Salzburg: Das „Super-Pass-Jahr“ wandert auf 2021

Behörden sind gerüstet / Rechtzeitig Antrag stellen

Salzburger Landeskorrespondenz, 11. Juli 2021

(LK)  Für das Jahr 2020 wurde in Salzburgs Verwaltung eigentlich ein besonders hohes Interesse an Reisepässen vorhergesagt, rund 30.000 haben im Vorjahr ihre Gültigkeit verloren. Coronabedingt konnten viele Reisen nicht stattfinden, und deshalb hat sich der „Run“ teilweise auf heuer verschoben. Der Blick in die ausstellenden Behörden in den Bezirken zeigt: Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind zwar aktuell voll im Einsatz, aber trotzdem gut auf große Anstürme vorbereitet – teilweise auch aus anderen Bundesländern.

Eigentlich wurde in Salzburg für 2020 ein Super-Pass-Jahr vorhergesagt. Coronabedingt konnten allerdings im Vorjahr viele Reisen nicht stattfinden, deshalb hat sich der „Run“ teilweise auf heuer verschoben.

Der Hauptgrund für die Häufung der Passausstellungen liegt schon lange zurück: Mit 1. Juni 2000 trat eine wesentliche Gebührenerhöhung in Kraft, und damals besorgten sich zahlreiche Österreicherinnen und Österreicher noch zum alten Tarif einen Pass. Reisepässe von Erwachsenen laufen nach zehn Jahren ab, daher gab es diesen neuerlichen Andrang 2010, und er wurde auch wieder für 2020 erwartet. Durch die Reisebeschränkungen im Vorjahr haben sich allerdings viele noch bis heuer mit der Neuausstellung Zeit gelassen. Die ausstellenden Behörden rechnen auf jeden Fall mit mehr Arbeit in den kommenden Monaten.

Lungauer federn auch Kärntner Bedarf ab

Ein interessantes Phänomen wurde zuletzt in der Bezirkshauptmannschaft Tamsweg beobachtet. „Gerade jetzt in Richtung Sommerferien steigt das Aufkommen im Passamt wieder stark. Einen nicht zu kleinen Anteil daran haben auch unsere Nachbarn aus Kärnten und der Steiermark. Weil bei uns die Wartezeiten kürzer sind, erledigen viele diesen Behördenweg außerhalb ihres Heimatbundeslands“, erzählt Michaela Rohrmoser, Bezirkshauptfrau in Tamsweg. Hintergrund für diesen Passtourismus ist die österreichweit freie Behördenwahl bei der Ausstellung.

Magistrat gerüstet für Andrang

Der Magistrat der Stadt Salzburg erwartet sich für heuer zu den durchschnittlichen 15.000 neuen Reisedokumenten noch zusätzliche 10.000 aus dem Vorjahr. Aus diesem Grund wurden drei zusätzliche Mitarbeiter bis September eingestellt und ein zusätzliches „Passamt“ geschaffen. Franz Schefbaumer, städtischer Passamtsleiter, empfiehlt: „Unbedingt frühzeitig einen Termin vereinbaren!“

Flachgau setzt auf Gemeinden

Um die Vielzahl an Anträgen für die Bezirkshauptmannschaft Salzburg-Umgebung möglichst gut zu bearbeiten, arbeitet man eng mit den Gemeindeämtern zusammen. „In allen 37 Flachgauer Gemeinden ist es möglich, das Reisedokument direkt über das Gemeinde-, Markt- oder Stadtamt zu beantragen. Dieser zusätzliche Kundenservice zeigt besonders zu Corona-Zeiten seinen Vorteil: Wir können damit den Parteienverkehr im Haus niedrig halten“, ist Bezirkshauptfrau Karin Gföllner überzeugt.

Handysignatur und Pass im Pinzgau

Auch Kurt Reiter, Gruppenleiter für öffentliche Sicherheit in der Bezirkshauptmannschaft Zell am See sieht in der Zusammenarbeit mit den Gemeinden einen großen Vorteil: „Wir sind zwar aktuell aufgrund der Öffnungsschritte und der anstehenden Sommerferien gut ausgelastet, haben die Situation aber trotzdem gut im Griff. Zusätzlich hilft es uns, dass in fast allen Pinzgauer Gemeinden ein Passantrag in der Gemeinde erfolgen kann, den wir dann weiter bearbeiten. Das spart Zeit und vermeidet große Menschenansammlungen. Übrigens: Eine Handysignatur, wie man sie für den grünen Pass benötigt, kann man zeitgleich mit dem neuen Reisepass beantragen.“

Doppelter Andrang im Pongau

In der Bezirkshauptmannschaft St. Johann verzeichnet man in den vergangenen Monaten einen deutlichen Anstieg bei den Passanträgen. Von April bis Juni des Vorjahres wurden 1.700 behandelt, von April bis Juni 2021 waren es mit 3.300 fast doppelt so viele: „Jetzt, wo Auslandsreisen wieder leichter möglich sind, bearbeiten wir mit 1,5 Vollzeitkräften bis zu 100 Dokumente pro Tag. Im Vergleich zu anderen Bundesländern haben wir allerdings keinen Rückstau, und deshalb vergehen vom Antrag bis zur Postzustellung normalerweise nicht mehr als fünf Arbeitstage“, so Bezirkshauptmann Harald Wimmer.

Tennengau spürt den Anstieg

Auch im Passamt der Bezirkshauptmannschaft Hallein war es im Vorjahr ab März ungewöhnlich ruhig, dafür steigen die Anträge jetzt wieder schlagartig an. „Die Reisetätigkeit hat einen großen Einfluss auf unsere Auslastung. Da die Sommerferien in Kürze beginnen, bemerken wir den Anstieg deutlich. Unsere eigenen Mitarbeiter und die Staatsdruckerei bemühen sich nach Kräften und sind sehr engagiert, kurze Wartezeiten können wir aber in der jetzigen Situation nicht komplett ausschließen. Deswegen unser Tipp: Rechtzeitig beantragen, dann kann der Urlaub stressfrei beginnen“, rät Helmut Fürst, Bezirkshauptmann im Tennengau.

So kommt man zum neuen Reisepass

Das sind die wichtigsten Schritte auf dem Weg zum neuen Reisedokument:

  • Passbehörden sind die Bezirkshauptmannschaften und der Magistrat der Landeshauptstadt, dort sind Anträge unabhängig vom Wohnort möglich. Zusätzlich kann man den Reisepass auch in der eigenen Heimatgemeinde beantragen, sofern die Gemeinde diesen Service anbietet. Sie leitet den Antrag an die zuständige Passbehörde weiter.
  • Mitzunehmen sind ein biometrisches Passfoto und der alte Reisepass sowie gegebenenfalls zusätzliche Unterlagen wie zum Beispiel bei Namensänderung eine Heiratsurkunde.
  • Gebühren: 75,90 Euro sind zu entrichten. Für Kleinkinder bis zwei Jahre ist der Reisepass gratis, für Kinder von zwei bis zwölf Jahren kostet er 30 Euro. Ein Expresspass kostet 100 Euro, ein Ein-Tages-Expresspass 220 Euro.
  • Der Antrag muss persönlich eingebracht werden.

Copyright Titelbild: Land Salzburg/Andreas Putz

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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