FS-Haslberger: Open-Book-Klausuren als Regel statt Ausnahme – Mehr Verständnis und Praxiswissen, weniger Auswendiglernen

Linz, 2021-05-11 – „Viele Prüfungen sind leider lebensfremd, indem spezifisches Detailwissen auswendig beherrscht werden muss, das man im Geschäftsleben so nicht braucht und binnen zwei Minuten nachschlagen kann“, kritisiert der freiheitliche Kandidat an der Linzer Uni-Vertretung, Nico Haslberger, im Vorfeld der heurigen ÖH-Wahl: „Unser Anliegen in der nächsten Amtsperiode lautet, dass Prüfungen praxisgerechter werden. Man soll – wie im ‚echten Leben‘ – in Fachliteratur und eventuell auch im Internet recherchieren können.“

In einigen juristischen und betriebswirtschaftlichen Studienfächern gibt es derartige „Open-Book“-Klausuren schon. „Das ist auch logisch – denn ein guter Jurist ist nicht einer, der alle Paragrafen und Lehrmeinungen auswendig aufsagen kann, sondern einer, der in einer vorgegebenen Zeit mit allen greifbaren Ressourcen die beste juristische Argumentation liefert“, so Haslberger: „Dasselbe gilt auch für Programmierer, Controller, Chemiker usw. – die Einschränkung ist der Faktor Zeit. Ohne entsprechendes Wissen kann man in Kürze sowieso nicht alles nachschlagen. Daher sind Open-Book-Klausuren auch nicht leichter, aber praxisgerechter als theoretische Wissenstests.“

Schrittweise soll deshalb der Anteil der Open-Book-Klausuren erhöht werden – vor allem in Fächern, wo konkrete praktische Ergebnisse (wie Programme, Formeln, Berechnungsergebnisse, Schriftsätze) abgeprüft werden können. Die Johannes-Kepler-Universität soll nun eine fakultätsübergreifende Arbeitsgruppe einrichten, in welcher bereits bestehende Open-Book-Klausuren als Vorbild (Best-Practice-Beispiele) für andere Fächer genutzt werden können. Nur ausnahmsweise soll in Zukunft auswendig gelerntes Wissen an Stelle praxisnaher Ergebnisse abgeprüft werden.“

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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