OÖ Bauernbund – „Eine Wiese ist kein Hundeklo“

Spazieren gehen mit dem Vierbeiner in der freien Natur tut Mensch und Hund gut. Wenn dann aber der Hundekot auf der Wiese, dem Acker oder dem Feldweg liegen bleibt, hat die „Bewegung in der freien Natur“ ihre Grenzen erreicht. Denn Hundekot verunreinigt Futter und kann unter anderem zu Aborten (Fehlgeburten) bei Kühen führen. Der OÖ Bauernbund will die Bevölkerung für diese Problematik sensibilisieren und hat seine „Hundekot-Infotafeln“ neu aufgelegt.  

Wer kennt das nicht aus älteren (oder teilweise auch noch aus jüngeren) Tagen: Man geht gemütlich am Gehsteig dahin und schon ist es passiert. Man ist mitten in ein Hundshäuferl gestiegen. Fluchend versucht man sich den Dreck vom Schuh abzuputzen, während einen der Geruch noch eine Weile begleitet. Lange hat dieser Umstand in der Stadt oder in Ortszentren für viel Ärger und Diskussionen gesorgt. Doch mittlerweile scheint dort beinahe jeder Hundehalter und jede Hundehalterin zu wissen, dass ein „Sackerl fürs Gackerl“ eben Pflicht ist.

Nicht alles in der Natur ist „natürlich“

Dass diese Pflicht auch außerhalb der Stadt bzw. der Ortszentren gilt, ist vielen Menschen zu wenig oder gar nicht bewusst, beklagen Bäuerinnen und Bauern. Weil man „eh in der freien Natur“ unterwegs ist, glauben manche Hundehalter, dass die Kotabgabe dort „natürlich“ ist. Mit besonders „beratungsresistenten“ Hundebesitzern hat Manfred Krenn aus Neuhofen an der Krems zu tun. Erst kürzlich spazierte zum wiederholten Male eine Gruppe von drei Personen mit sechs Hunden quer über seine Wiesenbrache. „Die Hunde laufen ohne Leine herum und verrichten ihr Geschäft. Niemand räumt das danach weg. Außerdem graben die Hunde Löcher in den Boden“, erzählt Krenn. Er hat die Hundebesitzer schon öfters zur Rede gestellt und auf die Problematik hingewiesen. Bisher allerdings ohne jeglichen Erfolg. „Sie sind mir mit Aussagen gekommen, dass auch Rehe frei herumlaufen. Einsicht gab es leider überhaupt keine“, so Krenn. Er hat nun Verbotstafeln für den Durchgang aufgestellt. „Ich bin dazu gezwungen, um das Problem in den Griff zu bekommen“, sagt Krenn, auch wenn er damit nicht glücklich ist. Denn er weiß auch von anderen Fällen, bei denen die Hundehalter mit Respekt reagieren, ihre Hunde an die Leine nehmen und den Kot wegräumen.

Hundekot: BB-Infotafeln sollen sensibilisieren (Foto siehe Anhang)

Auf diesen Respekt und auf Sensibilisierung setzt auch der OÖ Bauernbund mit der Neuauflage seiner „Hundekot-Infotafeln“ (erhältlich im Webshop des OÖ Bauernbund, siehe Link zum Schluss). „Sie sollen Hundehalter darauf aufmerksam machen, dass eine Wiese, ein Acker oder ein Feldweg eben nicht nur „freie Natur“ ist, sondern dass dort Futter- und Lebensmittel produziert werden“, sagt Bauernbund-Landesobmann Max Hiegelsberger.

Er zeigt Verständnis, dass gerade jetzt im beginnenden Frühjahr und noch dazu durch die Corona-Einschränkungen der Drang in die Natur zu gehen, groß ist. Trotzdem müsse man sich auch in der Natur an gewisse Regeln halten. „Denn der Boden gehört ja auch jemanden, nämlich den Bäuerinnen und Bauern, die dort sehr umsichtig ihre Tiere halten und Lebensmittel für die Bevölkerung produzieren“, so Hiegelsberger. Es gehe außerdem dabei nicht nur um den Respekt vor bäuerlichem Eigentum. Denn Hundekot in Wiesen und Äckern führt zu massiven gesundheitlichen Problemen in der Tierhaltung.

Hundekot verursacht Aborte bei Rindern

„Hundekot hat in Futterweiden aus veterinärmedizinischer Sicht nichts verloren. Er kann pathogene Keime beinhalten, die bei Rindern, aber auch Schafen und Ziegen Krankheiten verursachen“, informiert Michael Dünser vom Institut für Veterinärmedizinische Untersuchungen der AGES in Linz. Besonders problematisch sei der Parasit „Neospora caninum“, der im Hundedarm vorkommt und Aborte, also Fehlgeburten bei Rindern auslösen kann.

Die Problematik von Hundekot in Wiesen fasst auch Thomas Patsch vom Oberösterreichischen Tiergesundheitsdienst zusammen: „Kotansammlungen bedeuten eine Herabsetzung der hygienischen Qualität des Futters. Bei der Silageherstellung können zudem Fehlgärungen entstehen und Futtermittel verderben. Die Infektionskrankheit Neosporose (Anm.: ausgelöst durch Neosporum caninum) führt bei Rindern zu erheblichen Fruchtbarkeitsstörungen.“

Ein detaillierter Artikel des OÖ. Tiergesundheitsdienstes zu dieser Problematik ist der Presseaussendung angehängt.

Die „Hundekot-Infotafel“ ist im Webshop des OÖ Bauernbundes zum Preis von 10 Euro erhältlich: www.ooe.bauernbund.at/produkt/tafel-hundekot/

Rainer Hilbrand

About the author

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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