LH-Stellvertreterin Haberlander: „Lehren aus der Corona-Pandemie bestimmendes Thema der Konferenz der Landesgesundheitsreferentinnen und -referenten“

Weitere Themen: Gründung von Primärversorgungseinrichtungen vereinfachen und eigene PVE für Kinder ermöglichen

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf das Gesundheitssystem in Österreich, welche Lehren daraus zu ziehen und welche Anpassungen nun notwendig sind – diese Themen standen im Mittelpunkt der Konferenz der Landesgesundheitsreferentinnen und -referenten am 21. Mai 2021 in Graz. Darüber hinaus waren Primärversorgungseinrichtungen und notwendige Vereinfachungen zu deren Gründung Gegenstand der Beratungen.

„Die Corona-Pandemie ist noch längst nicht vorbei. Aber wir müssen uns nicht mehr nur fragen, wie wir die Krise bewältigen, sondern natürlich auch, welche Lehren wir daraus ziehen und wie wir unser Gesundheitssystem fit für die Auswirkungen daraus machen. Das war ein großes Thema der heutigen Konferenz der Gesundheitsreferentinnen und ‑referenten aller Bundesländer“, so Gesundheitsreferentin LH-Stellvertreterin Mag.a Christine Haberlander.

„Neben der Bekämpfung des Virus warten nun die nächsten Herausforderungen. Nach einhelliger Meinung der Wissenschaft wird das Virus bleiben und weiterhin zirkulieren. So wird es notwendig sein, die Bevölkerung auch zukünftig mit einem breiten Impfschutz zu versorgen. Es bereits jetzt an der Zeit, die Kräfte zu bündeln und die notwendigen Planungsprozesse zu starten. Auch eine Aufnahme der Covid-19-Impfung in den Österreichischen Impfplan wäre äußerst sinnvoll. Es braucht jedenfalls ein österreichweit einheitliches Vorgehen, um möglichst viele Synergien nutzen zu können“, so Haberlander.

Die Erfahrungen der letzten 14 Monate mit Erkrankungen, die durch das SARS-CoV2-Virus hervorgerufen wurden, haben gezeigt, dass viele Patientinnen und Patienten auch lange nach der Akutphase der Erkrankungen mit gesundheitlichen Einschränkungen konfrontiert sind, auch wenn sie von der Grunderkrankung schon längst genesen sind. „Diese Menschen bedürfen einer längeren und nachhaltigen Behandlung im Rahmen eines Rehabilitationsaufenthaltes, damit sie wieder in den beruflichen und sozialen Alltag integriert werden können. Wir brauchen daher ausreichend Reha-Kapazitäten für die Behandlung von Post-Covid-Patientinnen und Patienten, sowohl im Rahmen der stationären als auch der ambulanten Rehabilitation bundesweit und regional ausgewogen. Die bisherigen Planungsvorgaben müssen hier unbedingt angepasst werden“, betont die Gesundheitsreferentin.

„Auch wie wichtig digitale Dienste in der Gesundheitsversorgung sind, hat sich gerade in der Covid-19-Pandemie deutlich gezeigt. Mit den bisher umgesetzten Anwendungen wie eBefund, eMedikation oder eImpfpass, haben die Partner im Gesundheitswesen bereits eine Infrastruktur aufgebaut. Sie bildet ein solides Fundament für eine weitreichende Digitalisierung im Gesundheitswesen. Jetzt braucht es sehr rasch auch zukunftsorientierte Weiterentwicklungen“, unterstreicht Haberlander. Angebote wie Telemedizinische Konsultationen, Teleradiologie, Telemedizinische Unterstützung der Hauskrankenpflege, Telemedizinische Versorgung für chronische Erkrankungen (Herzinsuffizienz, Diabetes, onkologische Erkrankungen…) sowie zur Versorgung von Erkrankungen rund um Haut, Wunden, Augen etc., oder Psychologische Onlineberatung sollen in die medizinische Regelversorgung übernommen werden.

Weiterer Beratungsgegenstand waren die Primärversorgungseinheiten (PVE), deren zügige Umsetzung sich derzeit u. a. aufgrund der rechtlichen Rahmenbedingungen herausfordernd gestaltet. Generell wird die Besetzung von Kassenstellen für Allgemeinmedizin (Hausärzt/innen) und Pädiatrie (Kinderärzt/innen) zunehmend schwieriger. In vielen Bundesländern sind für die Nachbesetzung von Hausärzten mehrfache Ausschreibungen erforderlich, in manchen Regionen finden sich keine Kinderärzte oder Frauenärzte mehr. „Die Gründung von PVE muss deutlich vereinfacht werden. Hier braucht es Anpassungen der rechtlichen Grundlagen und Rahmenbedingungen. Die verstärkte Einbindung von Fachärzten in PVE, abhängig von der regionalen Versorgungssituation, sollte erleichtert werden. Besonders wichtig wäre hier auch die Möglichkeit zur Gründung von eigenen ‚Kinder-PVE‘ für Kinder und Jugendliche und die Aufnahme von Frauenärztinnen und ‑ärzten in die Primärversorgungszentren, besonders in ländlichen Regionen“, so die Gesundheitsreferentin.

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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