Luftgrenzwerte in Salzburg erstmals zur Gänze eingehalten

Erstmals seit Bestehen des Luftgütemessnetzes seit Mitte der 1980er-Jahre wurden 2020 im Bundesland Salzburg alle Luftgrenzwerte eingehalten. Das zeigt die Jahresbilanz, erstellt vom Referat Immissionsschutz des Landes. Neben verbesserter Technik bei Dieselmotoren und günstigen Wetterverhältnissen ist das auch auf die Covid19-Situation, zurückzuführen.

„Die Luftgüte hat im Jahr 2020 gleich dreifach profitiert: von schadstoffärmeren Motoren, vom milden Winter und auch von der Coronavirus-Pandemie“, bilanziert Umweltreferent Landeshauptmann-Stellvertreter Heinrich Schellhorn. „Diese Kombination hat sich auf unsere Luftgüte günstig ausgewirkt, wobei die Corona- Maßnahmen den rückläufigen Trend der Luftschadstoffe verstärkt haben. Die Werte werden aber nach Ende der Pandemie wieder leicht ansteigen, sodass wir die Situation weiterhin genau beobachten werden. Dass wir in Salzburg im Vorjahr alle Luftgrenzwerte eingehalten haben, ist somit ein kurzfristiges Aufatmen.“

„Fremder“ Wüstensand aus der Wüste Karakum

Die Feinstaubwerte lagen wie in den Jahren davor auf einem niedrigen Niveau. Zwei Ereignisse im Jahr 2020 ließen allerding die Feinstaubwerte deutlich ansteigen: einerseits der Neujahrstag mit Silvesterfeuerwerken und andererseits der 28. März mit Ferntransport von Wüstensand. Der Wüstensand stammte im Jahr 2020 nicht wie üblich aus der Sahara, sondernd aus der Wüste Karakum in Turkmenistan und dem Iran. In Summe wurden im Vorjahr drei Tage mit erhöhten Feinstaubwerte gemessen. Der gesetzliche Grenzwert von 25 Überschreitungen pro Jahr wurde also deutlich unterschritten.

Rußpartikel seit 2000 um 83 Prozent reduziert

Auch der Rußanteil im Feinstaub nahm ab und konnte seit dem Jahr 2000 an verkehrsnahen Standorten um 83 Prozent reduziert werden. Maßnahmen wie der Einbau von Partikelfiltern bei Dieselmotoren haben großen Anteil an der deutlichen Verbesserung der Salzburger Luftqualität.

Stickstoffdioxid: Diesel-Pkw werden sauberer

Hier zeigt sich die verbesserte Technik bei Dieselmotoren deutlich: Die Stickstoffdioxidwerte sinken seit 2017 vor allem an verkehrsnahen Standorten deutlich. Zusätzlich haben seit März 2020 die Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung zu einem verringerten Verkehrsaufkommen geführt. So fiel zum Beispiel der Sommerreiseverkehr auf der Tauernautobahn deutlich niedriger aus als in den Jahren davor. Erstmalig wurden der EU-Grenzwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter und auch der strengere nationale Grenzwert (35 Mikrogramm pro Kubikmeter) landesweit an allen Messstellen eingehalten.

Günstige Meteorologie komplettiert „Dreifach-Jackpot“

Die für die Grenzwerte günstige Meteorologie komplettiert den „Dreifach-Jackpot“ für die Luftgüte: Der extrem milde Winter, und hier vor allem der auch stürmische Februar, wirkten sich besonders positiv auf die Luftqualität aus. 2020 war eines der wärmsten Jahre, seit es meteorologische Messungen gibt. Im Februar gab es die größten Abweichungen zum Klimamittel. Die Jahresmitteltemperaturen lagen im Land Salzburg um 0,7 bis 1,5 Grad über den langjährigen Klimawerten. Fast in allen Monaten war es wärmer als im Klimamittel. „Das zeigt uns erneut auf, dass der Klimawandel rasant fortschreitet. Hier haben wir dringenden Handlungsbedarf. Neben der Luftqualität müssen wir also verstärkt auch unser Klima schützen und CO2-Emissionen effizient reduzieren“, so Schellhorn. 

Rainer Hilbrand

About the author

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

error: (c) by salzTV