Naturjuwele vor unserer Haustüre

„Oberösterreich ist ein Land der Almen und Berge. Knapp 640 Almen mit über 6.000 Hektar Fläche weisen die Regionen Salzkammergut und Pyhrn-Priel auf. Diesen Schatz vor unserer Haustüre präsentiert der ALManach Oberösterreich in der bereits 15. Auflage. Aktuelle Informationen zu insgesamt 119 der schönsten Almen Oberösterreichs laden zu Wanderungen und ganzheitlicher Erholung in den heimischen Bergen ein“, betonen Landeshauptmann Mag. Thomas Stelzer und Agrar-Landesrat Max Hiegelsberger

Naturjuwele vor unserer Haustüre

Die Almbewirtschaftung blickt auf eine lange Tradition bis in die Bronzezeit zurück, Oberösterreichs Almen sind lebendiges Brauchtum. Behutsam weiterentwickelt und um neue Technik angereichert, erweist sich die Almbewirtschaftung auch weiterhin als zeitgemäß und zukunftsorientiert.

„Heute sind Oberösterreichs Almen beliebte Ausflugsziele und stellen begehrte Erholungsgebiete für uns Oberösterreicherinnen und Oberösterreicher und unser Gäste dar. Sie stehen aber vor allem auch sinnbildlich für Heimat, Brauchtum und Tradition. Daher gilt es in Oberösterreich, unsere Almen bestmöglich zu erhalten“, betont Landeshauptmann Mag. Thomas Stelzer. „Die beständige und fordernde Arbeit der Bergbäuerinnen und Bergbauern sorgt für diese eindrucksvollen Almlandschaften und ermöglicht, unsere heimischen Berge mit allen Sinnen genießen zu können.“

Berge, Wälder, Wiesen, frische Luft – auch in der neuen, mittlerweile 15. Auflage, macht der Almanach Appetit auf abwechslungsreiche Wanderungen durch die herrliche Landschaft von Oberösterreich. Von ausgedehnten Rundstrecken bis zu herausfordernden Aufstiegen ist für alle etwas dabei.

Der Almanach wurde 1997 erstmals aufgelegt und bereits mehr als 55.000 Mal verkauft. Auch die neue Auflage bietet aktualisierte Informationen über die schönsten Almen Oberösterreichs und ist die ideale Grundlage für Wanderungen aller Art. „Ich gratuliere den Gestaltern des Almanachs zu diesem gelungenen Werk und wünsche allen Leserinnen und Lesern einzigartige Momente und Erlebnisse bei den Wanderungen in der wunderschönen Landschaft Oberösterreichs“, so der Landeshauptmann.

Kulturlandschaft auf höchstem Niveau

Oberösterreichs Almen sind ein wichtiger Teil der lebendigen und traditionsbewussten Landwirtschaft Oberösterreichs und prägen das Land. In Oberösterreich werden 422 Almen mit insgesamt rund 36.500 ha Fläche, darunter auch weitläufige Waldweideflächen, bewirtschaftet. Mit Erfolg wurden in den vergangenen Jahren bestehende Almflächen verbessert und neue Weideflächen geschaffen. Dieser Trend soll sich auch in den kommenden Jahren fortsetzen.

„Diese einzigartige und ökologisch wertvolle Kulturlandschaft haben wir dem Idealismus und dem Einsatz der Almbäuerinnen und Almbauern zu verdanken. Unter hartem persönlichem Einsatz pflegen und bewahren sie die Almen. Die notwendigen Tierzahlen zur Beweidung der Almen aufzutreiben wird eine immer größere Herausforderung. Die Beweidung erhält aber erst den Offenland-Charakter der Almen und ihre ökologischen Funktionen. Die Erhaltung der Almen muss unser aller Anliegen sein, dazu gehört auch gegenseitige Rücksichtnahme auf den bewirtschafteten Flächen“, so Agrar-Landesrat Max Hiegelsberger.

Die offenen, freundlichen Almen und die angebotene Bewirtung gehören zu den Highlights einer jeden Wanderung. Auf Oberösterreichs Almen sind dies traditionelle Holzknechtnocken mit Sauerkraut oder Apfelmus, Schneeballen aus dem Salzkammergut oder einfach eine herzhafte Brettljause.

„Oberösterreichs Almen muss man erleben und entdecken. Mit detailreichen Informationen, Bildern und Empfehlungen lädt der Almanach

in seiner bereits 15. Ausgabe genau dazu ein. Er ist ein wertvoller Wegbegleiter für Wanderbegeisterte, Naturliebhaber und Erholungssuchende, denen ich erholsame Stunden und viel Freude auf Oberösterreichs grünen Dächern wünsche“, so der Agrar-Landesrat.

Highlights abseits der ausgetretenen Pfade

Besonders im Corona-Jahr 2020 haben sich der Outdoor-Trend und die Bergbegeisterung der heimischen Bevölkerung weiter verstärkt. Auch im aktuellen Jahr 2021 kündigt sich, aufgrund der Witterung zeitverzögert, ein starker Andrang in die heimischen Berge an. An beliebten Wander- Ausgangspunkten in Gmunden oder Hinterstoder sind bereits Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung in Kraft.

„Die Bewirtung der Gäste sowie Bergsteigerinnen und Bergsteiger ist eine wichtige Einnahmequelle für die bewirtschafteten Almen. Die Menschen kommen auf den Almen direkt mit der Landwirtschaft in Kontakt. Gäste sind daher herzlich willkommen. Ein zu großer Ansturm wird für Mensch, Tier und Natur aber zur Belastung. Ich lade daher herzlich dazu ein, in der großen Auswahl des Almanachs auch neue Touren abseits der Klassiker zu entdecken. Es gibt genügend Wanderungen zu Almen, die sich über mehr Besuch freuen und die vielleicht bald zur neuen Lieblingstour werden“, so Agrar-Landesrat Max Hiegelsberger.

Bewusstsein für richtiges Verhalten auf den Almen weiter stärken

Das Miteinander zwischen landwirtschaftlicher Bewirtschaftung und touristischer Nutzung rückte vor zwei Jahren besonders in den Fokus. Die gerichtliche Aufarbeitung eines tödlichen Unglücks auf einer Tiroler Alm sorgte für hohe Aufmerksamkeit. In Oberösterreich erarbeiteten die betroffenen Institutionen vom Almverein über die landwirtschaftliche Vertretung bis hin zu den touristischen Akteuren eine gemeinsame Aufklärungskampagne und eine Versicherungslösung für die

Almbewirtschafter/innen. Der Folder „Miteinander auf Österreichs Almen“ fasst das richtige Verhalten in zehn einfachen Regeln zusammen. „Die breite mediale Aufmerksamkeit und unsere klare Kommunikation der wichtigsten Verhaltensregeln haben wirklich zu einer Verbesserung der Lage geführt. Die Menschen sind aufmerksamer im Umgang mit den weidenden Tieren und halten sich an die Regeln. Von unseren Almbäuerinnen und Almbauern kamen dazu viele positive Rückmeldungen. Ich möchte diesen heutigen Termin daher dafür nutzen, auch für die kommende Saison auf das richtige Verhalten auf den Almen hinzuweisen“, so Obmann Johann Fessl: „Abstand halten, besondere Vorsicht bei der Mitführung von Hunden und vor allem eines: Bitte redet mit den Almbewirtschaftern, mit den Haltern. Sie wissen am besten, wo ihre Weidetiere sind und auf was es aufzupassen gilt. Die Rückmeldungen von unseren Almbewirtschaftern ist klar, dass diese Gespräche in den letzten beiden Saisonen vermehrt gesucht wurden und das möchte ich weiter bestärken.“

Hoher Einsatz der Almbäuerinnen und Almbauern

Hinter der aufrechten Almbewirtschaftung stehen viele Anstrengungen. Nicht nur auf den Hochweiden und Almen selbst sind die Sennerinnen und Senner gefordert. Auch in die Vorbereitung der Tiere, die notwendige Infrastruktur und die weitergehende Pflege der Almen fließen viele tausende Arbeitsstunden. „Dass wir in Oberösterreich auch heute noch eine lebendige Almwirtschaft aufweisen, ist ein Beweis für die starke Landwirtschaft und den sozialen Zusammenhalt in den Bergregionen des Landes. Die Bäuerinnen und Bauern zeigen großen Einsatz für dieses wichtige Kulturgut, das aus einer rein betriebswirtschaftlichen Perspektive vielleicht gar nicht mehr Bestand hätte. So müssen die Tiere am Hof ja erst einmal so erzogen werden, dass sie dann als Landschaftsgärtnerinnen auf den Almen tätig sein können“, erläutert Johann Fessl.

Dieser Einsatz der Landwirtschaft ist eine wichtige Grundlage für den Bergtourismus, sowohl im Winter als auch im Sommer. „Als Zeichen des gelebten Miteinanders und der gegenseitigen Anerkennung fordern wir auch im Bergtourismus klar die regionale Herkunft der verwendeten Lebensmittel. Dass die in der Region produzierten Lebensmittel auch wirklich auf den Tischen der Ausflugsgasthäuser, Alpinhütten und Berghotels landen, ist eine entscheidende Zukunftsfrage für die Bäuerinnen und Bauern. Und in weitere Folge für das Geschäftsmodell Bergtourismus als Ganzes. Der hohe Erlebnisfaktor unserer Bergregionen entsteht schließlich durch die Arbeit der Bäuerinnen und Bauern“, so Agrar- Landesrat Max Hiegelsberger.

„Für mehr regionale Lebensmittel kann jeder und jede etwas beitragen. Einfach fragen, woher die Lebensmittel für die Speisekarte kommen, wenn es nicht ohnehin vermerkt ist. Das möchte ich für den kommenden Bergsommer noch mitgeben. Damit steht einer intensiven Almsaison nichts mehr im Wege. Wir freuen uns wieder auf viele Besucherinnen und Besucher und wenn sich alle an die Regeln halten, kommen wir auf der Alm auch gut miteinander aus“, so Johann Fessl abschließend.

Porträt der oberösterreichischen Almwirtschaft

  •   OÖ Almkataster enthält aktuell 639 Almen und Almflächen, davon werden zwei Drittel aktiv bewirtschaftet
  •   OÖ weist rund 6.000 Hektar offene Almweideflächen auf mit rund 700 Almwirtschaftsgebäuden
  •   Mit Waldweideflächen ergibt sich ein Flächenausmaß von rund 36.500 Hektar
  •   Allein in den letzten 20 Jahren wurden mit Unterstützung des Landes OÖ 250 Hektar Almfläche durch Rodungen neu gewonnen und 35 neue Almgebäude errichtet
  •   Besonders erfolgreich ist die Fördermaßnahme „Errichtung von regionaltypischen Holzdächern“ – Seit mehr als 20 Jahren werden 95 Prozent der Almgebäude mit Holzschindel und Holzbrettern eingedeckt
  •   50 Prozent der Almen sind Einzel- oder Privatalmen, 40 Prozent Einforstungsalmen mit Weiderechten auf Fremdgrund und 10 Prozent Gemeinschaftsalmen
  •   Rund ein Viertel des Futterertrages wird auf Waldweideflächen erzielt
  •   Rund 5.000 Rinder, 900 Schafe, 60 Pferde und 70 Ziegen bevölkern im Sommer die Almen in Oberösterreich
  •   Kuhalmen mit direkter Melkung auf der Alm sind stark am Abnehmen. Jungviehalmen und Mutterkuhalmen nehmen zu. Darauf sollte auch im Umgang mit dem Vieh entsprechend Acht gegeben werden Der OÖ ALManach – erfolgreich in der 15. Auflage
  •   Erste Auflage 1997 – derzeit betreut und erarbeitet vom Referat für Almen und Einforstung, der Abteilung ländliche Neuordnung
  •   119 ausgewählte Almen werden präsentiert
  •   70 Almen in der Region Salzkammergut
  •   49 Almen in der Region Pyhrn-Eisenwurzen
  •   Alle notwendigen Informationen für Wanderungen wie Gehzeit, Schwierigkeit der Strecke, Höhenmeter und Verpflegungssituation
  •   Almwirtschaftliche Informationen wie Weidefläche, Viehstand und Besitzverhältnis
  •   Mit Übersichtskarte
  •   Umfangreiche Informationen zur Almwirtschaft: Entwicklung, Kultur, Ökologie und richtiges Verhalten auf der Alm
  •   Im Buchhandel erhältlich und unter www.almanach- oberoesterreich.at


Bildtexte:

v.l. Obmann Johann Fessl, Johanna Ellmauer (Stefansbergalm), LH Stelzer, LR Hiegelsberger, Helmut Immitzer (Stefansbergalm) vor der Stefansbergalm-Hütte

v.l. LH Stelzer, LR Hiegelsberger, Johanna Ellmauer und Helmut Immitzer und Obmann Johann Fessl auf der Stefansbergalm mit dem großen und kleinen Pyhrgas im Hintergrund.

Foto: Land OÖ/Max Mayrhofer

About the author

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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