstum von 2,7 Prozent entspricht exakt jenem Österreichs. Zum Jahresende 2020 waren 101.938 in Salzburg lebende Personen ausländische Staatsangehörige, was einen Bevölkerungsanteil von 18,2 Prozent ergibt. Während die Zahl der Geburten ähnlich hoch war wie in den Jahren zuvor, kam es sowohl im Bundesland als auch in ganz Österreich von 2019 auf 2020 aufgrund der Pandemie zu einem starken Anstieg der Sterbefälle von knapp zehn Prozent.

Quelle: Land Salzburg

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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