Lange Vorlaufzeiten: Eventwirtschaft pocht dringend auf konkreten Zeitplan -Erste Events werden zwar schon geplant, aber viel mehr wäre möglich

Die Event-Branche begrüßt die ersten Erleichterungsschritte für Veranstalter. Speziell den Schutzschirm, der unsere Unternehmen gegen kurzfristige Stornierungen und deren Folgen absichert. Die gesamte Branche ist mehr als willens, die gültigen Sicherheitskonzepte – soweit sie verfügbar und publiziert sind – auch umzusetzen. „Ich bin richtig stolz drauf, dass wir für unsere Betriebe in der Veranstaltungswirtschaft jetzt richtig Gas geben können“, freut sich Christoph Schumacher, Obmann der Sparte Information + Consulting. Für die betroffenen Betriebe hängt daran nach bis zu 14 Monaten ohne ein reales „Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit“ in vielen Fällen schlicht die Existenz.

Aber auch von Konsumentenseite ist der Druck groß, endlich wieder gemeinsam, im Kreis der Familie, von Freunden oder der Firmenbelegschaft die lang vermisste Zusammengehörigkeit zu erneuern und zu feiern. Die Richtlinien der Politik haben das kaum mitbedacht, sodass es für die Event-Branche erhebliche Hindernisse gibt. Dazu kommt die Tatsache, dass größere Events – abgesehen von der Unvorhersehbarkeit der Corona-Fallzahlen – nicht von heute auf morgen organisiert werden können, sondern oft Vorlaufzeiten von bis zu einem Jahr haben.

Perspektive und ein konkreter Zeitplan
„Niemand verlangt Hellseherei, aber dringendst und vor allem rasch nötig ist eine längerfristige Perspektive und ein konkreter Zeitplan – nicht nur für Öffnungsschritte für den Sommer, sondern auch darüber hinaus, um den Planungshorizont für Veranstalter bis in den Winter 2021/22 ein wenig berechenbarer zu machen“, fordert Christoph Schumacher. „Dazu gehören vor allem auch verbindliche Ansagen hinsichtlich weiterer Öffnungsschritte bei weiterhin sinkenden Fallzahlen.“

Die derzeit größten Hindernisse für die Eventwirtschaft:

  • Mindestabstand und FFP2-Maskenpflicht: Für Genesene, Geimpfte und Getestete sollte es bei Mindestabstand und Maskenpflicht Erleichterungen geben. Outdoor-Events müssen ebenso zusätzliche Erleichterungen erfahren.
  • Sperrstunde 22 Uhr: Eine rasche Ausweitung auf 24 Uhr wäre nicht nur eine Erleichterung für die Eventwirtschaft, sondern auch ein dringend notwendiges Zeichen für eine Normalisierung im Empfinden der Gesellschaft.
  • Begrenzung bei zugewiesenen Sitzplätzen: Die Obergrenze von 50 Gästen muss in einem ersten Schritt zumindest für Outdoor-Veranstaltungen angehoben werden.

Falls diese dringend benötigten Rahmenbedingungen nicht gewährleistet werden können, wäre eine Minimalabsicherung für die Eventwirtschaft eine verbindliche Zusage, dass die wesentlichen Förderungen (Corona-Hilfen wie Fixkostenzuschuss, Härtefallfonds, Ausfallbonus) vorläufig bis in den Herbst verlängert werden.

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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