Auch im Corona-Jahr 2020: Knapp 30.000 Kälber aus Salzburg exportiert

Salzburg bleibt auch in Corona-Zeiten ein Verfrachtungs-Hotspot von Lebend-Tieren, beispielsweise von Kälbern.

Das havarierte Containerschiff im Suezkanal zeigt nicht nur die Instabilität von internationalen Lieferketten und den enormen Schaden, den ein einziges Containerschiff für die globale Wirtschaft anrichten kann. Im Containerschiff-Stau an den Eingängen des künstlichen Kanals zwischen dem Mittelmeer und dem Roten Meer befanden / befinden sich auch 20 Lebend-Tier-Transporte mit hunderttausenden Tieren unter schrecklichen Bedingungen an Bord.

Salzburg bleibt Drehscheibe von Tiertransporten

„Millionen von Tiere werden weltweit herumgekarrt, auch in der Europäischen Union und in Österreich. Wie die Salzburger Landesregierung in einer von mir gestellten parlamentarischen Anfrage berichtet, wurden auch im Corona-Jahr 2020 knapp 30.000 (!) Kälber aus Salzburg abtransportiert. In den Vorjahren waren es noch deutlich mehr. Diese Grausamkeit muss auf ein Minimum reduziert werden“, appelliert SPÖ-Tierschutzsprecherin Karin Dollinger an die ÖVP-geführte Landesregierung.

Transportwege drastisch verkleinern

Dollinger fordert, dass die Transportwege von Lebend-Tieren drastisch reduziert werden: „Tiere sollen zum Schlachten nur wenige Kilometer transportiert werden. Anschließend kann das Fleisch problemlos verschickt werden. Bei Fisch und Meeresfrüchten funktioniert es nicht anders“, sagt Dollinger.

SPÖ-Tierschutzsprecherin Dollinger betont ausdrücklich, dass die österreichischen Verhältnisse gut und die Vorschriften im internationalen Vergleich streng sind. Dennoch gibt es auch bei uns noch viel zu tun, wird doch das meiste bei uns verkaufte Fleisch aus dem Ausland importiert und gleichzeitig massig Fleisch exportiert. Wie oben berichtet waren es 2020 knapp 30.000 Kälber.

„Das Pilotprojekt von Agrarlandesrat Schwaiger ist ein kleiner erster Schritt und hilft dabei, 1.000 potenzielle Export-Kälber in Salzburg zu belassen. Doch tausende andere werden in alle Welt gekarrt – unter Transport-Umständen, die man sich nicht vorstellen will. Zwei Wochen alte Kälber etwa, werden der Mutterkuh entrissen, können aber nichts Anderes trinken, als die Muttermilch. Außerdem stehen die Tiere tage- und wochenlang in den eigenen Exkrementen, bei oft unerträglich heißen Temperaturen“, berichtet Dollinger.

Rainer Hilbrand

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Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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