WKOÖ-Präsidentin Hummer: Pandemie nicht für Klassenkampf nützen

Die seit knapp einem Jahr grassierende Corona-Pandemie hat unser Land und den ganzen Kontinent in seinen Grundfesten erschüttert. Durch wirksames Gegensteuern und zahlreiche finanzielle Unterstützungen vieler – direkt und indirekt – Betroffener ist es gelungen, den wirtschaftlichen Schaden zumindest zu begrenzen und das gesamte System vor einem Kollaps zu bewahren.

So konnten durch großzügige Kurzarbeitsbeihilfen in Höhe von rund 13,5 Milliarden Euro zahlreiche coronabedingt drohende Kündigungen verhindert und – so Arbeitsminister Kocher – allein 2020 über eine Million Arbeitsplätze gerettet werden. Für Betriebe bedeutete dies deren Fortbestand bzw. die Verhinderung der Insolvenz, für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter den Erhalt des Arbeitsplatzes und ein weiterhin sicheres Einkommen auf hohem Niveau.

Durch die existentielle Absicherung vieler Betriebe (und damit Arbeitsplätze) wurde aber auch die Funktionsfähigkeit des pandemiebedingt ohnehin notleidenden Sozial- und Gesundheitssystems sichergestellt, da Arbeitgeber und Arbeitnehmer ihre Sozialversicherungsbeiträge weiterhin leisten konnten. Eine klassische Win-Win-Win Situation, von der bis heute alle gleichermaßen profitieren.

„Umso unverständlicher ist jede willkürlich vom Zaun gebrochene Neiddebatte, wer denn von den staatlichen Unterstützungsmaßnahmen am meisten profitiert habe. Letztendlich kamen die 2020 ausgeschütteten Coronahilfen vor allem den schwergebeutelten Menschen an der Basis zugute, indem ihr jeweiliger Arbeitsplatz erhalten blieb – egal, ob sie Selbstständig oder Unselbstständig beschäftigt waren. Somit profitierten Arbeitgeber und Arbeitnehmer bislang gleichermaßen von den staatlichen Zuschüssen: Die Betriebe, indem sie ihre Fachkräfte halten und ihre laufenden Verpflichtungen erfüllen konnten, die Beschäftigten, indem sie Arbeitslosigkeit verhindern und ihren Lebensunterhalt weiter bestreiten konnten“, warnt WKOÖ-Präsidentin Doris Hummer davor, durch eine bewusste Missinterpretation der Zahlen einen Keil in die Bevölkerung zu treiben.

Es waren die Sozialpartner, die essenzielle Vorarbeiten für die von der Bundesregierung beschlossenen Fördermaßnahmen geleistet bzw. mehr als einmal erfolgreich „Feuerwehr“ gespielt haben. Gleiches gilt für die von den OÖ Sozialpartnern initiierte neue Zukunftsstiftung, die für Menschen, die durch die Krise ihren Job verloren haben, neue Chancen eröffnet. Hummer appelliert deshalb an alle Verantwortlichen, den bisherigen Weg des konstruktiven Miteinanders zum Wohle aller Betroffenen fortzusetzen und auf das Wechseln von politischem Kleingeld zu verzichten.

Rainer Hilbrand

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Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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