„Schulschluss in Oberösterreich – Rückblick und Ausblick“

Schulschluss in Oberösterreich

Nach einem alles anderen als normalem Schuljahr 2020/2021 freuen sich knapp 190.000 Schülerinnen und Schüler in Oberösterreich auf die bevorstehenden Sommerferien.
Auch insgesamt 1.138 Neulehrerinnen und Neulehrer erleben ab morgen ihre ersten großen Ferien.

Für das kommende Schuljahr haben sich in oö. Volksschulen 15.209 Kinder neu angemeldet – bedeutet, dass 135 Kinder mehr die erste Klasse besuchen werden als im vergangenen Jahr. Diese teilen sich auf die Oberösterreichischen Bezirke wie folgt auf:

  •   Braunau: 1.054 
  •   Eferding: 358 
  •   Freistadt: 704 
  •   Gmunden: 966 
  •   Grieskirchen: 680 
  •   Kirchdorf: 555 
  •   Linz-Stadt: 1.842 
  •   Linz-Land: 1.716 
  •   Perg: 812 

Ried: 619
Rohrbach: 618

Schärding: 492

Steyr-Stadt: 332

Steyr-Land: 668

Urfahr-Umgebung: 861

Vöcklabruck: 1.500

Wels-Stadt: 583

Wels-Land: 849

Ein Schuljahr, das lange nicht vergessen wird

Das Schuljahr 2020/2021 wird allen länger in Erinnerung bleiben. Die herausfordernde Zeit und die damit verbundene Umstellung auf das Distance-Learning haben die Geschehnisse des restlichen Schuljahres fast vergessen lassen. Das Schuljahr nochmals zusammengefasst:

Nach einer schweren Zeit erleben wir jetzt endlich eine neue Phase, eine Zeit der Zuversicht. Zuversicht, weil wir den Blick endlich wieder nach vorne richten können. Dass es nun wieder nach vorne geht, dafür müssen wir uns bei den

„Danke für das Engagement“page2image3934059808page2image3934060096

vielen Oberösterreicherinnen und Oberösterreichern bedanken, die sich an die Maßnahmen gehalten haben sowie bei allen, die für die Umsetzung der Maßnahmen gesorgt haben“, betont LH-Stellvertreterin Christine Haberlander und führt weiter aus: „Ich möchte mich bei allen – angefangen beim Assistenz- und Unterstützungspersonal, über die Lehrerinnen und Lehrer sowie die Schulleitung und allen anderen, die an den Schulen tagtäglich dafür arbeiten, dass ein reibungsloser Schulalltag stattfinden kann, aber auch bei den Schülerinnen und Schülern sowie ihren Eltern – dafür bedanken, dass mit ihrem besonderen Engagement dieses herausfordernde Schuljahr so gut gemeistert wurde.“

Die Pädagoginnen und Pädagogen hatten mit der großen Aufgabe zu kämpfen, die verschiedenen Phasen der Umstellungen mitzutragen und im Präsenz-, Distance-Learning, aber auch Schichtbetrieb zu unterrichten. Eine Herausforderung, die erst durch viel Engagement und Einsatz bewältigbar wurde. Niemand hatte geahnt, dass das Virus auch mehr als ein Jahr nach Ausbruch noch immer unseren Schulalltag im Griff hat. Aufgrund der schwankenden Infektionszahlen, auch an den Schulen, mussten verschiedene Varianten des Schulalltages veranlasst werden. Dennoch ist klar ersichtlich geworden, dass aus dem ersten Corona-Schuljahr vieles mitgenommen werden konnte. Die Umstellungen waren routinierter, das Distance-Learning gelang viel besser. Ein besonderes Augenmerk wurde dabei immer auf die Schülerinnen und Schüler gelegt, die weniger gut mit dieser Situation umgehen konnten. Diese wurden bewusst immer an die Schulen geholt, um kein Kind zu verlieren. Am Ende bin ich froh, dass die letzten Wochen in Präsenz erlebt werden konnten. Denn Schule ist mehr als Unterrichts- und Hausübungszeit. Schule ist ein Ort des sozialen Miteinanders. Das persönliche Gespräch, das Lernen mit- und voneinander oder einfach nur das gemeinsame Lachen in einer Pause haben vielen Kindern und Jugendlichen gefehlt“, so Bildungsdirektor Alfred Klampfer.

Die Herausforderungen aufgrund der Coronakrise

Distance-Learning-Phasen im Schuljahr 2020/21 – eine Übersicht:
3. November 
– Weihnachtsferien 2020:
Schon mit Beginn des Schuljahres 2020/2021 wurden Krisenteams an den Schulen eingerichtet, die eine etwaige Umstellung auf Distance-Learning vorbereiten sollten. An allen Standorten wurden Kommunikations- und Lernplattformen vereinheitlicht, was als große Erleichterung bei allen angesehen wurde.
50 Tage lang ging nach Schulbeginn alles gut. Doch nach dem verlängerten Wochenende Anfang November musste die Oberstufe schon ins Distance- Learning wechseln. Mit 17. November wurde dann der Unterricht für alle Schulen im Land umgestellt.
Der zweite Lockdown dauerte im Schulbereich 20 Tage bis 6. Dezember. Danach konnten alle Schülerinnen und Schüler, bis auf die Oberstufe, wieder an die Schulen zurückkehren.

7. Jänner – Semesterferien 2021:

Der Schulbetrieb 2021 startete im erneuten Lockdown. 32 Tage bis zu den vorverlegten Semesterferien wurden im Distance-Learning unterrichtet.

15. Februar – 14. Mai:

Mit Beginn des Sommersemesters kehrten alle Schülerinnen und Schüler wieder zurück an die Schulen. Für die Kinder in den Volksschulen fand täglicher Präsenzunterricht statt, alle anderen waren im Schichtbetrieb an den Schulen.

„Damit der Schulbesuch so sicher wie möglich war, wurde ein engmaschiges Sicherheitsnetz geknüpft. Neben den geltenden Hygiene- und

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Präventionsmaßnahmen lieferten hier die regelmäßigen Testungen einen zusätzlichen Schutz an den Standorten“, erklären Haberlander und Klampfer.

17. Mai – Schulschluss:

Der Mix aus Distance-Learning, Präsenzunterricht und Schichtbetrieb hatte mit 17. Mai ein Ende. Da startete der tägliche Präsenzunterricht für alle Schülerinnen und Schüler.

Im heute zu Ende gehenden Schuljahr hat das Land OÖ die Schulen mit insgesamt knapp 2,5 Millionen Masken unterstützt, davon knapp 350.000 FFP2-Masken.

Dieses Schuljahr war für alle Schulen ein Auf und Ab. Doch egal welche Phase wir im Bildungsbereich durchgemacht haben, ein unglaublicher Zusammenhalt war spürbar. Es ist uns bewusst, dass diese Zeit nur gelingen konnte, weil alle an einem Strang gezogen haben. Angefangen von den Schülerinnen und Schülern, deren Eltern, über die Pädagoginnen und Pädagogen bis zu den Schulleiterinnen und Schulleitern – das Distance-Learning konnte nur im Zusammenspiel aller funktionieren. Ich möchte mich an dieser Stelle auch nochmals bei allen dafür bedanken“, so Haberlander.

„Die Umstellungen kamen teilweise überraschend, andere waren zumindest wenige Tage davor bekannt. Hier zeigten sich die guten Vorbereitungen der Krisenteams an den Schulen. Meist konnte problemlos auf die jeweilige Phase umgestellt werden, wofür ich mich bei allen bedanke“, so Bildungsdirektor Klampfer.

Insgesamt wurden in den Schulen knapp sechs Millionen Selbsttests durchgeführt. Mehr als 2.000 Infektionen konnten so gefunden werden.

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Seit dem Beginn des Schuljahres gab es 9.538 positiv getestete Personen an den Schulen:

  •   7.675 Schülerinnen und Schüler
  •   1.715 Lehrerinnen und Lehrer
  •   148 sonstiges PersonalIm Schnitt waren 1,1 % der Schülerinnen und Schüler im Distance-Learning, weil sie oder deren Eltern/Erziehungsberechtigten mit dem Selbsttest nicht einverstanden waren.„Für mich waren die regelmäßigen Testungen eine wichtige Basis für einen sicheren Schulbesuch. Denn jede gefundene Infektion verhinderte den Ausbruch einer Kette“, so Haberlander.Was mitgenommen wirdDie Umstellung auf Distance-Learning hat uns wesentliche Dinge gezeigt:
  1. Das didaktisch-methodische Repertoire der Lehrerinnen und Lehrerist vielfältig
  2. unser Schulsystem ist innovativer als von vielen angenommen
  3. Distance-Learning wird nie die Lernerfahrungen in der Schuleersetzen

Viele Pädagoginnen und Pädagogen aber auch Schülerinnen und Schüler haben sich in dieser Zeit ein großes Repertoire an digitalem Können angeeignet. Die Stärkung der digitalen Kompetenz ist auf beiden Seiten durchaus spürbar. Darauf wollen und werden wir auch in den kommenden Jahren aufbauen.

Dennoch: Je länger die Zeit des Distance-Learnings andauerte, desto mehr zeigte sich, wie wichtig Schule in Präsenz für die Kinder und Jugendlichen ist.

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Was lernen wir daraus?page6image3970062912page6image3970063200

„Es sind die gemeinsamen Erlebnisse, Ausflüge, das gemeinsame Vorbereiten auf einen Test oder einfach eine gemütliche Pause mit den Freundinnen und Freunden, die den Schulalltag ausmachen und woran man sich auch später noch gerne zurückerinnert“, so Klampfer. „Diese soziale Komponente ist dieses Schuljahr bei vielen sicherlich zu kurz gekommen. Ich freue mich aber, dass alle Schülerinnen und Schüler die letzten Wochen noch gemeinsam im täglichenPräsenzunterricht erleben konnten“.

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Ergebnisse schriftliche Reife- und Diplomprüfung
Insgesamt 6.433 Kandidatinnen und Kandidaten traten heuer zur Reife-

und Diplomprüfung an.

Bildung ist die Chance für junge Menschen, sich für ihre Zukunft zu rüsten und die Möglichkeit für jede und jeden Einzelnen, seine Talente zu entfalten. Gerade in den herausfordernden Zeiten der vergangenen Monate sind die wirklich guten Ergebnisse der Reife- und Diplomprüfungen der Schülerinnen und Schüler aus Oberösterreich ein besonders erfreuliches Zeichen. Ein Zeichen, dass wir in Oberösterreich mehr getan haben für unsere Schulen als andere und, dass dank dem Zusammenhalt zwischen Pädagoginnen und Pädagogen, Schülerinnen und Schüler sowie ihren Eltern auch die schwierigen Phasen des Distance-Learnings gut überwunden werden konnten“, sagt die Bildungsreferentin.

AHS-Ergebnisse aus OÖ:

Im Bundesländervergleich bei der Zentralmatura weisen in Mathematik (AHS) Oberösterreich (24,7 Prozent Sehr gut) und Tirol (24,4 Prozent Sehr

gut) die besten Ergebnisse auf. In der Angewandten Mathematik (BHS) ist ebenfalls Oberösterreich mit 15,7 Prozent Sehr gut Spitzenreiter.

Oberösterreich stockt 8-Punkte-Plan auf

Mit dem Beginn des kommenden Schuljahres wird der nächste Schritt des 8- Punkte-Plans umgesetzt. Fast alle Mittelschulen in Oberösterreich nehmen am Projekt „Digitale Schule“ des BMBWF teil.
Zahlen zum Projekt aus OÖ:

  •   265 Schulen
  •   833 Klassen der 5. Schulstufe
  •   827 Klassen der 6. Schulstufe
  •   55 Mehrstufenklassen
  •   27.400 Schülerinnen und Schüler„Für das Land OÖ ist es ein wesentlicher Schritt, dass neben den Schülerinnen und Schülern auch die Pädagoginnen und Pädagogen mit den gleichen Endgeräten ausgestattet werden. Daher werden wir hier mehr als drei Millionen Euro in Geräte für die Lehrerinnen und Lehrer investieren, inklusive aller Nebenkosten wie Versicherung, Ersteinrichtung oder Lizenzierung der User. Rund 2.000 Laptops/Tablets werden zusätzlich angekauft, zwei pro teilnehmender Klasse. Gerade im Hinblick auf die vergangenen 1,5 Jahre muss uns bewusst sein, wie wichtig der digitale Unterricht und damit die digitale Schule sind. Mit dem Ankauf der zwei zusätzlichen Tablets bzw. Notebooks pro Klasse setzen wir ein klares Zeichen in Richtung Weiterentwicklung von Schule und Unterricht. Oberösterreich soll auch weiterhin das Bildungsland und somit das Land der Möglichkeiten bleiben“, erklärt Haberlander.Die Auslieferung der angekauften Geräte ist im Laufe des Wintersemesters 2021/2022 geplant.„Ich freue mich, dass so viele Schulen an diesem zukunftsorientierten Projekt teilnehmen. Somit werden im Herbst zehntausende Schülerinnen und Schüler der fünften und sechsten Schulstufe mit mobilen Endgeräten ausgestattetwerden“, erklärt Klampfer.Seite 11

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Wesentlich für einen moderneren Unterricht wird die Lehrendenfortbildung sein. Die Pädagoginnen und Pädagogen haben hier die vergangenen Monate genutzt: Mehr als 30.000 Anmeldungen zu Fort- und Weiterbildungen für einen digitalen Unterricht konnten die Hochschulen in OÖ verzeichnen.

„Wir wünschen den Schülerinnen und Schülern eine schöne Zeit mit ihren Freundinnen und Freunden und viel Abenteuer und vor allem erholsame Ferien. Allen Pädagoginnen und Pädagogen sowie Leiterinnen und Leiter wünschen wir, dass sie nach den vergangenen herausfordernden Wochen Energie tanken und die freien Tage genießen können“, so Haberlander und Klampfer.

Sommerschule in Oberösterreich

Gerade für Schülerinnen und Schüler, die Aufholbedarf in der deutschen Sprache haben, waren die Wochen des Distance-Learnings eine besondere Herausforderung. Um eine Sprache zu erlernen, muss man diese auch regelmäßig sprechen und üben. Mit der Sommerschule soll nun genau diesen Schülerinnen und Schülern eine Möglichkeit geboten werden, ihre Deutschkenntnisse zu verbessern.

Das Angebot der Sommerschule wurde heuer um die Unterrichtsgegenstände Mathematik und Sachunterricht in der Volksschule bzw. Mathematik in der Mittelschule und der AHS-Unterstufe ergänzt.

„Die Vorbereitungen zur Sommerschule in der Bildungsdirektion laufen auf Hochtouren. An 113 Schulstandorten wird dieses neue Angebot der Sprachförderung angeboten werden“, so die LH-Stellvertreterin und der Bildungsdirektor.

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Die Zielgruppen sind Schülerinnen und Schüler der Volksschulen sowie der Mittelschulen und der AHS-Unterstufen und zwar speziell:

  •   außerordentliche Schülerinnen und Schüler mit mangelnden Deutschkenntnissen
  •   Schülerinnen und Schüler der Volksschule, die Aufholbedarf in den Unterrichtsgegenständen Deutsch, Mathematik und Sachunterricht haben
  •   Schülerinnen und Schüler, der Mittelschule und AHS-Unterstufe, die Aufholbedarfe in den Unterrichtsgegenständen Deutsch und Mathematik haben.Aktuelle Zahlen für Oberösterreich:
  •   rund 4.200 Schülerinnen und Schüler haben sich für die Sommerschule angemeldet
  •   113 StandorteAusblick auf das Schuljahr 2021/22Wie auch schon Ende des vergangenen Schuljahres ist es auch heuer wieder schwierig, einen Ausblick für den Herbst zu geben.Für den Schulstart 2021/2022 ist eine Sicherheitsphase vorgesehen. Alle Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und das Verwaltungspersonal testen sich in den ersten zwei Schulwochen nach Schulbeginn. Damit sollen mögliche Infektionen unter den Reiserückkehrerinnen und -rückkehrern gefunden werden.Seite 13

Ob nach der Sicherheitsphase weiter getestet werden muss, hängt – ebenso wie das Tragen von Masken – von der Infektionlage ab.

Um sicher über die lang herbeigesehnten Sommerferien zu kommen, stellt das Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung jeder Schülerin und jedem Schüler fünf Selbsttests für diese Wochen zur Verfügung. Damit diese auch als Eintrittstests für Freibad, Kino oder Essengehen gelten, stellt das Land OÖ zusätzlich die dafür nötigen QR- Codes zur Verfügung.

„Abschließend möchten wir allen Schülerinnen und Schülern sowie Pädagoginnen und Pädagogen für den gemeinsamen Weg durch die turbulente Corona-Zeit danken und wünsche allen schöne Ferien“, erklären Haberlander und Klampfer abschließend.

LH-Stv.in Mag.a Christine Haberlander und HR Mag. Dr. Alfred Klampfer mit Schulkind Eva
 
Foto: Land OÖ/Tina Gerstmair

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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