Weltwassertag: Wasser ist höchstes Gut

Eine alte griechische Weisheit sagt, Wasser sei besser als Olympischer Sieg und besser als Gold. Dem kann Landesbäuerin Johanna Haider auch hinsichtlich des am 22.03.2021 stattfindenden Weltwassertages voll zustimmen. „Wasser ist nicht nur dazu da, das hauseigene Schwimmbad zu befüllen, sondern muss zuallererst als wichtigstes Element für Mensch, Tier und Pflanze gesehen werden“, ist Landesbäuerin Johanna Haider überzeugt. Die Bäuerinnen haben den diesjährigen Weltwassertag zum Anlass genommen, das Bewusstsein für den Lebensquell Wasser zu schärfen.

Wasser ist überall, in Meeren, in Flüssen, in Pflanzen und Lebensmitteln. Ein erwachsener Mensch besteht zu mehr als 50 Prozent aus Wasser. Damit die lebenswichtigen Körperfunktionen aufrechterhalten werden können, sollte ein Erwachsener rund 2,5 Liter Wasser pro Tag trinken.

Österreich ist ein Wasserland und sein Trinkwasser ist hervorragend

Österreich verfügt über ein jährliches nutzbares Wasser von 76,4 km³ (=Milliarden Kubikmeter). Genutzt werden jährlich in etwa 2,2 km³. Das entspricht rund drei Prozent der pro Jahr verfügbaren Menge. Im Gegensatz zu vielen Ländern kann das Wasser aus der Leitung in Österreich bedenkenlos getrunken werden. Denn die Qualität heimischen Leitungswassers ist spitzenmäßig. Damit das auch so bleibt, überwachen Experten der Trinkwasseraufsicht die Einhaltung der Trinkwasserverordnungsbestimmungen.

Im Durchschnitt verbraucht jeder Österreicher ca. 130 Liter Wasser pro Tag, wobei rund 90 Prozent der Bevölkerung ihr Trinkwasser aus zentralen Versorgungsanlagen beziehen. Der Rest erhält sein Wasser aus Hausbrunnen und Quellen. „Wasser ist für Mensch und Natur essentiell. Die Basis für eine sichere Trinkwasserversorgung ist allerdings auch eine funktionierende Abwasserentsorgung. In Österreich ist erfreulicherweise beides vorhanden“, so Haider.

Dürre in der Landwirtschaft

Das Ausbleiben von Niederschlägen hat weltweite Auswirkungen beispielsweise auf den Getreidepreis und die Versorgung der Menschen und Tiere mit Lebensmitteln und Futter. „Glaubt man den Prognosemodellen der Klimaexperten so wird sich auch in Österreich der Niederschlag vor allem in den Sommermonaten, also in der Vegetationszeit, deutlich reduzieren. Dies führt zu sinkenden Erträgen in der Landwirtschaft“, erklärt Haider.

Die Studie des BMLRT (Bodenbedarf für die Ernährungssicherung in Österreich, H.-P. Haslmayr et al., 2018“) setzt sich mit der Auswirkung klimatischer Änderungen auf die Ernährungssicherheit bei dem Trend zu steigenden Temperaturen bei sinkender Wasserbilanz bis Ende dieses Jahrhunderts auseinander. Diese Entwicklung ist mit einer Reduktion der Ertragsfähigkeit der landwirtschaftlichen Nutzflächen verbunden, die sich bei den besonders wertvollen Flächen in einem geringeren Ausmaß und bei den anderen Flächen in erheblichem Ausmaß niederschlagen wird. Daher kommt vor allem der landwirtschaftlichen Fläche in Oberösterreich eine besondere Bedeutung zu. Wie die regionale Auswertung des Projektes zeigt, verlieren die traditionellen Kornkammern Österreichs im Weinviertel und im Burgenland massiv an Ertragspotential. Die bereits messbare Klimaveränderung hat mittlerweile dazu geführt, dass die besten Erträge bei wichtigen Kulturen (Getreide, Zuckerrübe) nicht mehr im Osten Österreichs, sondern in Oberösterreich erzielt werden. „Oberösterreich wird daher in Zukunft sehr viel bedeutender für die gesamtstaatliche Ernährungssicherheit als in der Vergangenheit werden“, so die Landesbäuerin.

Wasserschutz- und schongebiete

Oberösterreich bezieht sein Wasser fast zur Gänze aus Grundwasser. Der Boden und das Gestein bzw. die sogenannten Deckschichten filtern das Wasser und sorgen in der Folge für reines Trinkwasser. Die Errichtung und der Erhalt von Wasserschutz- und schongebieten soll auch für die Zukunft die Qualität des Trinkwassers sicherstellen. „Wir müssen uns jeden Tag bewusst machen, welch wertvolles Gut Wasser ist. Gerade in Hinblick auf den Klimawandel, sich ändernder Konsumgewohnheiten und dem Bevölkerungswachstum, sollen die Menschen mehr Klarheit über die Rolle und Bedeutung des Wassers in ihrem Leben und für die Umwelt bekommen. Auch unsere Bäuerinnen und Bauern tragen durch ihre umweltbewusste Bewirtschaftung für den Erhalt qualitativ hochwertigen Wassers maßgeblich bei. Wasser ist eine begrenzte Ressource, deren Wert es zunächst zu erkennen gilt, um es schätzen und schützen zu können“, setzt sich Johanna Haider für den Wert des Wassers ein.

Oberösterreich und seine Wassergenossenschaften

Wassergenossenschaften dienen dem Wohle ihrer Mitglieder und sind nicht gewinnorientiert ausgerichtet. Sie sind nach dem Wasserrechtsgesetz Körperschaften öffentlichen Rechtes. In Oberösterreich gibt es rund 2000 Wassergenossenschaften. Diese sind Mitglieder im Raiffeisenverband OÖ und im OÖ Wasser Genossenschaftsverband. „Wir als OÖ Wasser Genossenschaftsverband sorgen für die Ausbildung unserer Mitglieder mit Fach- und Organisationswissen, dienen als Bindeglied zwischen den Wassergenossenschaften und Behörden und entlasten mit unseren Verbandsleistungen die öffentlichen Verwaltungen“, erklärt Geschäftsführer HR DI Wolfgang Aichlseder.

Rainer Hilbrand

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Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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