Steigende Nachfrage nach Bio-Eiern im Handel – Hahnenküken dürfen leben

In den Wochen vor Ostern herrscht im Hühnerstall Hochbetrieb. So werden in Oberösterreich zu den Osterfeiertagen in der Regel rund 12 Millionen Ostereier verzehrt. Aus welcher Haltungsform das bunt gefärbte Osterei im Supermarkt stammt, ist in Österreich durch freiwillige Angaben oftmals erkennbar, rechtlich verpflichtend ist die Kennzeichnung aber nicht.

Denn bunte Eier müssen genauso wenig gekennzeichnet werden wie verarbeitete Eier. Jedoch Kennzeichnung wirkt sich aus: Während durch die Corona-Pandemie die Nachfrage nach Eiern aus Bodenhaltung ohne Auslauf um ein Drittel gesunken ist, ist im Bereich Freiland- und Bio-Eier kein Markteinbruch zu verzeichnen. Im Gegenteil, die Nachfrage nach Bio-Eiern im Handel steigt, und das aus gutem Grund, denn jedes österreichische Bio-Ei garantiert, dass auch die Brüder der Legehennen leben dürfen und nicht bereits als Küken getötet werden.

Obwohl die konventionelle Käfighaltung in der EU seit 2012 verboten ist und in Österreich seit 2020 auch keine ausgestalteten Käfige mehr zugelassen sind, sind Eier aus diesen Haltungsformen nach wie vor auch in Österreich im Umlauf.

Denn Eier sind viel verwendete Rohwaren in der Lebensmittelproduktion. Rund 65 Prozent aller Eier werden verarbeitet, ob in der Gastronomie, in Großküchen oder über die Lebensmittelindustrie in Kuchen, Nudeln und anderen Produkten. Als „anonyme“ Zutat zählt oftmals der Preis. Dabei werden auch Ei-Produkte aus Drittländern wie der Ukraine und China mit niedrigsten Tierschutz-Standards verarbeitet. 

Dass eine transparente Darstellung der Herkunft möglich ist, zeigt die vorbildliche Kennzeichnung von Frischeiern in Österreich, die auf die Schale aufgestempelt wird:

·         die erste Zahl steht für die Haltungsart der Legehenne (0 steht für Bio, 1 für konventionelle Freilandhaltung, 2 für Bodenhaltung, 3 für Käfighaltung),

·         die folgende Buchstabenkombination steht für das Herkunftsland (AT für  Österreich)

·         und anschließend nennt eine Zahlenkombination den Produktionsbetrieb.

Nur Eier aus Österreich sind garantiert nicht aus Käfighaltung. Während europaweit der sogenannte ausgestaltete Käfig mit 50 Prozent an der Gesamtproduktion am weitesten verbreitet ist, produzieren österreichische Legehennenhalter ausschließlich in Boden- Freiland und Bio-Haltung.

„Um sicherzugehen, achten Sie auf Gütesiegel oder kaufen Sie am besten Bio- oder Freilandeier und färben sie für das Osterfest selbst“, empfiehlt Landesrat Stefan Kaineder – denn bereits gekochte und gefärbte Eier müssen nicht mit der Haltungsform gekennzeichnet werden. Bei Bio-Eiern wird zusätzlich zum Platzangebot auch eine gentechnik- und pestizidfreie Fütterung garantiert. „Wer auf Bio-Eier setzt, garantiert auch das Überleben der Hähne, die sonst als Küken getötet werden. Denn seit 2017 dürfen in Österreich Eier nur mehr dann als „Bio“ verkauft werden, wenn die männlichen Küken aufgezogen werden“, so Landesrat Stefan Kaineder.

Dass männliche Küken leben dürfen, geht von einer oberösterreichischen Initiative aus. Einem der Initiatoren, dem Geschäftsführer der „Eiermacher“ Manfred Söllradl, stattete Landesrat Stefan Kaineder einen Besuch auf dessen Hof und Betrieb ab. Söllradl ermöglichte gemeinsam mit dem Schlierbacher Bio-Pionier Martin Tragler die Umstellung und Vermarktung der Bio-Betriebe auf das Zweinutzungshuhn „Sandy“.

Landesrat Stefan Kaineder mit frischen Bio-Eiern in der Packstation von „Die Eiermacher“ in Kremsmünster

Eiermacher1: Landesrat Stefan Kaineder und „Die Eiermacher“ Geschäftsführer Manfred Söllradl mit zwei Hühnern der Zweinutzungsrasse „Sandy“

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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