Bergwelten: Die Drachenwand – Abenteuer über dem Mondsee

Am Montag, 29.03. ab 20:15 Uhr auf Servus-TV:

Der Schrecken aus einer anderen Zeit
Bis heute bezahlen manche Kletterer und auch viele Wanderer bei ihren Touren auf die Drachenwand den höchsten Preis. Sind es heute die Leichtfüßigkeit der Alpinisten oder die gefährlichen Tücken des Wettersteinkalks, forderte in vergangenen Zeiten eine ganz andere Urgewalt das Leben der Menschen um das Salzkammergutgebirge ein. Blutrünstige Legenden und unglaubliche Sagen ranken sich nämlich um den „Trackhenstain“, wie ihn der Volksmund nannte. Ein riesiger Drache soll hier einst vom Berg aus, Tag für Tag, ein Menschenopfer geholt und im Tal für Angst und Schrecken gesorgt haben. Gleich ob Magd oder Herrin, Bauer oder Edelmann, niemand blieb von den Beutezügen des Feuerspeiers verschont. Erst ein besonders tapferer Ritter vermochte den Drachen zu bezwingen und die Menschen im Tal von der Bestie zu erlösen.

Die Prüfung des Drachen
Niemand geringerer als Extremkletterer Mich Kemeter hat die Herausforderung angenommen und möchte die Drachenwand und ihre Mythen bezwingen. Zum 45. Jubiläum der Kletterroute „Direttissima“ will er der erste Kletterer sein, der diese technische Route frei durchklettert. Das hat vor ihm noch niemand geschafft. Herbert Mailinger, einer der Gründerväter dieser Tour ist skeptisch und möchte das Unterfangen mit eigenen Augen bezeugen. Er wartet am Ausstieg der Route und zittert mit dem Herausforderer mit. „Das wäre das Schönste, wenn ich das noch erleben darf“, erzählt Mailinger am Gipfel, während er auf Mich wartet. Normalerweise dauert die Tour um die zehn Stunden. Wenn es Mich Kemeter auf den Gipfel schaffen sollte, will er mit einem Wingsuit, wie einst der Drache, von der Felswand gleiten.

Zur Bat-Höhle Wilfried
Auch innerhalb der Drachenwand ist der massive Fels voller Geheimnisse. Simone Pysarczuk und ihr Kollege Wilfried Rieder suchen in einer Höhle des Bergs nach Fledermäusen. Die Höhle ist gefürchtet, denn wer zum Brutplatz gelangen möchte, muss sich drei Stunden lang am Bauch liegend durch die engen Ritzen der Felswand zwängen. Wer wieder retour möchte, hat am Ende des Tages sechs Stunden lang auf hartem Fels seine Knie und Rippen strapaziert. Nur erfahrene Höhlenforscher dürfen sich in den Fels der Drachenwand am Mondsee wagen.

Das Teufelsloch
Am Gipfel sind Peter und Karola Birgel zu ihrem Lieblingsplatz unterwegs, dem mysthischen Teufelsloch. Der Weg führt entlang des Grads der Drachenwand, der Blick über den Mondsee ins Salzkammergut ist atemberaubend. Für die beiden ist es ein Kraftplatz und sie verbinden damit mehr, als man auf den ersten Blick erahnen mag. Karola wurde direkt darunter in der Teufelsmühle geboren. Zudem verwandelt sich Peter selbst des öfteren in den Teufel höchstpersönlich. Denn als er seine Frau kennenlernte, in der Region als die Teufelmühlerin bekannt, hatte er die Rolle des Unterweltlers im Stück „Jedermann“ des Mondseers Theater angeboten bekommen. Der Ort soll Schauplatz der Sage um den Teufel im Gebirge sein. Die Geschichten kennt Birgit schon von klein auf, heute erzählen ihre Eltern es den Enkelkindern. Es geht darin um die Entstehung des Teufelsloch, indem der Gehörnte versucht haben soll mit der Pfarrersköchin über die Drachenwand zu fliegen. Dies misslang dem Teufel, so dass er mit ihr durch die Wand geschossen ist.

Rainer Hilbrand

About the author

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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