AK: Vorsicht bei „Money Mules“ – nichts ahnende Konsumenten werden als Geldwäscher missbraucht

Die Internetkriminalität nimmt ständig zu, viele Betroffene wenden sich an die Konsumentenschützer/-innen der Arbeiterkammer Oberösterreich. Eine neue, sehr gefährliche und auch strafbare Masche sind die „Money Mules“. Dabei kontaktieren Kriminelle im Internet, über soziale Medien, Spam-E-Mails, aber auch telefonisch Personen, die für einen Geldtransfer ihr Bankkonto zur Verfügung stellen und dafür eine Provision erhalten. Die Geldwäscher werben also nichts ahnende Konsumenten/-innen als Finanzagenten/-innen – sogenannte „Money Mules“ – an. AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer und die AK-Konsumentenschützer/-innen warnen eindringlich vor dieser Gaunerei: Denn „Money Mules“ machen sich der Geldwäscherei strafbar – mit Geldstrafen bis zu 60.000 Euro und Freiheitsstrafen bis zu zehn Jahren.

So passierte es Herrn M., der im Dezember 2020 von einem Unbekannten kontaktiert und in ein Gespräch über Krypto-Investments verwickelt wurde. Ganz nebenbei offerierte der Anrufer ihm wegen seiner außerordentlichen Kenntnisse in diesem Bereich einen Job als Krypto-Trader. Dafür solle Herr M. ein Konto bei einer Krypto-Börse eröffnen und sich für Transfers bereithalten. Eine Woche später wurde Herr M. wieder kontaktiert. Er erhielt eine Überweisung aus Deutschland auf sein Gehaltskonto in Höhe von 100.000 Euro, wovon er 90.000 Euro auf sein Krypto-Konto überwies, in Echtzeit in Bitcoins wechselte und an eine genannte Bitcoin-Adresse transferierte. 10.000 Euro konnte er als Provision behalten.

Tags darauf kam das böse Erwachen: Es meldete sich die Bank der Firma aus Deutschland, die das Geld auf das Gehaltskonto von Herrn M. überwiesen hatte, bei der kontoführenden Bank von Herrn M. Die Firma wurde selbst Opfer eines Betrugs und hat bereits Strafanzeige erstattet. Die Hausbank von Herrn M. musste nun den Vorgang an das Bundeskriminalamt melden, worauf Herr M. von der Polizei vernommen wurde. Durch die Entgegennahme und Weiterleitung der Zahlungen wurde er zu einem Beitragstäter und ihm drohen nun hohe Strafen.

Tipps der Arbeiterkammer – hier sollten die Alarmglocken läuten:

  • Hände weg von Stellenangeboten, bei denen für geringen Arbeitsaufwand hohe Provisionen geboten und keinerlei Ausbildung oder Fachkenntnisse verlangt werden.
  • Stellen Sie niemals Dritten Ihr Bankkonto zur Verfügung und geben Sie Bankdaten nur an Personen weiter, die Sie kennen und denen Sie vertrauen.
  • Übermitteln Sie keine Legitimationsdokumente (Personalausweis, Meldezettel, Reisepass) auf ungesicherten Kanälen an unbekannte Personen, da diese für kriminelle Transaktionen und die Eröffnung weiterer krimineller Konten verwendet werden können.
  • Brechen Sie den Kontakt mit Kriminellen und Betrügern sofort ab und reagieren Sie nicht mehr auf Kontaktversuche.
  • Beheben und überweisen Sie niemals Geld unbekannter Herkunft, sondern lassen Sie es von Ihrer Bank an den Absender zurückschicken.

About the author

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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