Schwerpunkt Altenbetreuung und Pflege: Pflegepersonal hat höchste Priorität bei Pflegereform

Die Altenbetreuung und Pflege ist die zentrale Herausforderung für das Bundesland Oberösterreich und Schwerpunkt von Sozial-Landesrätin Birgit Gerstorfer. „Die demografische Entwicklung macht es notwendig, die Angebote in der Altenbetreuung und Pflege auszubauen und noch mehr als bisher an die individuellen Bedürfnisse der älteren Generation anzupassen. Wesentliche Weichenstellungen für die Zukunft konnten bereits realisiert werden. Vor allem die Gewinnung von Pflegepersonal steht für mich an vorderster Stelle“, betont Sozial-Landesrätin Birgit Gerstorfer anlässlich der gestrigen dreizehnten und in dieser Legislaturperiode letzten Sitzung des Unterausschusses Pflege im Oö. Landtag. Sozial-Landesrätin Gerstorfer bedankt sich bei den vielen Expertinnen und Experten, die dem Unterausschuss beratend zur Verfügung gestanden sind: „Auf Basis konstruktiver Beratungen konnten wichtige Meilensteine meines Arbeitsprogrammes für gute Pflege in Oberösterreich realisiert werden.“

Alleine bis 2025 braucht es in Oberösterreich 1.600 zusätzliche Pflegekräfte (Vollzeit) in der Altenbetreuung. Sozial-Landesrätin Birgit Gerstorfer hat bereits im Jahr 2019 eine Ausbildungsoffensive gestartet, die Anzahl der zur Verfügung stehenden Ausbildungsplätze verdoppelt und die Attraktivität des Berufes in den Mittelpunkt gestellt. Weitere Schwerpunkte legte LRin Gerstorfer auf den Ausbau der Unterstützungsangebote für pflegende Angehörige und die Förderung von Innovationen im Pflegebereich. Ab Herbst wird eine neue Pflege-dokumentation die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Häusern entlasten.

Bisherige Erfolge

  • Fachkräftestipendium in der Pflege zur Sicherung des Lebensunterhaltes während der Pflegeausbildung
  • Verdoppelung der Ausbildungsplätze im Pflegebereich und neue Ausbildungsangebote wie den Lehrgang „Junge Pflege“
  • Mehr Unterstützung für Pflegende Angehörige durch den erstmals seit Jänner 2021 verfügbaren Zuschuss des Sozialressorts für einen Kurzzeitpflegeaufenthalt in einem Alten- und Pflegeheim, den Urlaubszuschuss für pflegende Angehörige sowie die Erweiterung des Beratungsangebotes durch das Pflegetelefon unter: 051 / 775 775
  • Innovationstopf des Sozialressorts zur Realisierung innovativer Projekte in der Altenbetreuung und Pflege
  • Anschubfinanzierungen zur Unterstützung der Regionalen Träger Sozialer Hilfe beim Ausbau von Tagesbetreuungseinrichtungen in Oberösterreich
  • Bau erster Alternativer Wohnformen für Menschen mit Pflegestufe 1 bis 3
  • Deregulierung und Entbürokratisierung der Alten- und Pflegeheimverordnung sowie Möglichkeit neue Berufsbilder in der Altenbetreuung und Pflege einzusetzen
  • Ausrollung des Projektes „Integrierte Versorgung Demenz“ mit 11 Demenzservice-stellen und Demenzschwerpunkten in den Alten- und Pflegeheimen

Landesrätin mahnt Pflegereform vom Bund ein

Oberösterreich hat wichtige Weichenstellungen für die Pflege der Zukunft gestellt. Leider versäumt es die derzeitige Bundesregierung, die dringend notwendigen Reformschritte einzuleiten. Außer großen Ankündigungen ist bisher noch nichts geschehen. „Es gibt noch immer keine Klarheit, wie die Finanzierung der Pflege in Zukunft aussehen soll, und auch keine Zielsteuerung über die zukünftige Verteilung der Aufgaben zwischen Bund, Ländern und Gemeinden. Sozial- und Gesundheitsminister Mückstein ist noch nicht lange im Amt. Das ist zu respektieren. Trotzdem erwarte ich mir, dass er sich rasch mit diesem so wichtigen Zukunftsthema auseinandersetzt und die notwendigen Schritte in die Wege leitet. Sonst verlieren wir wieder Monate und Jahre, in denen nichts getan wird, um dem Pflegekräftemangel entgegenzuwirken, Gehalt und Arbeitsbedingungen zu verbessern und eine Reform umzusetzen, die diesen Namen auch verdient“, so Gerstorfer abschließend.

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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