Achtung Wildwechsel im Frühling

Im Frühling ist der Wildwechsel wieder verstärktes Thema der Verkehrssicherheit. Oft bleiben nur wenige Augenblicke Reaktionszeit, wenn das Wild die Straße quert, weshalb die Unfallgefahr in den frühen Morgenstunden und der Abenddämmerung steigt.

Die Sonnenstunden nehmen zu, die Tage werden länger, und nicht nur die Stimmungslage, sondern auch die Natur beginnt aufzublühen. Wir Menschen und die Tiere verspüren sie, die Frühlingsgefühle! Bei Wildtieren sorgt diese Jahreszeit für mehr Aktivität. Neue Lebensräume werden erkundet, die Suche nach frischer Nahrung wird intensiver. Das sorgt unter anderem für vermehrte Straßenquerungen.

„Der Frühling erfordert besondere Vorsicht im Straßenverkehr. Wenn die Tage wieder länger werden und sich die Hauptverkehrszeiten in die Dämmerung verschieben, steigt die Gefahr eines Zusammenstoßes stark an. Insbesondere bei schwierigen Sichtverhältnissen und entlang von Waldgebieten und vegetationsreichen Feldern gilt erhöhte Vorsicht und Aufmerksamkeit“, unterstreicht Infrastruktur-Landesrat Mag. Günther Steinkellner.

Kommt es zum Zusammenstoß mit einem Wildtier, können ungeheure Kräfte wirken. Die Wucht, mit der ein Rothirsch bei Tempo 60 in die Frontpartie eines Autos einschlägt, entspricht dem Gewicht eines ausgewachsenen Elefanten. Hier wirken Kräfte von rund fünf Tonnen. 

Unaufmerksamkeit und nicht angepasste Geschwindigkeiten sind die häufigsten Ursachen für Kollisionen mit Wildtieren. Deshalb sollte besonders dort, wo die Warnzeichen „Achtung Wildwechsel“ angebracht sind, das Tempo reduziert werden. So können Bremswege verkürzt werden, und Wildtieren bleibt mehr Zeit, aus den Gefahrenbereichen zu flüchten.

Eine effiziente und durchaus innovative Maßnahme, welche die Verkehrssicherheit steigert, stellt das Projekt Wildschutz dar. Dabei handelt es sich um die konsequente Anbringung von optischen und akustischen Wildwarngeräten entlang der Landesstraßen. 

„Das Projekt ist ein großer Erfolg. An zahlreichen Straßenabschnitten konnte durch die Anbringung von Wildwarnern die Anzahl an Unfällen bereits stark reduziert werden. Durchschnittlich werden jährlich rund 30 Kilometer des oberösterreichischen Landesstraßennetzes mit optischen und akustischen Wildwarngeräten ausgerüstet. Dadurch wird die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer/innen deutlich erhöht und potentielles Tierleid minimiert“, betont Steinkellner. 

Als Aktionsgemeinschaft, bestehend aus fünf Versicherungsunternehmen – Oberösterreichische Versicherung AG, UNIQA Österreich Versicherungen AG, Generali Versicherungs AG, Oberösterreich Wiener Städtische Versicherung AG und DONAU Versicherung AG – dem Landesjagdverband und der oberösterreichischen Landesstraßenverwaltung, wird jährlich in den Ausbau der Schutzinfrastruktur investiert. Durch die Anbringung der technologisch hochwertigen Warngeräte konnten je nach Straßenabschnitt Wildunfälle bis zu etwa 95 % reduziert werden. Jährlich rund 100.000 Euro werden von Seiten der Versicherungsunternehmen und des Landes Oberösterreich bereitgestellt, um die Verkehrssicherheit zu erhöhen. Die örtlichen Jägerschaften übernehmen neben einer Selbstkostenbeteiligung die Wartung und Pflege der Geräte.

„Die Leistungen der Jägerinnen und Jäger sind auch im Zusammenhang mit dem Wildwechsel über Straßen mannigfach. So ist es neben der Wartung der Wildwarnreflektoren auf den bestehenden Strecken auch wichtig, sich für die Lebensräume der Wildtiere, deren Lenkung sowie die richtige jagdliche Bewirtschaftung einzusetzen. Diese Tätigkeiten für die Gesellschaft können aber nur dann bestens funktionieren, wenn gleichzeitig die Gesellschaft Wildtiere und deren Bedürfnisse respektiert. Es freut uns, dass sich die meisten Leute mit der Natur identifizieren und diese schätzen“, so Landesjägermeister Herbert Sieghartsleitner abschließend.

Bildtext: (Archivbild) Infrastruktur-Landesrat Mag. Günther Steinkellner und Hannes Langmayr bei der Anbringung neuer Wildwarner.

Foto: Land OÖ

Rainer Hilbrand

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Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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