Linz – AUA meldet Mitarbeiter beim AMS-Frühwarnsystem an

Austrian Airlines hat sämtliche Mitarbeiter der Bodenstation Linz beim Arbeitsmarktservice zum Frühwarnsystem angemeldet. Der Carrier will künftig am oberösterreichischen Airport keine Bodenverkehrsdienstleistungen anbieten. Mit ISS befindet man sich in Verhandlungen, die in einen Betriebsübergang münden sollen.

Linz-Hörsching wird künftig nicht mehr linienmäßig von Austrian Airlines angeflogen. Die Anbindung an das Drehkreuz Wien wurde bereits vor einigen Jahren aufgegeben bzw. auf die Schiene verlagert. Die Düsseldorf-Strecke ruht seit über einem Jahr und soll künftig ex Deutschland von Eurowings geflogen werden. Die für den 12. April 2021 Aufnahme wurde allerdings auf unbestimmte Zeit verschoben.

Die Bodenstationen auf den Bundesländerflughäfen gehen auf die einstige AUA-Regionaltochter AAS (Austrian Air Services) zurück. Diese wurde ursprünglich als Joint-Venture von AUA und den Regio-Airports gegründet. In den 1990er-Jahren wurde die AAS mit Tyrolean Airways fusioniert. Die Bodendienstleistungen in Linz, Klagenfurt, Salzburg, Innsbruck, Graz und Klagenfurt kamen daher mit einer weiteren Fusion zu Austrian Airlines. Während man diese Tätigkeit in Graz, Salzburg und Klagenfurt bereits aufgegeben hat, steht man in Linz kurz davor. Lediglich in Innsbruck gibt es laut AUA derzeit keine entsprechenden Pläne.

26 Arbeitsplätze in Linz-Hörsching betroffen

In Linz soll den 26 betroffenen Mitarbeitern im Rahmen eines Betriebsübergangs eine Beschäftigung bei ISS Ground Services angeboten werden. Über diesen laufen derzeit noch intensive Verhandlungen. Dennoch wurden die oberösterreichischen Mitarbeiter beim Arbeitsmarktservice zum Frühwarnsystem angemeldet. Laut einem Sprecher der Austrian Airlines hat dies folgenden Grund: “Eine Information an das AMS zu möglichen freiwilligen einvernehmlichen Vertragsauflösungen ist gesetzlich vorgegeben und daher ein normaler Schritt – vor allem, da die Gespräche zu einem Betriebsübergang bereits weit fortgeschritten sind. Dasselbe wurde zum Beispiel auch bei dem erfolgreich verhandelten Betriebsübergang der Bodenstation am Flughafen Graz vor einigen Jahren gemacht. Das Ziel ist und bleibt weiterhin der Erhalt aller 26 Arbeitsplätze am Flughafen Linz”.

Bezüglich den Verhandlungen über einen möglichen Betriebsübergang auf ISS sagte der Medienreferent gegenüber Aviation Direct: “Wir können bestätigen, dass unsere Gespräche mit dem Flughafen Linz und ISS Österreich zu einem Betriebsübergang der dortigen Austrian Airlines Station weit fortgeschritten sind. Inhalt dieser Gespräche ist ein reibungsloser Betriebsübergang auf ISS Österreich, womit alle 26 Arbeitsplätze am Standort erhalten werden können. Ein genauer Zeitpunkt für die geplante Änderung steht aktuell noch nicht fest. Bei der AMS Anmeldung ging es nicht um Kündigungen (geht auch nicht in der Kurzarbeit wegen Behaltepflicht), sondern um mögliche freiwillige einvernehmliche Vertragsauflösungen. Ein Betriebsübergang schließt übrigens per Definition aus, dass es zu Verschlechterungen im Arbeitsverhältnis kommt – die Arbeitsverträge gelten mit den ursprünglich getroffenen Vereinbarungen und allen Vordienstzeiten beim Nachfolger weiter. Auch die Höhe der Entlohnung darf beim Übergang nicht reduziert werden”.

DHC Dash 8-400 der Austrian Airlines am Flughafen Linz (Foto: René Steuer)

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Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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