Lebensmittelhersteller in Corona-Pandemie: Rückblick und Aussichten

Heimische Lebensmittelindustrie arbeitet perfekt, um Versorgung sicherzustellen

„Als vor rund einem Jahr Corona zur Pandemie wurde und der erste Lockdown begann, hat sich gezeigt, welche Leistungen die heimische Lebensmittelwirtschaft zu erbringen imstande ist. Die Produktion wurde rasch erhöht, um die Versorgung Österreichs sicherzustellen. Die wahren Helden waren und sind die 27.000 Mitarbeiter, die tagtäglich genügend sichere und hochwertige Lebensmittel produzierten, um verlässlich die Regale des Lebensmittelhandels zu füllen“, ist Gerald Hackl, Vorsitzender der Lebensmittelindustrie der WKOÖ, überzeugt.

„Dass die heimische Lebensmittelindustrie als kritische Infrastruktur perfekt gearbeitet hat, beweist, wie wichtig es ist, leistungsfähige Betriebe im eigenen Land zu haben. Laufend wurden Hygiene- und Sicherheitskonzepte in den Betrieben angepasst und so konnte die ganze Zeit eine stabile und verlässliche Produktion für Österreich aufrechterhalten werden“, sagt Hackl.

Starke Lebensmittelindustrie und stabiler EU-Binnenmarkt
„In der Krise haben sich vor allem zwei Faktoren bestätigt: Wir brauchen eine leistungsstarke Lebensmittelindustrie und einen stabilen EU-Binnenmarkt. Denn beide zusammen sind Garant für eine funktionierende Wirtschaft sowie die sichere Versorgung der Bevölkerung, im Normalbetrieb wie in Krisenzeiten. Es gab Licht und Schatten: Um die Hamstereinkäufe zu Beginn der Krise im Handel abzudecken, fuhr die Lebensmittelindustrie in einem beeindruckenden Kraftakt ihre Kapazitäten sofort hoch. Zugleich kamen mit der Zeit aber auch die Schattenseiten der Krise hervor. Betriebe, die wirtschaftlich eng mit Gastronomie, Hotellerie, Tourismus und der Eventbranche verbunden sind, hatten unverschuldet deutliche Umsatzeinbrüche”, so Hackl.

Weiters zeigte sich laut Hackl in der Krise, wie wichtig sowohl offene Grenzen für Güter und Arbeitskräfte sind als auch ein stabiler und funktionierender EU-Binnenmarkt. Denn nur offene Grenzen ermöglichen Transporte von Rohstoffen, Verpackungen und fertigen Produkten sowie Arbeitskräfte, die aus anderen Ländern in heimische Betriebe einpendeln.

Wiederaufbau durch „Entlasten statt Belasten“
Es bestehe dringender Handlungsbedarf, die Lebensmittelindustrie als starke Säule des Landes weiter zu entlasten, im Export zu fördern und den Standort Österreich im Wiederaufbau nach der Corona-Krise fit für morgen zu machen. „Denn neben der Bedeutung der regionalen Wertschöpfung ist die internationale Ausrichtung für viele österreichische und insbesondere oberösterreichische Unternehmen lebensnotwendig. Rund die Hälfte der in Oberösterreich produzierten Lebensmittel und Getränke werden quer über den Globus verkauft. Der Export sichert die Produktion und Arbeitsplätze in Österreich. Das Ziel muss daher sein, die Wettbewerbsfähigkeit und das Exportpotenzial der oö. Lebensmittelindustrie weiter zu stärken. Damit verbunden ist ein rasches Wiederhochfahren des österreichischen Tourismus mit einer zügigen Umsetzung der Covid-19-Test- und Impfstrategie essenziell für den Wirtschaftsstandort Österreich“, erklärt Hackl.

Jobmotor Lebensmittelindustrie ankurbeln und Arbeitsplätze sichern
Viele Betriebe der Lebensmittelindustrie leiden als Zulieferer unter dem coronabedingten Ausfall von Gastronomie, Tourismus und Events. Unterstützungen helfen, die Arbeitsplätze und das Beste-hen der Betriebe abzusichern. „Das ist wichtig für den Wirtschaftsstandort Österreich. Denn die Lebensmittelindustrie ist Jobmotor und Konjunktur-Lokomotive: Jeder Euro, der in der Lebensmit-telindustrie erwirtschaftet wird, löst 1,23 Euro an Wertschöpfung in anderen Unternehmen aus. Jeder Arbeitsplatz in der Lebensmittelindustrie bewirkt die Schaffung oder Absicherung von weiteren knapp zwei Arbeitsplätzen in Österreich. Nur eine starke Lebensmittelindustrie im eigenen Land gewährleistet die verlässliche Versorgung der Bevölkerung mit sicheren, guten und ausreichenden Lebensmitteln. Darauf müssen alle politisch Verantwortlichen achten“, fordert Hackl abschließend.

Stellenwert der Lebensmittelindustrie in Oberösterreich
Die oö. Lebensmittelindustrie ist die viertgrößte Industriebranche in Oberösterreich. Sie sichert im Interesse der Konsumenten tagtäglich die Versorgung mit qualitativ hochwertigen und leistbaren Lebensmitteln. Die 109 Unternehmen mit ihren rund 6000 Beschäftigten erwirtschaften jährlich rund 2,5 Mrd. Euro abgesetzte Produktion und stellen rund ein Viertel des österreichischen Produktionswertes dar. Der Exportanteil beträgt knapp 50 Prozent. Im Bundesländervergleich liegt Oberösterreich auf Platz 2 hinter Niederösterreich. Die bedeutendsten Bereiche sind Getränke, Fleisch, Obst- und Gemüseveredelung sowie Backwaren.

Rainer Hilbrand

About the author

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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